Papst Franziskus galt während seines Pontifikats stets als bescheiden, er brach mit langen Traditionen und verzichtete auf Prunk und Pracht. So wohnte er nicht wie seine Vorgänger im Apostolischen Palast, sondern in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung im vatikanischen Gästehaus Santa Marta. Franziskus war es wichtig, diese Wertehaltung auch nach seinem Tod fortzuführen - statt im Petersdom wurde er vergangenen Samstag in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt. Auf seinen Wunsch hin steht zudem am Grabstein nichts außer seinem Namen „Franziskvs“ (im traditionellen Lateinischen wird hier ein „v“ als „u“ gelesen). Doch einigen Besuchern kam die Inschrift merkwürdig vor.

Grafischer Fehler sticht ins Auge

Seit dem Begräbnis strömen Massen in die Basilika, um das Grab des Papstes zu besichtigen. Lange Schlangen bildeten sich vor der Kirche auf dem Esquilin, einem der sieben römischen Hügel. Was an der Inschrift einigen auf den ersten Blick auffällt: Die Buchstaben am Grabstein sind ungleichmäßig positioniert. Die Gravur weist einen grafischen Fehler auf. Der Buchstabe „A“ ist weiter entfernt von seinen Nachbarbuchstaben als die anderen. Der Abstand zum „R“ und „N“ ist also deutlich zu groß geraten.

Der Fauxpas sorgte weltweit für Schlagzeilen, auch in sozialen Medien thematisierten Nutzer die etwas misslungene Gravur. „Das ist ein typografisches Kriegsverbrechen“, schrieb ein User auf „Reddit“.

Kerning für bessere Lesbarkeit

Konkret dürfte der Fehler laut „L‘Espresso“ beim sogenannten Kerning passiert sein, auch als Unterschneidung bekannt. Kurze Einführung für Laien: Darunter versteht man seit Jahrhunderten die manuelle Anpassung des Abstands zwischen einzelnen Buchstaben oder Zeichen eines Texts oder Logos. Denn nicht alle Zeichen haben die gleiche Form und Größe. Zur besseren Lesbarkeit werden gewisse Buchstabenpaare näher zusammengerückt, etwa bei der Kombination „AV“. Die Marmorarbeiter dürften beim Abstand der drei Buchstaben auf dem Grabstein deutlich übertrieben haben.

Bei Franziskus‘ Vorgänger kritisierten Typografen genau das Gegenteil: Die Buchstaben auf der Grabplatte von Benedikt XVI. seien zu eng aneinander, vor allem das „I“ zwischen dem „D“ und dem „C“. „Die hier gewählte Schrift wirkt etwas unbeholfen“, sagte ein Schweizer Experte gegenüber „Kath.ch“.

Fotos vom Papst-Begräbnis