Über Monate hinweg am Arbeitsplatz festsitzen und nicht wegkommen? Was wie ein Albtraum klingt, ist für die Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams längst zur Realität geworden. Die beiden NASA-Astronauten flogen am 5. Juni mit einem Starliner ins All und sind seither nicht von ihrer Mission zurückgekehrt.
Spartenchef musste gehen
Bei diesem Flug traten Probleme mit den Triebwerken und Heliumlecks auf. Die US-Weltraumagentur NASA beschloss aus Sicherheitsgründen, die Kapsel ohne Besatzung an Bord zur Erde zurückkehren zu lassen. Ted Colbert, Spartenchef der Boeing im Bereich Raumfahrt, musste daraufhin den Hut nehmen und seine Stelle verlassen.
Für Wilmore und Williams ist die Abberufung Colberts wohl kein Trost. Denn für sie hat sich die Weltraummission unfreiwillig verlängert. Statt der geplanten acht Tage sitzen die beiden nun seit sechs Monaten im All fest. Weil ein erster Rettungsflug scheiterte, wurde die Mission auf acht Monate verlängert.
Im Februar hätten die beiden dann mit zwei Kollegen den Rückflug antreten sollen. Doch auch dieses Vorhaben dürfte nun scheitern. Weder der Starliner noch die Crew seien für eine Rückholaktion Anfang des Jahres 2025 bereit. Die NASA hat bekanntgegeben, dass die beiden Astronauten also noch länger im All ausharren müssen.
Hier hat Elon Musk seine Finger im Spiel. Ein „Starliner“ von Musks Raumfahrkonzern „SpaceX“ hätte die beiden nämlich abholen sollen. Frühestens ist jedoch ein Start erst im März möglich, erwartet wird April. Die NASA meint, es sei die sicherste Option, auf die Kapsel von Musks Konzern zu warten – Wilmore und Williams bleibt ohnehin nichts anderes übrig.