Interview mit Seat-Boss Wayne Griffiths''Unser Cupra el-Born fährt sich anders als andere E-Autos''

Mit Oktober 2020 hat Manager Wayne Griffiths die beiden Marken Seat und Cupra übernommen. Seine erste Zwischenbilanz.

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Wayne Griffiths, Präsident von Seat und Cupra © SEAT
 

Nach dem Wechsel von Luca de Meo zu Renault ist Wayne Griffiths ist seit mehr als 100 Tagen Präsident von Seat und Cupra: seine Pläne, seine Mobilitätsvisionen – das sagt er über ...

... die erste Bilanz.
WAYNE GRIFFITHS: Ich habe das Unternehmen mitten in der zweiten Coronawelle übernommen. Gerade Spanien wurde viel härter getroffen. Dass unsere Werke weiterlaufen, war eine echte Herausforderung – wir testen, glaube ich, mehr als jedes andere Unternehmen in Spanien. Wir sind gerade inmitten der Elektrifizierung unserer Fahrzeugpalette und bereiten uns auf das zweite Halbjahr mit der Einführung des vollelektrischen Cupra el-Born vor.

... die Differenzierung der Marken: Wird Cupra das Herz der Marke und Seat das Gewand für den Alltag?
GRIFFITHS: Die Marken unterscheiden sich schon von den Altersgruppen her, wir haben die jüngsten Käufer von Neuwagen in der Branche. Bei Seat sind wir bei rund 43, bei Cupra unter 50. Seat ist die Einstiegsmarke in den Volkswagenkonzern, wir haben auch die höchste Eroberungsmarke von anderen Marken, wir waren die schnellstwachsende Automarke vor Corona. Dazu kommt eben Cupra, sportlich positioniert zwischen Masse und Premium. Mit Seat werden wir in Zukunft an den Kundenwunsch angepasste Mobilitätskonzepte vertreiben. Cupra werden elektrische Autos für den Besitz, für den Autoliebhaber sein.

... Emotionen aus dem Elektro-Baukastensystem von VW.
GRIFFITHS: Differenzierung wird schwieriger, aber es wird sie geben: Kraft auf Abruf, auch der elektrische Allrad wird Thema der Differenzierung sein, ein Thema ist die Rekuperation oder das Handling. Ich würde auf unseren Cupra el-Born warten: Das Auto fährt sich anders als andere E-Autos.

... den Wandel zum Mobilitätskonzern, der Mobilität verkauft wie Netflix Filme und Serien.
GRIFFITHS: Zuerst haben wir mit dem Elektroscooter den ersten großen Schritt gemacht, wir bieten in Barcelona ein eigenes Sharingmodell an. Jetzt geht es darum, verschiedene Mietmodelle zu entwickeln. Aber zuerst müssen wir wissen: Sind diese Ideen Geschäftsmodelle, die so umsetzbar sind und uns Geld bringen? Der Minimo wird erst dann kommen, wenn wir das wissen – durch Corona verzögert sich alles.

... neue Geschäftsmodelle, etwa für das Wochenende das volle Lichtsystem für einen gewissen Betrag freischalten zu lassen oder ein paar Extra-PS.
GRIFFITHS: Das Allerwichtigste bei den Systemen ist zuerst die Vollintegration des Mobiltelefons. Das können wir. Dann kommen die Optionen, die Sie ansprechen. Ich glaube nicht, dass ein Kunde zum Beispiel eine Sitzheizung für ein Wochenende kaufen wird. Es geht vielmehr darum, Leistungen bereitzustellen, die aus der Cloud kommen, Informationsdienste etwa.

... frische Modellpläne und die Veränderungen durch die neuen EU-Vorgaben.
GRIFFITHS: Der Markt wird durch die Steigerungsraten beim Plug-in-Hybrid geprägt sein. Wir setzen das beim Seat Tarraco genauso um wie beim Cupra Formentor oder beim Leon. Was die Seat-Modelle betrifft: Arona und Ibiza werden heuer erneuert, dann ist Seat komplett frisch aufgestellt. Bei Cupra ist es der Formentor, der die Marke verkörpert – dann kommt der el-Born, unser Elektroauto. Dann wollen wir den Tavascan, einen voll elektrischen SUV umsetzen – ein Traumprojekt von uns.

... die Zukunft des Verbrenners.
GRIFFITHS: Sie werden auch nach 2030 in Europa noch eine Rolle spielen - auch wenn es dann mehrheitlich eine elektrifizierte Mobilität geben wird.

... ein neues E-Stadtauto.
GRIFFITHS: Gegen 2025. Es gibt die Option, dass wir das Auto auch in Spanien bauen.

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