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Walter Röhrl testetDer Peugeot 508 schlägt neue Töne an

Walter Röhrl, Doppel-Rallye-Weltmeister und Kleine-Zeitung-Cheftester, über den Peugeot 508.

Gute Kurven für den 508 und Cheftester Walter Röhrl © OLIVER WOLF
 

Der frische Peugeot 508 stellt einen Neubeginn dar: Der Vorgänger hat sich nie so richtig in den Herzen der Franzosen-Fans festgesetzt - die Bürde für den neuen 508 ist deshalb entsprechend hoch. Der 508 soll die Löwenmarke in der oberen Mittelklasse positionieren, wo der Markt ohnehin schon heiß umkämpft ist.

Beim Design hat man auf alle Fälle Geschmack bewiesen. Schnörkellos, einfach, gefällig, so bringt man es auf den Punkt. Der 508er ist in seiner Klarheit wirklich beeindruckend. Und kleine Designspielereien wie die rahmenlosen Seitenscheiben gehen nicht auf Kosten der Akustik, sondern der neue 508 bleibt ein bemerkenswert geräuscharmes Auto - etwa bei Autobahntempo 130 km/h. Nur wenn der Motor sich anstrengen muss, wird's lauter.

Modellvorstellung: Peugeot 508 SW

Mit nur knapp 1,42 Metern Höhe ist Peugeots neuer Kombi fast genauso flach wie die coupéhafte Limousine, sechs Zentimeter flacher als sein Vorgänger und mit einer Länge von 4,78 Metern fünf Zentimeter kürzer. Seine Premiere gibt der 508 SW auf dem Pariser Autosalon im Oktober, bevor er im Jänner 2019 in den Handel kommt.

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Den schneidigen Auftritt betonen die LED-Scheinwerfer sowie hochwertige Details wie die rahmenlosen Türen und der Verzicht auf eine Dachantenne, die die elegante Linie stören könnte. Die auch tagsüber illuminierten LED-Rückleuchten passen sich an aktuelle Lichtverhältnisse an und zeigen die typischen drei Krallen der Löwenmarke.

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Wer jetzt denkt, die Franzosen hätten die Alltagstauglichkeit auf dem Altar der Schönheit geopfert, der irrt: Die Heckklappe öffnet auf Wunsch elektrisch, der Kofferraum hat ein Volumen von 530 Litern und ist damit fast identisch mit dem des Vorgängerkombis (560 Liter).

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Über den Kofferraum lässt sich die Rückbank im Verhältnis von einem zu zwei Dritteln zusammenklappen. So entstehen eine ebene Ladefläche und ein maximales Kofferraumvolumen von bis zu 1780 Litern. Die Ladekante parkt auf einer Höhe von nur 63,5 Zentimetern und ist von einer Edelstahlleiste geschützt. Bei der GT-Version ist der Laderaum mit Aluminium-Führungsschienen und einem Gepäckraum-Trennnetz ausstaffiert.

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Unter der wohlgeformten Haube arbeiten zwei Ottomotoren und drei Selbstzünder: Der 1,6-Liter-Turbobenziner tritt wahlweise mit 180 oder 225 PS an und ist an eine Acht-Gang-Automatik gekoppelt. Im Eco-Modus kann das Triebwerk automatisch in den Leerlauf wechseln um Sprit zu sparen, wenn das System keinen Druck auf dem Gaspedal registriert. Die Funktion ist in Abhängigkeit von den Fahrbedingungen von 25 km/h bis 130 km/h aktiv.

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Im zweiten Halbjahr 2019 kommt der 508 auch als Plug-in-Hybrid mit einer rein elektrischen Reichweite von 50 Kilometern (im WLTP-Zyklus) bei gleichbleibendem, großzügigem Kofferraum im Vergleich zur Variante ohne Hybridantrieb. Selbstzünderseitig hätten wir den Blue HDI mit 1,5 Litern Hubraum und 130 PS, der wahlweise hangeschalten oder mit Automatik zu haben ist. Letztere ist beim 2-Liter stets an Bord und verwaltet entweder 160 oder 180 PS.

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Wie die Limousine, wartet auch der Kombi mit der jüngsten Evolution des i-Cockpits auf, das aus dem typischen kompakten Lenkrad, dem digitalen Kombiinstrument und einem Touchscreen mit 8 oder zehn Zoll besteht.

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Die Vordersitze tragen das AGR-Gütesiegel und werden auf Wunsch mit Massagefunktion angeboten. In den Fahrzeughimmel sind Leselampen integriert, die wie die gesamte Innenraumbeleuchtung aus LED-Leuchten bestehen. Ein Highlight ist das große, optional bestellbare Panorama-Glasschiebedach.

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Eine große Auswahl an Fahrerassistenzsystemen kommen im 508 SW zum Einsatz. Der Baureihe exklusiv vorbehalten ist das Nachtsichtsystem „Night Vision“, das nachts oder bei eingeschränkter Sicht Lebewesen erkennt, die sich in einer Entfernung von bis zu 200 Metern im Bereich vor dem Fahrzeug befinden.

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Beeindruckend für mich ist der Designansatz im Innenraum: Das Digital-Cockpit ist wirklich mutig in seiner Form, passt aber perfekt ins Bild.

Die Idee vom kleinen Lenkrad finde ich ebenso gut, das vermittelt Agilität. Bloß kann es bei bestimmten Sitzpositionen/Einstellungen passieren, dass das Lenkrad diverse Cockpit-Anzeigen abdeckt. Gut gefallen haben mir die Kipphebel, das Ganze schaut aus wie ein Klavier - und die Funktionen sind einfach abruf- und bedienbar.

