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Missbrauch in LüdgeWieder Durchsuchungen nach vielfachem Kindesmissbrauch

Zwei weitere Wohnungen und weiterer Campingwagen wurden von Polizisten durchkämmt. Der Skandal belastet auch die Polizei schwer.

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Missbrauchsfall Lügde © (c) APA/dpa/Guido Kirchner
 

Im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs in Lügde bei Detmold in Nordrhein-Westfalen haben die Ermittler bei weiteren Durchsuchungen Gegenstände gefunden, die möglicherweise Beweismittel sein könnten. Am Montag und Dienstag seien zwei Wohnungen und ein weiterer Wohnwagen durchsucht worden, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit.

Darunter sei eine Wohnung des 56 Jahre alten Hauptverdächtigen, in die der Mann auf Wunsch des Jugendamtes bald umziehen sollte. Zudem wurde ein weiterer Wohnwagen auf dem Campingplatz, der jahrelang Missbrauchstatort gewesen sein soll, durchsucht. Um welche Gegenstände es sich handelte, gaben die Ermittler nicht bekannt.

Sie bekräftigten zugleich, dass es nach bisherigen Erkenntnissen keine Belege dafür gebe, "dass Polizeibeamte in die Taten involviert waren oder diese geduldet haben". Beamte seien vernommen worden. Durchsuchungen in Wohnungen von Polizisten habe es nicht gegeben.

Ausgewachsener Polizei-Skandal

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei hatte sich der Fall immer mehr zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. Nach und nach waren Pannen bekannt geworden. So verschwanden 155 Datenträger aus einem nicht gesicherten Raum bei der Polizei Lippe.

Seit 2008 waren den bisherigen Erkenntnissen zufolge auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder im Alter von vier bis 13 Jahren in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Zudem gibt es Hinweise, dass es schon vor 2008 Taten gab.

Drei Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Ermittelt wird zudem gegen einen 16-jährigen, der kinderpornografisches Material besessen haben soll, das auf dem Campingplatz entstanden ist. Weitere Ermittlungsverfahren laufen gegen zwei Beschuldigte wegen Beihilfe und gegen eine Person wegen Strafvereitelung.

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