Ineos GrenadierDer Offroader mit Grazer Wurzeln bekommt eine Brennstoffzelle

Der bei Magna Steyr in Graz entwickelte Ineos Grenadier soll Ende 2021 den Geist des alten Land Rover Defender wieder aufleben lassen.

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Der Ineos Grenadier ist dem Defender wie aus dem Gesicht geschnitten © INEOS Automotive
 

So mancher wird ihn bei den Erprobungen auf dem Schöckl oder den Grazer Straßen schon gesehen haben. Der Ineos Grenadier, einen Geländewagen des alten Schlags, der einem auf den ersten Blick bekannt vorkommt - und auf den zweiten dann doch wieder nicht.

Der Grenadier steht für eine streng der Funktion folgenden Karosserie, unter der Leiterrahmen, Starrachsen, sperrbare Differenziale und Allradantrieb ans Werk gehen. Für die Entwicklung hat sich Ineos das Know-how von Magna Steyr ins Boot geholt. Bei den Motoren bedienen sich die Engländer bei den Bayrischen Motorenwerken: Der Diesel (249 PS) und der Benziner (285 PS) haben hüben wie drüben sechs Zylinder, drei Liter Hubraum und sind an eine Acht-Gang-Automatik von ZF gekoppelt.

Modellvorstellung: Ineos Grenadier

Er ist dem altehrwürdigen und 2016 ausgelaufenen Land Rover Defender wie aus dem Gesicht geschnitten. Aber das war auch die Idee hinter dem Ineos Grenadier. Er soll als unverwüstliches Arbeitstier und Abenteurer da anknüpfen, wo sein Vorbild aufgehört hat.

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Streng der Funktion folgende Karosserie unter der Leiterrahmen, Starrachsen, sperrbare Differenziale und Allradantrieb ans Werk gehen. Für die Entwicklung zur Serienreife hat sich Ineos das Know-how von Magna Steyr ins Boot geholt. Bei den Motoren bedienen sich die Engländer bei den Bayrischen Motorenwerken: Die Sechzylinder-Diesel und -Benziner sind hüben wie drüben an eine Acht-Gang-Automatik von ZF gekoppelt.

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Prototypentests laufen bereits, 1,8 Millionen Kilometer muss der Grenadier in der Erprobung auf der Straße und im Gelände zurücklegen. Gebaut soll der Kraxler in Großbritannien werden und die Produktion Ende 2021 anlaufen. Zudem ist eine Anlage für die Vormontage von Fahrwerk und Karosseriekomponenten in Portugal geplant.

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Wer einen Grenadier bestellt, der ordert quasi ein weißes Blatt Papier, dass sich mit diversem Zubehör individuell Richtung Arbeit oder Freizeit gestalten lässt. Der Innenraum soll sich mit dem Schlauch abspritzen lassen, die vorderen Kotflügel werden vom Hersteller (selbstverständlich nur dann, wenn sich das Auto nicht bewegt) ausdrücklich als Sitzgelegenheit empfohlen. Am Heck kann eine Leiter als Zugang zum Dach montiert werden.

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An den Türen prangen solide Schutzstreifen oder eine optionale Leiste, an der Zubehör wie ein Reservekanister angebracht werden kann. Als Reinkarnation des Defender hat der Grenadier natürlich auch die charakteristische, seitlich angeschlagene Hecktüre, an der man das Reserverad montieren kann. Allerdings ist sie beim Ineos zweigeteilt.

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Externe Verkabelung mit Anschlussmöglichkeiten vorne und hinten am Dach ist serienmäßig. So können Zusatzleuchten, Arbeitslampen oder Lichtbalken einfach betrieben werden.

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Die Frontscheinwerfer sind links und rechts baugleich, was Wartung und Teileverfügbarkeit vereinfacht. Auch die Heckleuchten nutzen eine gemeinsame Einheit. Die Nutzlast soll bei einer Tonne liegen, die Anhängelast bei 3,5 Tonnen. Und er erfüllt auch das Gardemaß der Arbeitstiere: Eine Euro-Palette passt hinein.

