Der neue elektrische Fiat 500Das ist eine Ansage für ein E-Auto: Ein Cappuccino reicht für 50 Kilometer

Dolce Vita trifft grünes Gewissen: Der neue Fiat 500 kommt als Elektroauto - wir durften als Erste schon damit fahren.

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Der neue, elektrische Fiat 500 © FIAT
 

Chefdesigner Klaus Busse redet nicht um den heißen Brei herum: „Das Design-Motto, jetzt macht mal Platz ihr ganzen Fußgänger und Radfahrer, zieht nicht. Es geht heute um eine ganz andere Botschaft: Ich bin Teil eurer urbanen Gemeinschaft.“

So treuherzig wie der neue 500er jetzt dreinschaut, liegt Busse goldrichtig: Das Auto ist zwar gewachsen (rund sechs Zentimeter länger, auch breiter), aber das neue Frontdesign und historische Anspielungen machen den E- 500er süßer denn je. Weil der E-Motor keinen herkömmlichen Kühlergrill braucht, konnte man etwa das Frontdesign der ersten 500er-Generation interpretieren und in die Gegenwart bringen.

Modellvorstellung: Fiat 500

Wenn ein Auto die Elektromobilität zur Herzensangelegenheit machen kann, dann der der neue Fiat 500. Man schaue sich nur den Augenaufschlag der traditionell runden Glubsch-Scheinwerfer an.

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Ja, richtig gelesen, nach 13 Jahren stellen die Italiener als Ablöse die dritte Generation in die Auslage – und zwar ausschließlich mit Batterieantrieb. Mit Verbrennungsmotor und der neuen Hybridversion bleibt die alte Version weiter im Programm.

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Die von der EU vorgeschriebene akustische Warnung im niedrigen Geschwindigkeitsbereich ist nicht einfach ein Geräusch, sondern die Titelmelodie aus Federico Fellinis Film „Amarcord“.

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Für seine Metamorphose zum Stromer steht der 500er auf einer ganz neuen Plattform und ist leicht gewachsen, bleibt aber unter der 4-Meter-Marke: Die Karosserie ist jeweils sechs Zentimeter breiter und länger geworden, der Radstand streckt sich um zwei Zentimeter.

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Denn irgendwo muss er ja Platz finden, der Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 42 kWh, der für eine Reichweite von bis zu 320 Kilometern (gemessen nach dem strengeren WLTP-Zyklus) gut sein soll. Der Elektromotor leistet bis zu 87 kW (118 PS), was das Zwergerl in 3,1 Sekunden von 0 auf 50 km/h schnepft. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 150 km/h begrenzt.

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Für das Stromern kennt der 500er drei Fahrmodi: „Normal“ ist wenig überraschend normal, bei „Range“ wird stark rekuperiert, weshalb man Beschleunigen und Bremsen alleine mit dem Gaspedal steuern kann.

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Und dann gibt es da noch die Einstellung namens „Sherpa“: Da tut der Zweitürer alles in seiner Macht stehende, um die Reichweite zu strecken und das im Navi hinterlegte Ziel zu erreichen. Das Tempo auf maximal 80 km/h begrenzen und alle Verbraucher abdrehen, zum Beispiel.

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Beim Thema Laden ist der Kleine äußerst kompetent: Das DC-Schnellladesystem saugt mit bis zu 85 kW am Stromnetz und kann in fünf Minuten rund 50 Kilometer Reichweite tanken. Der CCS2-Anschluss verarbeitet Gleich- und Wechselstrom, mit dem Mode-3-Kabel wird letzterer dreiphasig mit bis zu 11 kW gezutzelt. Die Wallbox für Zuhause wird auf Wunsch mitgeliefert.

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Der Innenraum ist jetzt wesentlich luftiger und nutzt den durch den Wegfall der Schalthebelkonsole frei gewordenen Platz zwischen den vorderen Sitzen für zusätzliche Ablageflächen.

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Freistehend prangt auf dem Armaturenbrett der 10,25 Zoll messende Touchscreen des nagelneuen Infotainmentsystems „Uconnect 5“, das so ziemlich alle Stückerln spielt. Die Sitze sind entweder mit Kunstleder bezogen oder mit Stoffen aus recyceltem Kunststoff, der bis vor kurzem noch im Meer geschwommen ist.

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Und alleine die Idee, den leise surrenden E-500er bis 20 km/h mit Klängen aus dem Fellini-Film „Amarcord“ zu untermalen, um Fußgänger vor dem leisen E-Auto zu warnen, ist Klasse.

Technisch betrachtet schaut’s so aus: Fiat setzt auf eine größere 42-kWh-Batterie, die Reichweiten bis zu 330 km ermöglichen soll. Damit liegt man klar vor der unmittelbaren Konkurrenz, wie etwa dem Mini.

Das Cockpit, voll vernetzt Foto © FIAT

Bei unserer ersten Ausfahrt in und um Turin war im Idealfall knapp ein 300er drin. Das Auto fährt sich gut (87 kW Leistung), nur die Lenkung ist etwas gefühllos. Los geht‘s übrigens per Knopfdruck, es gibt unterschiedliche Fahrschalter (vorwärts/rückwärts).

Schnell klar wird auch, wie bei jedem E-Auto: Je besser man im Verkehr „mitschwimmt“, und die Rekuperation ausnützt, desto näher kommt man den versprochenen Idealwerten. Klimaanlage mit voller Leistung, schnellere Bergauffahrten etc. fressen mehr Energie, dann liegt man freilich unter den erhofften Werten.

