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Mythos und WahrheitDas Elektroauto im Faktencheck

Reichweite, Lademöglichkeiten und Förderungen: Der ÖAMTC beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Elektromobilität.

© bluedesign/stock.adobe.com (Oliver Boehmer)
 

Knapp 21.000 Elektroautos waren Ende 2018 in Österreich laut Statistik Austria angemeldet. Auch wenn Verbreitung und Akzeptanz stark zugenommen haben – vor zehn Jahren lag der Bestand in Österreich noch bei 146 E-Autos – herrscht bei den Konsumenten nach wie vor eine gewisse Unsicherheit, die ein größeres Plus bei den Neuzulassungen verhindert.

Der ÖAMTC hat sich die wichtigsten Fragen rund um das Elektroauto angesehen und gibt sachliche und verlässliche Antworten zu Themen wie Reichweite, Ladung, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit.

  1. Wie hoch ist die Reichweite eines E-Autos? "Grundsätzlich hängt die Reichweite sehr stark von Fahrer und Außentemperatur ab. Eine bedeutende Rolle spielt natürlich auch die Größe der Batterie: Je größer, desto weiter kommt man", erklärt ÖAMTC-Cheftechniker Thomas Hametner. Weil die Akkugröße gleichzeitig maßgeblich für den Anschaffungspreis ist, sieht der ÖAMTC den breiten Einsatz von E-Autos eher im Stadtverkehr, wo kleinere und damit günstigere Batterien ausreichen.
  2. Muss ich beim Fahren etwas beachten? Zunächst sollte man checken, ob der Ladezustand ausreichend für die Fahrstrecke ist. Ist man unterwegs, fährt sich ein E-Auto einfach und angenehm. Schalten ist nicht notwendig, die ganze Kraft des Motors steht bei jeder Drehzahl und Geschwindigkeit voll und mit maximalem Drehmoment zur Verfügung. "Der größte Unterschied zum herkömmlichen Fahrzeug liegt in der Rekuperation, also der Rückgewinnung von Bewegungsenergie. Wenn man den Fuß vom Fahrpedal nimmt, verzögert das Fahrzeug und die daraus gewonnene Energie lädt den Akku. Bei vorausschauender und geschickter Fahrweise kommt man so mit relativ wenig Bremsen aus", sagt der ÖAMTC-Experte.
  3. Wo kann ich mein E-Auto laden? Unterwegs lädt man an einer E-Ladesäule. Weil die Anzahl der Ladepunkte deutlich geringer ist als die der herkömmlichen Tankstellen, muss die Fahrt genauer geplant werden. "Auch zuhause kann man laden. Grundsätzlich ist das an jeder Steckdose möglich, dauert allerdings – je nach Ladeleistung – entsprechend lang", weiß Hametner. Sinnvoller ist daher eine Wallbox, die man vom Elektriker installieren lässt. Kostenpunkt: Zwischen 600 und 1000 Euro. Eigenheim-Besitzer sind bei der Ladung zuhause im Vorteil – wer hingegen im Mehrparteien-Haus wohnt, hat es schwerer, weil meist Genehmigungen von Behörden, Hausverwaltung, anderen Mietern, Wohnungseigentümern etc. erforderlich sind, was sich auch noch von Bundesland zu Bundesland unterscheidet.
  4. Was kostet mich das Laden? Die Kosten hängen davon ab, wo man sein Auto auflädt. Daheim lädt es sich mit rund 20 Cent pro Kilowattstunde sehr günstig. Unterwegs ist man hingegen von verschiedenen Anbietern und Gegebenheiten abhängig. Hametner: "Manche Anbieter verrechnen nach Ladedauer, andere nach abgegebener Energie. Vorsicht: Es können auch Parkkosten anfallen. Die Verrechnung findet mittels Ladekarten statt. Viele Anbieter sind zu Roaming-Verbänden zusammengeschlossen und erlauben die übergreifende Nutzung der Ladekarten." Ein Beispiel dafür ist der Bundesverband Elektromobilität Österreich. Achtung: Die Preise können sich innerhalb des Verbandes sehr wohl je nach Anbieter unterscheiden.
  5. Ist ein E-Auto sicher für Insassen und Retter? "Crashtests zeigen, dass E-Autos die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Bei einem Unfall schaltet sich das Hochvolt-System automatisch ab", erklärt der ÖAMTC-Cheftechniker. Erkennt die Feuerwehr ein verunfalltes Fahrzeug als E-Auto (Rettungskarte und die neuen, grünen Kennzeichen helfen dabei), kommen spezielle Schutzhandschuhe zum Einsatz. Generell werden bereits viele Feuerwehren – und auch die Pannenfahrer des ÖAMTC – im Umgang mit E-Autos speziell geschult.
  6. Wie viel kostet ein E-Auto überhaupt? Wie bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ist diese Frage nicht allgemein zu beantworten – zu breit ist mittlerweile die Auswahl an Modellen. Von rund 20.000 bis an die 100.000 Euro reicht die Preisspanne aktuell.
  7. Welche Förderungen gibt es? Wer sich als Privatperson für den Kauf entscheidet, wird mit verschiedenen Förderungen und Prämien unterstützt. Das betrifft nicht nur den Kauf des Fahrzeugs selbst, der mit 3000 Euro netto gefördert wird, sondern auch die Anschaffung von Ladeinfrastruktur wie einer Wallbox. Zusätzlich gibt es in manchen Bundesländern und Gemeinden weitere Zuschüsse und es gibt keine NoVA sowie keine motorbezogene Versicherungssteuer.
  8. Ist ein E-Auto tatsächlich umweltfreundlich? "Um diese Frage zu beantworten, muss das Fahrzeug gesamtheitlich betrachtet werden", stellt Hametner klar. "So ist der Betrieb zwar emissionsfrei, jedoch entstehen bei der Produktion der Batterie und des Stromes fürs Aufladen sehr wohl Emissionen." Je nach Grundannahme (besonders Akkugröße und Strommix) muss man mit einem E-Auto daher 40.000 bis 60.000 Kilometer fahren, um tatsächlich CO2-neutraler unterwegs zu sein als mit einem Diesel- oder Benzinfahrzeug.

