Das ist für die deutschen Behörden im wahrsten Sinne des Wortes ein Leuchtturmprojekt: Der bei Touristen beliebte Leuchtturm „Roter Sand“ in der Nordsee, der unter Denkmalschutz steht, muss den Standort wechseln. Wind und Wellen haben dem 140 Jahre alten Bauwerk an der Mündung der Weser so stark zugesetzt, dass er nun an einen trockenen Platz am Festland wandern soll.

Die Attraktion ist stark umkämpft - mehrere Gemeinden im Umkreis der Wesermündung wünschen sich den „Roten Sand“ herbei. Bisher haben sich Wilhelmshaven, Bremerhaven, Hooksiel sowie Fedderwardersiel in Stellung gebracht. Es gebe keinen Favoriten, erklärte ein Sprecher der Deutschen Stiftung Denkmalschutz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Turm wird von dieser verwaltet, ist aber im Besitz des Bundes.

Entscheidung soll wohlüberlegt sein

Noch ist offen, wo der historische Leuchtturm künftig zu bewundern ist. Im Sommer soll es dahingehend Neuigkeiten geben, heißt es von der Stiftung: „Wir bemühen uns natürlich, die Entscheidung zügig zu treffen, aber bei einem so einmaligen Ereignis sind viele Aspekte zu berücksichtigen, die man nicht übers Knie brechen will“, sagte ein Sprecher. Der neue Standort müsse etwa gut für Touristen erreichbar sein und über ausreichend Parkplätze verfügen. Der Turm soll im Übrigen seine weiß-rote Farbgebung behalten und wird bis zu einer finalen Entscheidung weiterhin gepflegt.

Es handelt sich tatsächlich um ein Novum, in Deutschland ist bisher kein Fall eines Leuchtturm-Umzugs bekannt. In Dänemark wurde vor sechs Jahren der Leuchtturm Rubjerg Knude um rund 70 Meter versetzt.

Standsicherheit in Gefahr

Der „Rote Sand“ ist laut der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung einer von rund 150 Leuchttürmen an der deutschen Nord- und Ostseeküste. Das Bauwerk ist nicht mehr in Betrieb und steht seit 1982 unter Denkmalschutz. 2019 hatte ein Gutachten den Turm als so marode eingestuft, dass die Standsicherheit auf Dauer in Gefahr sei.