Nachgeladen wird mit bis zu 85 kW, da gehen sich in fünf Minuten ein Cappuccino und 50 km Reichweite aus. Immerhin.

Reichweiten von mehr als 300 Kilometern sollen drinnen sein Foto © FIAT

Bei den Fahrmodi gibt es Normal, Range (Ein-Pedal-Fahren/hohe Rekuparation) sowie Sherpa, wenn’s eng wird - dann läuft alles auf Basisbetrieb und man wird zur nächsten Ladestation geführt. Wir favorisieren den Range-Modus, das Ein-Pedal-Fahren und das Achten auf den Verbrauch wird zur sportlichen Herausforderung, die richtig Spaß machen kann.

Preis: ab 34.900 Euro, es gibt auch weitere nachhaltige Lösungen für das grüne Gewissen, wie Polsterbezüge aus wiederverwerteten Plastikflaschen etc. Der aktuelle 500er mit Verbrenner- und Hybridantrieb wird übrigens weiter produziert.

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Danke für Ihr Verständnis.

Ragnar Lodbrok
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Deswegen werden E Autos nicht den

Sprung nach oben machen. 35.000- für Sondermüll.... da lobe ich mir meinen Diesel - der fährt 900 km mit einem Tank - und in 3 Minuten gehts weiter. Sorry - aber Elektromibilität ist selbstbetrug...

pescador
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Nein

Elektro im Nahverkehr bzw. innerstädtisch ist sicher ok. Die Mobilität der Zukunft wird eine Mischung aus mehreren Systemen sein. Wobei der Verbrenner sicher noch lange nicht ausgedient hat. Aber je nach Anforderungsprofil wird es künftig mehrere Antriebssysteme geben.

Plantago
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DAS Auto für Chuck Norris:

einfach süß.

tannenbaum
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Das

ist echt eine Ansage! Alle 50km einen Cappuccino! Wie viele Tage brauche ich nach Zadar?

Carlo62
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Sinnerfassendes Lesen...

...ist nicht so Deins, oder?

melahide
1
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Dieses Jahr

Mit den Grenzkontrollen sicher länger als mit Ladepausen

DergeerderteSteirer
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Einen 500er für knapp 35.000 Euro, das ist heftig,.......

Lifestyle schon, aber um den Preis ?!?
Für Normalverbraucher und Fahrer welche ein Auto z. B. am Tag im Umkreis von ca. 40 km bewegen rechnerisch und vom Nutzverhalten her nicht rentabel da der "Preis" die "Musik" macht, das "IN" sein muß in dem Fall teuer bezahlt werden!

benkoe
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Ganz genau

Um 35k aufwärts kauf ich mir nie so ein Spielzeugauto, sondern da kriegst schon eine 1-2 Jahre alte Mercedes E Klasse oder ein ähnlich gleichwertiges Fahrzeug in Top Zustand, und solche Autos halten im Normalfall wenigstens 'ewig' . Aber ja, wers hat für den vielleicht als Drittwagen.

melahide
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Ich

bin Otto Normalverbraucher. Gut, so wie früher täglich von Hartberg nach Graz pendeln, würde ich mit so einem Auto nicht. Weil der steht dann echt jeden zweiten Tag zum Laden. Auf der anderen Seite, würd ich gar nicht mehr pendeln wollen. Wenn dann mit Zug.

Wir fahren ja fast nur im Umkreis von 100 km (Ausflüge, Familie besuchen), 1-2 mal im Jahr gehts „weiter“ auf Urlaub. So wie früher mit Mitte 20, 12 Stunden am Stück nach West-Frankreich. Ähm, mag ich heute nicht mehr. Wir machen nach 2 1/2 Stunden fahrt in den Urlaub immer eine kleine Pause. Füße vertreten, Kaffee trinken, Toilette, frische Luft. Derweilen ladet das Auto wieder auf. Tut nicht so weh ...

Und irgendwann findet man bessere Lösungen, dann haben die Autos 600 km Reichweite und werden aus Rohstoffen erzeugt, die es hier gibt ... und kosten hoffentlich weniger

DergeerderteSteirer
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"kosten hoffentlich weniger".... @melahide,......

Diese Freude werden Sie dir nicht machen...... ;-)

scionescio
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@Geerdeter Steirer: diese Fahrzeuge sind ja auch nicht für Otto Normalverbraucher gedacht, sondern mehr als Drittauto für die Zahnarztgattin ...

... und teilt sich dann den Platz mit dem Porsche Cayenne (natürlich Hybrid wegen dem Klimawandel) und dem Cabrio für die Tochter zur Fahrt auf die Uni ...
Statt dem Klimawandel entgegenzuwirken, werden einfach zusätzlich Ressourcen verschwendet und Sondermüll angehäuft ... und die Steuerzahler dürfen diesen Live-Style-Schwachsinn für Reiche auch noch subventionieren ...

DergeerderteSteirer
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@scionescio, ......

hervorragend interpretierter Sarkasmus der dem Nagel auf den Kopf trifft!!
Gekauft wird heutzutage eh nur mehr ein Viertel der Fahrzeuge und der Rest ist geleast!
Ich hab's halt nach "Old School" lieber wenn das Kfz mir gehört welches ich mit erspartem (erarbeitetem) erwerbe, sonst gehört die Kiste der Bank bzw. der Leasingfirma!!