Von Prinzessin Kate lassen sich die Briten gern auf Weihnachten einstimmen. Mit ihrer just veröffentlichten Grußkarte zum Fest, liebevoll umringt von ihrem Gemahl und den Kindern, sucht die Prinzessin von Wales Optimismus auszustrahlen zum Jahresende und ins neue Jahr hinein.

„Ein brutales Jahr“ sei 2024 ja gewesen, hat Prinz William geklagt zu Beginn dieses Winters. Nicht nur ist sein Vater Charles, der König, an einer nicht näher bezeichneten Form von Krebs erkrankt. Kate, Williams Frau, hat sich Anfang des Jahres einer Unterleibs-Operation unterziehen müssen und ist „vorbeugend“ chemotherapeutisch behandelt worden in der Zeit danach. Spekulationen über ihren Gesundheitszustand wollen derweil nicht verstummen. Aber Kate tut, was die Bewunderer der Krone von ihr erwarten. Sie erfüllt, wie der königstreue Teil der Presse gern herausstreicht, „gewissenhaft ihre Pflicht“.

Andrew zur unerwünschten Person erklärt

Schon zu Covid-Zeiten ist sie, mit unfehlbarer Eleganz und stetem Einsatz für gute Zwecke, zur zentralen Figur der Royals und zum absoluten Liebling der Medien geworden. Nun hat sie nach erzwungener Pause begonnen, sich wieder auf öffentlichen Veranstaltungen zu zeigen – wie zuletzt beim Adventsingen in Westminster Abbey, ganz in Rot gekleidet und sehr feierlich, mit der weißen Kerze in der Hand. Der Gottesdienst war all denen im Königreich zugedacht, die „mit Güte und Mitgefühl“ die Nation inspirierten, und die so zeigten, „wie Liebe uns alle verbindet und vereint“. Nicht ganz so eng verbunden fühlt sich die liebe Verwandtschaft freilich einem anderen Mitglied der Royals. Williams Onkel Andrew wurde vom Königshaus bei den diesjährigen Windsor-Festivitäten zur unerwünschten Person erklärt. Er wird auch nicht am traditionellen Gang der Familie zur St Mary Magdalene´s Church teilnehmen.

Together At Christmas carol service 2024 The Prince of Wales, Prince George, Princess Charlotte, Prince Louis and the Princess of Wales during the Together At Christmas carol service at Westminster Abbey in London. Picture date: Friday December 6, 2024. PUBLICATIONxNOTxINxUKxIRL Copyright: xAaronxChownx 78409122
Der Prinz von Wales, Prinz George, Prinzessin Charlotte, Prinz Louis und die Prinzessin von Wales in der Westminster Abbey in London. © IMAGO / Aaron Chown

Charles und die Probleme „seiner“ Kirche

Denn dass der Prinz sich neben dem früheren Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ausgerechnet einen der Spionage verdächtigten chinesischen Geschäftsmann zum engsten Vertrauten wählte, und sich so mitten im Advent schlimme neue Schlagzeilen einhandelte, ist Charles III. einfach zu viel geworden. Als hätte Großbritanniens Monarch nicht schon Probleme genug. Als Oberhaupt der englischen Staatskirche hat Charles schließlich vor kurzem mit ansehen müssen, wie der höchste Geistliche „seiner“ Kirche, der Erzbischof von Canterbury, wegen geringen Interesses an der Ausleuchtung einer üblen Missbrauchs-Affäre zum Rücktritt gezwungen wurde – und wie sich nun auch sein Stellvertreter, der Erzbischof von York, gegen ähnliche Beschuldigungen wehren muss.

Für viele Britinnen und Briten spielt das aber derzeit eine untergeordnete Rolle. Sie schmücken ihre Häuser mit oft schon monströs blinkenden Lichterketten, die ungeachtet der steigenden Strompreise den ganzen Dezember über eingeschaltet bleiben. Hartnäckig hat sich, allen Neuerungen zum Trotz, immerhin die Tradition des Christmas Dinners am 25. gehalten, mit Plumpudding, Truthahn und Christmas Crackern – und der Weihnachtsansprache des gekrönten Staatsoberhaupts im Fernsehen, pünktlich um drei.