Plus & Minus

+ Schaustück. Der Designansatz ist ganz stark: Klar, schnörkellos, einfach gut gemacht. Auch das Interieur überzeugt. Das kleine Lenkrad vermittelt Agilität.
+ Das Erlebnis. Die ganze Abstimmung ist gut und komfortabel.

- Platz da. So fesch das 508er-Konzept ist: Beim Platzangebot muss man Abstriche machen. Vor allem im Fond.

Das ganze Auto erscheint in seiner Dimensionierung (acht Zentimeter kürzer als der alte 508, nur 1,40 Meter hoch) auf den ersten Blick auch durchaus gelungen. Bis man hinten einsteigt. Aufgrund der Form findet man im Fond entsprechend wenig Platz, da gibt es freilich Punkteabzüge. Der 508er ist generell kein Platzwunder.

Modellvorstellung: Peugeot 508

Der neue Peugeot 508 ist keine klassische viertürige Limousine mehr, sondern nun mit einem Fastback und coupéhafter Linie wesentlich schnittiger unterwegs. Und das nicht nur, weil er nur mehr knapp 1,4 Meter hoch ist.

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Da wären zum Beispiel die hochkant gestaltete Signatur der Tagfahrlichter, die die Scheinwerfer einrahmen (beides LED), die ziemlich unübersehbar ist. Die schmalen Glasflächen heben die schlanke Silhouette der 4,75 Meter langen Limousine hervor und bringen die rahmenlosen Türen zur Geltung.

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Im Heck steckt eines der besonders originellen Merkmale des 508: Die geschickt kaschierte Heckklappe bietet komfortablen Zugang zum Kofferraum mit einem Gesamtvolumen von 487 Litern.

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Wie wir es bereits von 208 bis 5008 kennen, bekommt nun auch das Flaggschiff Peugeots i-Cockpit verpasst, zu dem das kompakte Lenkrad, ein kapazitiver 8- oder 10-Zoll-Touchscreen und die 12,3 Zoll große Digitalanzeige zählen, die man beliebig konfigurieren kann.

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Die feschen sieben Toggle-Switches in Klavierlack sind in der Mitte des Armaturenbretts angeordnet und steuern wichtige Funktionen quasi per Kurzwahl an. Viele Ablagen (bis 32 Liter) sind im Innenraum verteilt. Das Panorama-Schiebedach fährt nach außen auf und lässt viel Licht herein.

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Mit dem System „Amplify“ stellt sich das Auto auf die Stimmung des Fahrers ein – oder zumindest zwei, und zwar „Boost“ zum Beleben und „Relax“ zum Entspannen. Die Augen spricht die wählbare Intensität der Beleuchtung und der Bildschirmfarbe an, die Ohren die Parameter zur Einstellung der Musik und den Tastsinn die Mehrpunkt-Massage der Sitze.

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„Amplify“ bietet auch den Zugriff auf die Auswahl der Fahrmodi (Eco/Sport/Komfort/Normal). Ist das Fahrzeug mit der aktiven Federung ausgestattet, kommt die Dämpfersteuerung hinzu.

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Zum Marktstart im Oktober tritt der 1,6-Liter-Benziner in Kombination mit dem neuen Achtgang-Automatikgetriebe in den Leistungsstufen mit 180 oder 225 PS an. Letztere Motorisierung ist der GT-Version vorbehalten.

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Der Diesel mit 1,5 Litern Hubraum hat 130 PS und ist wahlweise von Hand oder automatisch geschalten. Der 2-Liter-Selbstzünder klotzt mit 160 oder 180 PS.

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Und dann wäre da natürlich noch das ellenlange Kapitel elektronischer Assistenten, in dem das Nachtsichtsystem „Night Vision“ besonders hervorgehoben werden muss. Dank einer Infrarot-Kamera erkennt es Lebewesen, die sich nachts oder bei eingeschränkter Sicht in einer Entfernung von bis zu 200 bis 250 Metern im Bereich vor dem Fahrzeug befinden und blendet sie im Kombiinstrument ein.

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Bei der Fahrwerksabstimmung aufgefallen: Grundsätzlich ist der 508 komfortabel aufbereitet, die Fahrmodi sind voneinander zu unterscheiden. Die Lenkung passt. Bei den Motoren würden wir uns für den 180-PS-Diesel entscheiden, er erfüllt die Euro-6d-Temp-Vorgaben und seine 400 Nm Drehmoment sind nicht zu verachten.
Bei der Karosserieform wäre ich eher für den Kombi aufgrund des Platzangebots. Bei den Sicherheitssystemen ist das Nachtsichtsystem Night Vision erwähnenswert: Lebewesen werden auf eine Entfernung von über 200 Metern erkannt.

Übrigens: Ab 2019 kommt ein 508er mit einem Plug-in-Hybrid (50 Kilometer E-Reichweite).

Peugeot 508

Preis. Ab 42.850 Euro für den 180-PS-Diesel. Basismodell 130-PS-Diesel/6-Gang-Schaltung ab 34.150 Euro.
Motor. 1997 ccm; 180 PS bei 3750 U/min; max. Drehmoment 400 Nm bei 2000 U/min; Euro 6d-Temp; Achtgang-Automatik.
Antrieb. Frontantrieb.
Fahrleistungen. 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden.
Verbrauch (kombiniert) 4,7 l/100 km.

 

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