Gehen Elon Musk und US-Präsident Trump getrennte Wege? Das Onlinemedium Politico berichtete am Mittwoch, dass Trump seinem engeren Beraterkreis gesagt habe, Musk werde in den nächsten Wochen als Chef des Department of Government Efficiency (DOGE) zurücktreten. Politico berief sich auf drei Informanten. Ähnliches berichtete die New York Post, die den Abtritt von Musk auf Ende Mai terminiert. Musk hat einen Vertrag über 130 Tage, der ohnehin Anfang Juni ausläuft und der ihn zu einem gewissen Grad vor Strafverfolgung bei Interessenkonflikten schützt; es war bisher aber vermutet worden, dass der Vertrag verlängert wird. Allerdings, meinte Politico, Musk werde sich nur zurückziehen, sich aber nicht vollständig verabschieden.

Seit Musk, der auch Vorstandschef des Autokonzerns Tesla ist, bei einem öffentlichen Auftritt eine Kettensäge schwenkend massive Kürzungen im Verwaltungsapparat verkündet hat — und durchsetzte —, hat er viel Aufregung verursacht. In den USA und in anderen Ländern kam es in den letzten Wochen zu gewalttätigen Angriffen auf Tesla-Filialen, aber auch auf parkende Autos, von Farbschmierereien bis zu Molotow-Cocktails, die Trump als „heimischen Terrorismus“ bezeichnete. Der Aktienkurs von Tesla stürzte seit dem Amtsantritt von Trump um fast die Hälfte ab.

Aber auch für die Republikaner erwies sich der harte Sparverfechter, der selbst Regierungsaufträge hat, nicht als Glückbringer. In den letzten Wochen warf Musk sein ganzes Gewicht und 25 Millionen Dollar hinter einen konservativen Richter im US-Bundesstaat Wisconsin — der dann bei der Wahl mit zehn Prozentpunkten gegen eine Demokratin unterlag. Und die rabiaten Einschnitte in Washington, wo ganze Behörden wie USAID geschlossen wurden, finden nicht überall Beifall; bei Demokraten schon gar nicht, aber auch nicht bei Republikanern. Es gibt Berichte, wonach Rentenzahlungen nicht mehr pünktlich ankommen, weil die Mitarbeiter fehlen.

Musk folgt mit seinen Kürzungsmaßnahmen dem Drehbuch der konservativen Stiftung Heritage Foundation, die Regierungsaufgaben verschlanken und privatisieren will, das sogenannte Project 2025. Dazu sagte Trumps Wirtschaftsminister Howard Lutnick, nur Betrüger beschwerten sich, wenn der Rentenscheck ausbliebe. Die Republikaner haben nur eine knappe Mehrheit im Kongress; ein paar Hunderttausende Wähler einer Handvoll Staaten könnten das 2026 ändern.

Musk hatte Trump immer wieder öffentlich gepriesen, ihn klug, großherzig und weitsehend genannt, während Trump selber etwas weniger öffentliche Liebe verbreitete. Dass der Tesla-Chef unberechenbar ist und immer wieder Pläne über seine Plattform X hinausposaunt, ohne vorher Trump zu informieren, dürfte dem Präsidenten genauso wenig gefallen wie dessen ständiger Platz im Spotlight. Ohnehin verspürt der Präsident wenig Loyalität zu Bediensteten, die ihm nicht mehr nutzen — seinen langjährigen Berater, den Anwalt Roy Cohn servierte er ab, als der an AIDS erkrankte.

Sorge vor Handelskrieg

Am Mittwoch setzt der Präsident dazu an, den „Liberation Day“ zu verkünden, den Tag, an dem die Strafzölle einsetzen. Das könnte besonders die Autoindustrie treffen, weil importierter Stahl teurer wird, aber auch Autoimporte. Beides ist für Musk nicht gut. Aber auch andere Investoren fürchten einen globalen Handelskrieg.

Die Trump-Rede