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Walter Röhrl testetMit der Mercedes A-Klasse kann man sich unterhalten

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über die Mercedes A-Klasse.

Überraschend sportlich: Walter Röhrl mit dem A250 von Mercedes © OLIVER WOLF
 

Also, stellen wir dem Auto einmal eine Frage: Hey, Mercedes, mir ist kalt. Die Stimme des Computers antwortet kurz und stellt die Temperatur höher. Man will ein Ziel für das Navigationssystem eingeben - also bitte, einfach aussprechen. Das System reagiert gut, auch wenn es manchmal noch hakt, aber der Fortschritt ist - na, sagen wir es salopp - hörbar.

Für mich ein entscheidender Faktor: Die Sprachsteuerung ist nach dem Wohnzimmer (Alexa und Co) auch drauf und dran, die mobile Welt zu erobern. Das ist gut so, denn das Herumtappen auf den immer größer werdenden Bildschirmen halte ich im Auto für gemeingefährlich, wenn man sich dadurch ablenken lässt. „Hey, Mercedes“ fungiert dabei als sprachlicher Zugangscode für das System.

Modellvorstellung: Mercedes A-Klasse

Die letzte Generation der A-Klasse war optisch für einen Mercedes ziemlich laut, mit jeder Menge Sicken und Kanten versehen – nach einem Paradigmenwechsel darf man ruhig einmal laut „Hallo“ in die Runde sagen.

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Die Unruhe hat ihr Chefdesigner Gordon Wagener jetzt jedenfalls aus dem Blech gebügelt und den 4,42 Meter langen Kompakten um eine ganze Klasse eleganter gemacht. Das spiegelt sich auch im selbstbewussten Blick der optionalen Scheinwerfer mit 18 einzeln ansteuerbaren LED wider.

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Und so viel Platz gab es in einer A-Klasse auch noch nie. Nach allen Seiten hat man als Passagier mehr Luft, und übersichtlicher ist das Steilheck auch geworden. Mehr Schulter-, Ellenbogen- und Kopffreiheit, 30 Millimeter längerer Radstand und ein einfacherer Einstieg in den Fond standen ebenfalls auf der To-Do-Liste. Die Sitze sind auf Wunsch beheizt oder sogar klimatisiert, die vorderen beiden können sogar massieren.

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Im Vergleich zum Vorgänger wuchs der Kofferraum um 29 auf 370 Liter. Da am Heck zweigeteilte Leuchten prangen werden, fällt die Ladeöffnung um ganze 20 Zentimeter breiter aus. Auf Wunsch lässt sich ferner die Fondlehne steiler stellen, damit beispielsweise sperrige Kartons verstaut werden können. Die Rücksitzbank ist serienmäßig im Verhältnis 60:40 teilbar und die Lehnen umklappbar, optional gibt es auch eine dreigeteilte Lehne (40/20/40). Alles in allem: sehr einladend.

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Die erste Sitzprobe im Fünftürer offenbart jedenfalls folgendes: So schön war das Cockpit noch nie. Da sind zum einen die fünf Lüftungsdüsen, aus Aluminium und aussehend wie Turbinen und die edlen Regler für die Bedienung der Klimaanlage. Darüber thront das freistehende Widescreen-Display, wie man es aus der E-Klasse kennt, das in drei Varianten zu haben ist: mit zwei Sieben-Zoll-Schirmen, mit einem Sieben- und einem 10,25-Zoll-Screen und mit zwei 10,25-Zoll-Displays.

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Da merkt man, dass sich der Kompakte ganz klar an den größeren Geschwistern orientiert. Das multifunktionale Lenkrad stammt aus der S-Klasse, das Cockpit ist auf Wunsch mit offenporigem Holz und gebürstetem Aluminium garniert, die Vordersitze können klimatisieren oder massieren. Das Ganze kann man dann mit der Ambientebeleuchtung in 64 Farben inszenieren.

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Marktstart für die A-Klasse ist im Mai mit drei Motorisierungen, im Oktober folgen weitere Triebwerke sowie die Allrad-Versionen. Die Vorhut bilden zwei neue Vierzylinder-Benziner: Der A200 mit 1,4 Liter Hubraum und bis zu 163 PS (kombinierbar mit 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 5,6 l/100 km, 133 g CO2/km) hat eine Zylinderabschaltung.