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Aber da kommt noch mehr: Bereits Ende 2022 soll der erste Prototyp des Grenadier mit Brennstoffzellen-Antrieb in die Erprobung gehen. Warum das so ist, ist schnell erklärt: Der Mutterkonzern Ineos ist aktuell Europas größter Betreiber von Elektrolyseanlagen zur Herstellung von reinem und kohlenstoffarmem Wasserstoff. Das Unternehmen produziert und nutzt bereits jährlich 400.000 Tonnen kohlenstoffarmen Wasserstoff, was dem Verbrauch von mindestens zwei Milliarden Litern Diesel entspricht. Mehr als zwei Milliarden Euro will man künftig in neue Wasserstoffproduktionen europaweit zu investieren.

Der Geländewagen ist dem altehrwürdigen und 2016 ausgelaufenen Land Rover Defender wie aus dem Gesicht geschnitten. Aber das war auch die Idee hinter dem Ineos Grenadier. Er soll als unverwüstliches Arbeitstier und Abenteurer da anknüpfen, wo sein Vorbild aufgehört hat.

Der Arbeitsplatz im Ineos Grenadier Foto © INEOS Automotive

Hinter Ineos Automotive steht der britische Milliardär Sir Jim Ratcliffe. Die 2017 gegründete Fahrzeugsparte ist ein Tochterunternehmen seines Chemie-Konzerns Ineos Group, die 23.000 Menschen in 26 Ländern beschäftigt. Der öffentlichkeitsscheue Unternehmer gilt als Autonarr und Abenteurer mit einem Faible für hemdsärmelige Offroader. Zunächst wollte er den Land Rover Defender nach dessen Produktionsende einfach weiterbauen. Ein Projekt, dem Jaguar Land Rover eine Absage erteilte.

Also machte er sich daran, ein eigenes Auto im Geiste des Kultkraxlers zu entwerfen. Die ersten Ideen dafür will Ratcliffe in seinem Londoner Lieblingspub „The Grenadier“ auf einem Bierdeckel skizziert haben. Wenn es nicht wahr ist, so ist es immerhin gut erfunden – und der Name ist geblieben.

Modellvorstellung: Land Rover Defender

Der neue Land Rover Defender ist auf den ersten Blick erkennbar. Statt dem Trend zum lifestyligen SUV zu folgen (wie die ersten Studien vermuten ließen), verbeugt sich der neue nicht nur was die Silhouette angeht vor seinem Urahn aus dem Jahr 1948.

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Die Hecktüre ist seitlich angeschlagen, wie es sich gehört, prangt darauf das Reserverad und es gibt den Offroader wieder in zwei Längen. Optional lieferbar ist ein Stoff-Faltdach, das sich über das gesamte Dach erstreckt.

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Als 110 mit fünf Türen und bis zu sieben Sitzen (4758 mm Länge), als 90 mit kürzerem Radstand (2587 mm, Länge 4323 mm), drei Türen und bis zu sechs Plätzen kommt er Ende 2020. Genauso wie verschiedene Modellversionen für den kommerziellen Einsatz. Im 110er liegt das Laderaumvolumen hinter der zweiten Sitzreihe bei 1075 Litern. Klappt man sie um, werden 2380 daraus.

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Um seinen hemdsärmeligen Charakter zu betonen, zeigt der Defender im Innenraum bewusst Strukturelemente und Befestigungen, die normalerweise kaschiert werden, und staffiert den Boden mit abwaschbaren, gummierten Belägen aus.

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In der Welt der Pkw ebenso ungewöhnlich ist die Platzierung des Schalthebels am Armaturenbrett, aber so entsteht Platz für den optionalen mittleren Klappsitz in der ersten Reihe, wodurch drei Passagiere vorne sitzen können.

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Aber der Geländegänger kann natürlich auch digital: So hat er als erstes Modell der Marke das neue Infotainment-System „Pivi Pro“ an Bord, das über einen Touchscreen gesteuert wird. Updates der Software werden „over the air“ eingespielt.

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Die Basis des neuen Defender bereitet „D7x“, die speziell für das Modell neuentwickelte und besonders steife Karosseriearchitektur aus Aluminium, die als Grundlage für die Fahrwerks mit Einzelradaufhängung mit Luft- oder Schraubenfedern dient. Blattfedern haben endgültig ausgedient, weshalb wir auch ohne Probefahrt versprechen, dass sich auf der Straße für Defender-Fahrer ganz neue Welten auftun werden.

