Kaum jemand mehr zahlt in Australien mit Bargeld. Trotzdem hat die Ankündigung der australischen Reserve Bank, dass der Kopf der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II auf dem australischen Fünf-Dollar-Schein nun mit einem indigenen Motiv ersetzt werden soll, eine Debatte losgetreten. In Kommentaren auf sozialen Medien erbosten sich diese Woche viele darüber, dass die in Australien ausgesprochen beliebte Queen ihren Ehrenplatz auf dem blau-lila Schein verlieren soll. Die Monarchisten im Land stören sich dagegen eher daran, dass König Charles III. beim Neudesign der Banknote übergangen wird. Ihn so einfach als nächsten Anwärter für den Fünf-Dollar-Schein zu ignorieren, das sei „versteckter Republikanismus“, sagen sie – also eine subtile Förderung republikanischer Ideen. Die Australian Monarchist League (AML) argumentiert, dass der Monarch, solange Australien eine konstitutionelle Monarchie unter der britischen Krone ist, sowohl auf Banknoten als auch auf Münzen erscheinen sollte.

Der Fünf-Dollar-Schein trägt das Gesicht der Königin seit 1992 und auch mehrere Münzen zieren das Antlitz der Queen. Doch während der neue australische Monarch, der britische König Charles III., künftig auf den Münzen erscheinen soll, wird die Fünf-Dollar-Banknote nun zum ersten Mal kein Personenporträt zeigen. Stattdessen soll ein neues Design die Verbundenheit der Aborigines und der Torres-Strait-Insulaner mit ihrem Land und das Ende der Terra Nullius-Doktrin widerspiegeln. Die britischen Kolonialherren hatten Australien bei ihrer Ankunft im 18. Jahrhundert als Terra Nullius deklariert – also als ein Land, das niemandem gehört – obwohl indigene Völker auf dem Kontinent lebten. Die Aufhebung dieser Doktrin im Jahr 1992 gilt als ein grundlegender Moment im Kampf um Landrechte.

MONEY STOCK, The image of Queen Elizabeth II is seen on an Australian five dollar bank note in Canberra, Australian Capital Territory, Tuesday, March 18, 2025. Following a public call for submissions, an Imagery Selection Panel has chosen Connection to Country as the theme for the new Australian $5 banknote design.  ACHTUNG: NUR REDAKTIONELLE NUTZUNG, KEINE ARCHIVIERUNG UND KEINE BUCHNUTZUNG Canberra Australian Capital Territory Australia PUBLICATIONxNOTxINxAUSxNZLxPNGxFIJxVANxSOLxTGA Copyright: xLukasxCochx 20250318168432433156
Derzeitiger Fünf-Dollar-Schein
| Derzeitiger Fünf-Dollar-Schein © IMAGO

Bereits im Jahr 2023, als ein neues Design für den Fünf-Dollar-Schein nach dem Tod von Elizabeth II. zum ersten Mal zur Sprache kam, stieß die Idee auf heftige Kritik. Oppositionsführer Peter Dutton bezeichnete sie damals als „einen weiteren Angriff auf unsere Systeme, unsere Gesellschaft und unsere Institutionen“. Die Monarchisten schlugen nun in eine ähnliche Kerbe und stempelten die neue Banknote als einen Versuch der regierenden Sozialdemokraten unter Premierminister Anthony Albanese ab, die Idee einer Republik vorantreiben zu wollen. Die Entscheidung, das Bild der Königin vom australischen Fünf-Dollar-Schein zu entfernen, sei Teil eines größeren Plans der Regierung Albanese zur Förderung einer Republik, schrieben die Monarchisten in einem Statement. Dieser Plan sei „nur durch die verheerende Niederlage beim Referendum über die ‚Voice‘ vereitelt worden“. Letzteres sei ganz klar der Vorläufer eines Referendums über eine Republik gewesen.

Beim sogenannten „Voice“-Referendum hatte die australische Öffentlichkeit darüber abgestimmt, ob die indigene Bevölkerung ein parlamentarisches Gremium, eine Art „Stimme“ („Voice“) erhalten sollte, die bei Abstimmungen über indigene Belange beratend mitwirken hätte können. Die australische Bevölkerung lehnte diesen Vorschlag mit großer Mehrheit ab. Die australische Zentralbank hat sich von der Kritik bisher nicht verunsichern lassen. Sie sucht derzeit nach einem passenden Design für den Schein, das die jahrtausendealte „emotionale, spirituelle und physische Verbindung“ der „First Nations“, also der Ureinwohnerinnen und Ureinwohner, zu Land und zu Wasser würdigt. Für diese Thematik hatte man sich nach einer australienweiten Kampagne entschieden, bei der 2100 Themen nominiert worden waren. Auf der Rückseite der Banknote wird weiterhin das australische Bundesparlament zu sehen sein.