Kommentare (61)

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georgXV
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bitte NICHT vergessen !!!

der Strom kommt (leider) NICHT von alleine aus der Steckdose !!!
Eine erwünschte Zunahme der Elektromobilität bedeutet aber auch zusätzliche weitere Kraftwerke !!!
Zum Beispiel: wenn 100000 Elektroautobesitzer GLEICHZEITIG ihre Fahrzeuge aufladen möchten, dann wird zusätzlich zum normalen Strombedarf eine Leistung von 35000 Megawatt benötigt. Das entspricht ungefähr 23 mittleren Kohlekraftwerken oder aber 35000 Windrädern !!!
Nur darüber spricht noch KAUM jemand !!!

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csab3266
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Die Rechnung ist aber falsch!

Ein Elektroauto lädt an einem Hausanschluss mit Wechselstrom im Schnitt mit 11kW (3,6 - 22kW). Bei 100000 Autos wären das 1100MW. Ein Windrad hat im Schnitt um 2MW Leistung d.h. das wären ~550 Windräder. Laden die 100000 Elektroautos gleichzeitig an Schnellladesäulen (~100kW Leistung) wären das 10000MW, also ~5000 Windräder, aber niemals 35000.

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scionescio
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@Csab: deine Rechnung ist leider aber auch nicht richtig ...

... dein Schnitt von 2MW hilft dir nämlich gar nichts, weil du natürlich die Spitzen abfangen musst, wenn fast alle über Nacht ihre Akkus aufladen wollen.
Blöderweise scheint da aber keine Sonne für die PV Anlagen und die Windkrafträder liefern während der nächtlichen Flaute auch nichts!
Am Tag liefern die Windkrafträder im Norden Deutschlands soviel überflüssigen Strom (weil es keine geeigneten Stromleitungen in den Süden, wo er dringend gebraucht würde, gibt), dass man sinnlos die Pumpen der stillgelegten Atomkraftwerke damit betreibt um weiterhin die Netzstabilität gewährleisten zu können.
Gesamtheitlich gesehen wäre deshalb die Umwandlung des "überflüssigen" Stroms in Wasserstoff (lässt sich besser speichern und transportieren) aus heutiger Sicht die beste Lösung - leider spielt da die Akku-Lobby nicht mit!

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baumi1000
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welche menge an elektrischer energie benötigt man um wasserstoff

für 100km (ca 6 liter treibstoff )zu erzeugen?

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csab3266
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Die Elektrolyse hat einen Wirkungsgrad

von ca. 70%, zur Speicherung müssen Sie den Wasserstoff entweder hoch komprimieren (~700bar) oder extrem kühl (-250°C) (Verlust ca. 10-15%). Dann wieder dekomprimieren -> Brennstoffzelle (ca. 60% Wirkungsgrad) -> Brennstoffzelle lädt den Akku -> von da an wie ein normales Elektroauto.