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Der 2-Liter wirft vom Doppelkupplungsgetriebe verwaltete 224 PS und 350 Newtonmeter in die Waagschale (6 l/100 km, 141 g CO2/km). Beide Benziner kommen mit serienmäßigem Partikelfilter. Ebenfalls neu ist der Vierzylinder-Diesel mit 1,5 Liter Hubraum, bis zu 108 PS und 260 Newtonmetern.

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Als erstes Modell der Stuttgarter erhält die A-Klasse das völlig neue Multimediasystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) mit einem kinderleichten Bedienungssystem für die Generation Tablet. Einzigartig bei diesem System ist seine Lernfähigkeit dank künstlicher Intelligenz und stellt sich auf den Nutzer ein.

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Erstmals kann die A-Klasse in bestimmten Situationen teilautomatisiert fahren. Dafür hat sie das Verkehrsumfeld mit Kameras, Radar und Navigationsdaten genauestens im Blick. Selbstständig Abstand zu Vordermann halten und ihm folgen, dazu kommen Systeme zum Spurwechseln und Notbremsen in Gefahrensituationen. Und das ist nur ein kurzer Auszug aus dem Angebot an Assistenzsystemen.

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Also, A-Klasse neu: Das Auto, das für Mercedes mit der letzten Ausgabe so viel verändert hat, die Marke nachhaltig anders positionierte, geht in die nächste Generation. So etwas ist immer ein schwieriger Schritt, den Mercedes aber entschlossen und konsequent gegangen ist. Vom Design über das Fahrwerk bis zu den Bedien- und Assistenzsystemen.

Erstens beginnen wir mit dem Bediensystem. Mercedes hat sich entschlossen, das Auto zu digitalisieren, es gibt zwei Bildschirme, die in einer ausgeklügelten Grafik informieren und unterhalten - und die Sprachsteuerung eben. Klassische Bedienelemente sind rudimentär an Bord, aber das passt zum großen Ganzen. Das Cockpit ist übrigens übersichtlich und gut gestaltet. Die Assistenzsysteme beeindrucken und geben Sicherheit.

Plus & Minus

+ Fahrmaschine. Ein Mercedes, der die Komfortzone verlässt - zumindest unser A250. Das Auto liegt sehr, sehr gut.
+ Digitalisierung. Die Sprachsteuerung soll mehr Sicherheit bringen - gut so.

- Komfortzone. Der A250 ist kein klassisch komfortabler, gemütlicher Mercedes - das muss man wissen und wollen. Genauso wie die Aufpreisliste.

Beim Design hat man gut daran getan, Klarheit zu suchen: Einfach, einprägsam, klar erkennbar, das ist ein starkes Stück der Designabteilung. Mit allen Konsequenzen: Im Fond hätte ich mir etwas mehr Platz gewünscht.

Mercedes A250

Preis: ab 42.600 Euro, Allrad ab 45.590 Euro.
Motor: Vierzylinder/Benziner, 224 PS; max. Drehmoment 350 Nm bei 1800 U/min; 6,5 bis 6,2 l Verbrauch/kombiniert; 6,6 bis 6,5 l/Allrad; 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe; Allrad/optional; 0 auf 100 km/h 6,2 Sekunden.
Abmessungen: 4419/1796/1440 mm L/B/H.

Fahrerisch ist man einen Schritt weiter gegangen. Man hat die Komfortzone - wie wir es bei unserem 250er-Testwagen gespürt haben - verlassen. Das spürt man nicht nur, wenn man schneller fährt. Das Auto hält sich stark auf der Straße, überzeugt (Lenkung, hervorragende Bremsen) im Detail. Aber von den alten Mercedes-Tugenden (weich, man spürt selten Unebenheiten) hat man sich entfernt. Unser A250 mit 224 PS (gute Kraftentfaltung, feine 7-Gang-Automatik, keine großen Antriebseinflüsse/Lenkung) ist eine sehr sportliche Ausprägung der Mercedes-Philosophie. Aber keine Komfortzone.

Kommentare (2)

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paulrandig
0
1
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Ich bin nicht Michael Knight.

Ich WILL mit dem Auto gar nicht sprechen. Ich will schon gar nicht, dass es mir zuhört!
Kann man das ausschalten auch? Mikrofon abschließen? Internetverbindung unterbrechen? Und einfach nur fahren?

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duesentrieb1
4
2
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So, so

... ich kann mich mit dem Auto unterhalten. Und was soll mir das bringen? Der digitale Wahn ist scheinbar überhaupt nicht mehr aufzuhalten.

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