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Im TestEiskalt erwischt im Elektro-Smart

Zieht euch warm an. Wie sich der Elektro-Smart im Winter schlägt.

Vollelektrisch und offen für städtische Abenteuer: der Elektro-Smart © OLIVER WOLF
 

Wehe, man will warme Füße. Ein laues Lüftchen aus der Heizung kostet auf einen Schlag 30 Kilometer. Der Reichweitenzähler legt einen wahren Zahlensturz hin und dem Fahrer wird daraufhin von selber warm. Nur aus anderen Gründen: Das kann über Ankommen oder Nichtankommen mit dem Elektro-Smart entscheiden.

Deshalb halten wir uns die meiste Zeit auf der städtischen Kurzstrecke nur mit der Sitzheizung warm. Das ist ohnehin gescheiter, geht schneller, spart Strom und hat den netten Nebeneffekt, dass man belohnt wird, wenn man das Lenkrad nach dem Lehrbuch hält. Wer in der Zehn-vor-zwei-Stellung zugreift, bekommt die Finger gewärmt. Aber nur dort, der Rest des Kranzes bleibt kalt. Prädikat: pädagogisch wertvoll.

Autosalon Paris: Smart Fortwo & Forfour Electric Drive

Es gehörte immer zum Grundkonzept von Swatch-Gründer Nicolas George Hayek, dass sich sein zweisitziger Stadtflitzer rein elektrisch fortbewegt. Jetzt ist es soweit: Mit der vierten Auflage sollen die elektrischen Smarts endlich reif für die Masse sein.

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Smart ist künftig der weltweit einzige Autohersteller, der seine ganze Modellpalette sowohl mit Verbrennungsmotoren als auch voll batterieelektrisch anbietet. Das klingt toll, ist es auch, aber man muss natürlich dazusagen, dass die Tochterfirma von Mercedes auch nur zwei Modelle in der Palette hat. Und zwar den zweisitzigen Smartfortwo – verlötet und als Cabrio – und den viertürigen wie -sitzigen Forfour. Erfahrung haben die Winzlinge als Stromer auch schon reichlich, schließlich ist es bereits die vierte Generation für eine reinelektrische Version des Stadtflitzers.

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Im Heck arbeitet ein 60 kW (81 PS) starker Elektromotor, der seine Kraft über eine konstante Übersetzung auf die Räder überträgt. Aus dem Stand stellt er sofort ein Drehmoment von 160 Newtonmetern zur Verfügung.

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Die Reichweite beträgt rund 160 Kilometer, was für das Smartsche Stadtrevier voll ausreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wird daher auch bei 130 km/h zu Gunsten der Reichweite elektronisch abgeregelt – das reicht locker für einen schnellen Hupfer auf die Autobahn.

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Neben dem Basis-Fahrprogramm kann der Fahrer den Eco-Modus wählen. Dieser ist auf eine besonders stromsparende Fahrweise ausgelegt. Dazu ist die Höchstgeschwindigkeit begrenzt, die Fahrpedalkennlinie angepasst und die maximale Rekuperationsstufe fest vorgewählt. Im Schiebe- oder Bremsbetrieb wird Bewegungsenergie des Fahrzeugs in elektrische Energie umgewandelt.

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Vorausschauend arbeitet die radarbasierte Rekuperation, die im Basis-Fahrprogramm aktiv ist. Über einen Radarsensor wird das Verkehrsgeschehen beobachtet und die Rekuperationsstufe passend zur aktuellen Situation gewählt.

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Um Energie zu sparen und noch mehr Reichweite zu gewinnen, verfügt der smart electric drive zudem über eine Vorklimatisierung. So lässt sich der Innenraum zum Beispiel schon auf die gewünschte Temperatur bringen, während das Fahrzeug noch zum Laden an der Steckdose hängt.

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Serienmäßig verfügen alle Modelle über einen neuen On-Board-Lader. In den USA und Großbritannien beträgt die Ladezeit 2,5 Stunden und wurde damit im Vergleich zum Vorgänger halbiert.

