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Hochzeit à la BollywoodSo prunkvoll heiratete der Sohn des reichsten Inders

Für die Feier wurde Chris Martin, Frontmann der Band Coldplay, engagiert. Unter den Gästen waren Google-Chef Sundar Pichai, Ex-UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der britische Ex-Premier Tony Blair, sowie die Chefs von Coca-Cola und Netflix.

Akash Ambani (Mitte), Mukesh Ambani (rechts) und Nita Ambani (dritte von links), ihre Tochter Isha Ambani (dritte von rechts) und deren Ehemann Anand Piramal (zweiter von rechts) © APA/AFP/SUJIT JAISWAL
 

Alles war festlich mit Blumengirlanden geschmückt am Messegelände Jio World Centre in Mumbai - sogar die Metalldetektoren am Eingang. Durch diese ging am Freitag nach und nach das Who's Who von Bollywood und Indiens Geschäftswelt - gekleidet in farbenfrohe Saris und Sherwanis aus dem feinsten Stoff. Sie waren da, um die Hochzeit eines Kindes des reichsten Inders, Mukesh Ambani, zu feiern.

Erst im Dezember hatte dessen Tochter Isha in Antilia, dem Privathochhaus der Familie in Mumbai, den Sohn eines anderen Milliardärs geheiratet. Über Ausgaben von bis zu 100 Millionen US-Dollar (etwa 88 Millionen Euro) wurde damals spekuliert. Bei einer Vorhochzeitsparty in einem indischen Palast trat US-Sängerin Beyoncé auf. Zwei Ex-Außenminister der USA, Hillary Clinton und John Kerry, tanzten mit Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan zu indischen Film-Hits, wie auf einem Video in sozialen Netzwerken zu sehen war.

Chris Martin engagiert

Nun war Ambanis älterer Sohn Akash an der Reihe. Der 27-Jährige heiratete seine ehemalige Mitschülerin Shloka Mehta, Tochter des Diamantenhändlers Russell Mehta. Die Feierlichkeiten gingen auch diesmal schon Wochen vorher los - im schweizerischen St. Moritz. Unter der Kennung #winterwonderland kursierten in sozialen Medien Fotos der Ambanis und ihrer rund 300 Gäste auf einem privaten Jahrmarktgelände komplett mit Riesenrad. Akash hat offenbar einen anderen Musikgeschmack als seine Schwester, denn für seine Feier wurde Chris Martin, Frontmann der Band Coldplay, engagiert.

Mukesh Ambani, der stolze Vater, ist Chef und Hauptanteilseigner des Energie-, Textilien- und Mobilfunk-Konglomerats Reliance Industries. In der jüngsten Liste der reichsten Menschen der Welt des Magazins "Forbes" landete er auf Platz 19. Sein Vermögen wird auf deutlich mehr als 40 Milliarden Dollar geschätzt. Inzwischen gibt es mehr als 100 Milliardäre in Indien. Nach Angaben der Organisation Oxfam besitzen die reichsten ein Prozent der Bevölkerung mehr als die Hälfte des Vermögens.

Allein Antilia, das 27-stöckige Haus der Familie Ambani im Süden der früher Bombay genannten Film- und Finanzmetropole, soll eine Milliarde Dollar wert sein. Berichten zufolge gibt es dort mehrere Hubschrauberlandeplätze, eine fünfstöckige Garage und einen Raum, in dem man es schneien lassen kann. Von ihrem Luxusturm aus haben die fünf Bewohner nicht nur einen Ausblick auf das Arabische Meer, sondern auch auf die größte Elendssiedlung des Landes: Dharavi, bekannt aus dem Film "Slumdog Millionaire".

Dharavi ist einer der am dichtesten besiedelten Orte der Welt. Die unzähligen wackligen Häuser stehen so nah beieinander, dass ihre Wellblechdächer sich fast über den engen Gassen berühren. Hier leben rund eine Million Menschen. Einer von ihnen ist Mayur Parmar. Der 24-Jährige stammt aus Dharavi und arbeitet für die Firma Reality Tours and Travel, die geführte Rundgänge durch das Viertel anbietet und von den Einnahmen die Lokalbevölkerung unterstützt. "Wenn sie all das Geld in Leute investieren würden, die es wirklich gebrauchen können, würde das echt viel ausmachen im Leben der Menschen", sagt Parmar zu den Prunkhochzeiten der Ambanis. Andererseits, meint er, sei es ihr wohlverdientes Geld und ihre Sache, was sie damit täten.

Am Freitagabend entstanden auch wieder Videos, die sich schnell verbreiteten. Davon, wie die größten indischen Filmstars zum Rhythmus von Trommeln mit steinreichen Geschäftsleuten tanzten. Oder davon, wie Braut und Bräutigam jeweils die große, nagelneue Messehalle betraten - vor den Augen von Gästen wie Google-Chef Sundar Pichai, Ex-UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und dem früheren britischen Premierminister Tony Blair. Die Chefs von Coca-Cola und Netflix waren Berichten zufolge auch dabei.

 

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