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Bei den Motoren ist folgendes gesetzt: Der 2-Liter-Turbodiesel liefert 200 oder 240 PS, der Benziner mit gleich vielen Brennräumen und Hubraum kommt auf 300 PS. Darüber rangiert ein Reihensechszylinder-Turbobenziner mit 400 PS, dem eine Mild-Hybrid-Antrieb unter die Nockenwellen greift. Nächstes Jahr schiebt Land Rover noch einen Plug-in-Hybrid hinterher.

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Allrad ist bei allen Varianten Ehrensache. Zweistufiges Verteilergetriebe, sperrbares Mittendifferenzial und als Option ein aktives Hinterachs-Sperrdifferenzial inklusive. Die Bodenfreiheit beträgt 291 Millimeter. Im Fall des 110ers bedeutet das: vordere Böschungswinkel 38 Grad, Rampenwinkel 28 Grad, hinterer Böschungswinkel 40 Grad, Wattiefe von 900 Millimetern und maximale 3,5 Tonnen Anhängelast. Sag niemals SUV zu ihm.

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Wenn es ans Konfigurieren geht, sollte man genügend Zeit einplanen: Zu den vier Zubehörpaketen „Explorer“, „Adventure“, „Country“ und „Urban“ kommen zig Optionen, Zubehör- und Ausstattungsdetails. So kann der Defender beispielsweise mit einer fernbedienbaren Elektrowinde bestückt werden. Oder mit Dachzelt und ausfahrbaren wasserfesten Sonnensegeln. Oder mit einer Anhängezugvorrichtung. Oder ...

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Prototypentests laufen bereits, 1,8 Millionen Kilometer muss der Grenadier in der Erprobung auf der Straße und im Gelände zurücklegen. Gebaut soll der Kraxler im ehemaligen Mercedes-Benz-Werk im französischen Hambach werden und die Produktion Ende 2021 anlaufen. In diesem Werk wird derzeit der elektrische Smart Fortwo gefertigt, das wird Ineos als Auftragsfertigung fortsetzen - weshalb auch schon von einem kleinen Elektro-Ableger der Marke die Rede war. Erste Auslieferungen des Grenadier sind ab Juli 2022 geplant.

Wer einen Grenadier bestellt, der ordert quasi ein weißes Blatt Papier, dass sich mit diversem Zubehör individuell Richtung Arbeit oder Freizeit gestalten lässt. Der Innenraum soll sich mit dem Schlauch abspritzen lassen, die vorderen Kotflügel werden vom Hersteller (selbstverständlich nur dann, wenn sich das Auto nicht bewegt) ausdrücklich als Sitzgelegenheit empfohlen. Am Heck kann eine Leiter als Zugang zum Dach montiert werden.

An den Türen prangen solide Schutzstreifen oder eine optionale Leiste, an der Zubehör wie ein Reservekanister angebracht werden kann. Als Reinkarnation des Defender hat der Grenadier natürlich auch die charakteristische, seitlich angeschlagene Hecktüre, an der man das Reserverad montieren kann. Allerdings ist sie beim Ineos zweigeteilt. Externe Verkabelung mit Anschlussmöglichkeiten vorne und hinten am Dach ist serienmäßig. So können Zusatzleuchten, Arbeitslampen oder Lichtbalken einfach betrieben werden.

Die Frontscheinwerfer sind links und rechts baugleich, was Wartung und Teileverfügbarkeit vereinfacht. Auch die Heckleuchten nutzen eine gemeinsame Einheit. Die Nutzlast soll bei einer Tonne liegen, die Anhängelast bei 3,5 Tonnen. Und er erfüllt auch das Gardemaß der Arbeitstiere: Eine Euro-Palette passt hinein.

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Danke für Ihr Verständnis.

awurzi
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Frankreich

Hambach gehört seit 1918 nicht mehr zu Deutschland, sondern wie die ganze Region Lothringen, zu Frankreich.

Kleine Zeitung
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Ort

Sehr geehrte(r) awurzi,
herzlichen Dank für den Hinweis, Sie haben mit Ihrer Anmerkung recht. Wir entschuldigen uns für den Fehler und haben ihn bereits ausgebessert.
Mit freundlichen Grü´ßen aus der Redaktion

Elli123
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Klima-Krise

Warum wird hier Werbung für einen Klima-Killer gemacht? Wenn es sich um eine bezahlte Anzeige handelt, sollte das auch gekennzeichnet werden!

CuiBono
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The Genuine Follower

MUSS (auch) eine Alu-Karosserie haben.

Hat er die?

Falls nicht erübrigt sich jede weiter Diskussion!