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Über die „Smart Control“-App lässt sich der Ladevorgang bequem aus der Ferne überwachen und viele weitere Funktionen wie das intelligente Laden steuern.

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Auf Wunsch ist ab 2017 auch ein besonders leistungsstarker Schnelllader mit 22 kW verfügbar. Dieser ermöglicht volle Akkus in weniger als 45 Minuten.

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Die Smart-Electric-Drive-Modelle toppen die umfangreiche Serienausstattung ihrer konventionell angetriebenen Modellbrüder, denn sie besitzen unter anderem ein Zusatzinstrument mit Powermeter- und Batteriezustands-Anzeige oder auf Wunsch das Winter-Paket mit beheizbarem Lenkrad für höchsten Klimakomfort.

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Einen unübersehbaren Auftritt verschafft einem das Electric-Drive-Design-Paket, bei dem die Tridion-Sicherheitszelle und Außenspiegelkappen in „Electric Green“ lackiert sind. Bei Farben und Sonderausstattungen bleibt generell kein Wunsch offen: Das Individualisierungsprogramm „Brabus Tailor Made“ ist auch für die Stromer erhältlich.

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Der Wendekreis von 6,95 Metern ist unschlagbar, da geht der Winzling fast als Kreisel durch und kann in der Stadt den Platz nutzen, bei dem andere anstehen. Die Batterien im Bauch tun dem Zweisitzer insofern gut, als ihn das Gewicht weniger über die Straßen hoppeln lässt als seine Kollegen von der Verbrenner-Fraktion. Und wenn man so lautlos durch die Stadt säuselt, ist man fast versucht, das Verdeck zurückzufahren, würden einem derzeit nicht prompt Eiszapfen aus der Nase wachsen.

Während zwei auch durchaus größere Erwachsene vorne platztechnisch locker ihr Auslangen finden, muss man sich mit dem winzigen Kofferräumchen abfinden, von dem das Fach für das Ladekabel noch etwas wegzwickt. Das in der Kälte aufzurollen, ist übrigens eine Freude für sich. Da sollte man immer Handschuhe eingesteckt haben.

Smart EQ Fortwo Cabrio

Preise. Ab 26.250 Euro.
Antrieb. E-Motor mit einer Dauerleistung von 41 kW, Maximalleistung 60 kW (82 PS), 160 Newtonmeter maximales Drehmoment.
Akku. Lithium-Ionen-Batterie, 17,6 kWh, Reichweite 145 bis 159 km, Ladedauer 40 Minuten (Wallbox) bis 8,5 Stunden (Haushaltssteckdose).
Maße. 2695/1663/1553 mm L/B/H, 260 bis 340 Liter Kofferraum, 1115 kg Leergewicht.

Wenn es darum geht, Reichweite durch Rekuperation zurückzugewinnen, ist der Smart anders gepolt als die meisten seiner Elektriker-Kollegen, die sich fleißig in die Eisen hauen, um auch nur jeden Funken Strom wieder in die Akkus zu speisen. Allein im Eco-Modus kann man eine leichte Verzögerung spüren, allerdings lässt sich damit kein Kilometerchen hamstern.

Was schade ist, immerhin ist die Batterie - wie sollte es in einem Smart anders sein - kleiner als anderswo und schafft unter Idealbedingungen auf dem Papier eine maximale Reichweite von 160 Kilometern. Und ideal ist der Winter im Allgemeinen und dieser im Speziellen nicht.

Wer zu Hause und vielleicht auch noch am Arbeitsplatz laden kann, wird im städtischen Aktionsradius mit Ausreißern ins Umland dennoch sein Auslangen finden. Muss aber wissen: In der Kälte haben wir mit einer Ladung nicht mehr als 83 Kilometer geschafft. Bei maximal lauwarmen Füßen.

Kommentare (9)

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GordonKelz
2
12
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DAS...

...Elektroauto ist nicht der Antrieb der Zukunft . Das wird uns nur eingeredet !
Gordon Kelz

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scionescio
3
13
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Der eMotor ist aus heutiger Sicht alternativlos ...

... die Energiespeicherung in Akkus ist ökonomischer und leider auch ökologischer Wahnsinn und eine klare Sackgassentechnologie, die die Entwicklung nachhaltiger Energiebereitstellung (zB in Form von Wasserstoff/Brennstoffzelle) nur verschleppt - inszeniert von einer profitgierigen Lobby, die sich an der Naivität/Uninformiertheit von ein paar innovatorischen Annehmern durch die dadurch bedingten Milliardeninvestments der öffentlichen Hand dumm und dämlich verdienen möchte: auf Kosten der Umwelt, der Steuerzahler und echter, nachhaltiger Innovation!

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Miraculix11
2
20
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83 km Reichweite

Für 26.000 €. Wie heißt es doch so schön: Jeden Morgen steht ein Dummer auf - man muss ihn nur finden.

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schadstoffarm
15
4
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obs gscheiter ist

möglichst weite Strecken mit einem Auto zu fahren dessen
Eigengewicht von 1100 kg die Nutzlast von 70kg bei weitem übersteigt sei dahingestellt. Aber wennst wissen willst wie weit 83km sind würde ich dir einen Fußmarsch oder Radtrip empfehlen. Nur so viel:du wirst erstaunt sein.

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scionescio
3
11
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@Schadstoffarm: ein Tesla kostet das vierfache, hat 2,5Tonnen und kommt bei Kälte gerade doppelt so weit ...

... dagegen ist der Smart ja ein grundvernünftiges Fahrzeug für extremen Kurzstreckenverkehr wenn man zuhause eine Lademöglichkeit hat - wenn da nicht der exorbitante Preis und der als Akku getarnte Sondermüll wäre ...

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schadstoffarm
5
3
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Wechselstrom tötet

war seinerzeit das Argument von Edison gegen Tesla. Das Gewicht spielt beim Stromer weniger eine Rolle da es ja die Rekuperation gibt.

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scionescio
3
6
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Gerade das Gewicht ist eines der größten Probleme, weil natürlich jede Beschleunigung Energie verschlingt ...

... und durch die Rekuperation hauptsächlich die Ladezyklen des Akkus verbraucht werden und durch den Reifenabrieb übermäßiger Reifenverschleiß und Feinstaub produziert wird - die Wiederaufladung des Akkus ist minimal und jeder eFahrer weiß, dass du am meisten KM herausschindest, wenn du nicht rekuperierst, sondern das Auto rollen ("segeln") lässt (Rekuperieren zahlt sich nur bergab aus, wenn du dir das Bremsen sparst).
Gewicht erzeugt nettomäßig immer eine deutliche Negativbilanz - warum wohl wurde von BMW beim I3 so extremer Leichtbau betrieben?

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schadstoffarm
3
0
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ich glaub dir das

weil du dich offensichtlich damit beschäftigt hast. Ich gehe vom physikalischen Prinzip aus und erwarte dass die Technik das früher oder später leistet.

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scionescio
2
6
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Ich beschäftige mich nicht nur damit, ich lebe sogar davon;-)

Die Verluste beim Rekuperieren sind vielfältig (Reibungsverluste, mechanische Verluste, Wirkungsgrad des Generators, Innenwiderstand des Akkus, elektrochemische Verluste im Akku, Verluste durch Kühlen/Wärmen/Balancieren des Akkus, Leitungsverluste, Wirkungsgrad des Motors) und in Summe so groß, dass eine Gewichtsreduktion deutlich effizienter ist.
Man wird in naher Zukunft sogar wieder Getriebe in die eAutos einbauen, weil trotz des theoretisch enormen Drehmoments der eMotoren aus dem Stand, die dabei benötigten Ströme kaum effizient zu beherrschen sind.

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