Konkreter: Der Hyundai Nexo braucht ~1,2kg Wasserstoff pro 100km, der Toyota Mira ca 1kg pro 100km. 1kg Wasserstoff entsprechen etwas 40kWh (im Wasserstofftank) bzw. vor Elektrolyse 57kWh. Ein vergleichbares E-Auto braucht so um 20kWh pro 100km.

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baumi1000
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wie gross muss

der akku beim brennstoffzellenantrieb sein?

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csab3266
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Klein

Beim Nexo 1,65kWh. Ist nur nötig weil die Brennstoffzelle nicht schnell genug auf Laständerungen reagiert.

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baumi1000
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dann gefällt mir die lösung e-auto nur mit akku

besser

wasserstof wäre nur interessant wenn massenhaft CO2 neutraler strom zur verfügung stehen würde
und die nötige infrastruktur wäre am teuersten von allen möglichkeiten - 600- 700 bar druck im tank - also wenn der in die luft geht da radierst ein haus weg

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csab3266
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Ist nicht falsch

es ging vor allem darum die Größenordnung zu zeigen. Windenergie ist natürlich volatil, eine "nächtliche Flaute" gibt es eigentlich nicht. Sie können sich zb hier https://www.awattar.com/tariffs/hourly über die Menge an Wind- und Sonnenstrom informieren. Wasserstoff lässt sich übrigens deutlich schlechter speichern und transportieren.

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scionescio
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@csab: Jetzt segle ich schon so viele Jahre und war mir sicher, dass ich verstanden habe, wie die Entstehung von küstennahen Winden funktioniert ...n

, erlebt habe ich es auch oft genug und jetzt behauptest du, es gibt so etwas wie eine nächtliche Flaute gar nicht (Lesetipp 1: unterschiedliche Erwärmung/Wärmespeicherung von Wasser und Landmasse ...)?
Du argumentierst mit einer Preistabelle gegen physikalische Grundprinzipien?
Es gibt viele Tage in der Nordsee wo statt GW nur nur einstellige MW geliefert werden - die Ausbeute von Windkraftkrädern liegt zwischen 10-15% vom theoretischen Maximalwert (wenn immer Wind vorhanden wäre).
(Lesetipp 2: Dunkelflaute - falls du das verstehst, weißt du dann auch, warum deine Überlegungen ein Holler sind ...)
"Wasserstoff lässt sich übrigens deutlich schlechter speichern und transportieren" ???
Bezogen worauf?
Es tut einfach weh, wie viel falsches Pseudowissen aus den Echokammern unreflektiert übernommen wird und mit der Inbrunst des naiven und instrumentalisierten Fanatikers weiterverbreitet wird!

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csab3266
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Bitte keine Beleidigungen,

ich beleidige Sie ja auch nicht. Und naive Fanatiker in der Echokammer sind natürlich immer nur die anderen.
Natürlich gibt es einen Dunkelflaute da haben Sie recht. Der Strombedarf nimmt aber in der Nacht sehr stark (>50%) ab, sodass in dieser Zeit weiterhin (nicht immer natürlich) viel Windenergie zur Verfügung steht.

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baumi1000
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welche menge elektrischer energie ist nötig um mit wasserstoff 100km

mit einem pkw zu fahren können ?
die frage geht an scionescio

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melahide
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Strom

Es wird nicht so weiter gehen wie jetzt. E-Mobilität steht noch am Anfang. Ja, das Leitungsnetz in Österreich ist für 100.000 E-Auto-Fahrer nicht ausgelegt. Wie in vielen Bereichen wäre dafür eine Regionalisierung der Stromproduktion wichtig. Jede Gemeinde müsste regional über Sonne, Wind, Wasser, Biomasse (...) Strom erzeugen...Sonnenkollektoren auf Dächer von öffentlichen Gebäuden, kleinere Windräder usw... und ein regionales Stromnetz. Würde auch einige Arbeitsplätze in Ö schaffen, Produktion, Forschung, Bau und Betrieb... lösen kann man alles!

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Kormoran
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Interessant

wäre die Frage nach der globalen Ökobilanz. das wäre nämlich das einzige Argument für so eine StromKiste.

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Südsteirer
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Die Ökobilanz ist aber nicht für alle Jahre festgelegt

Diese kann man nämlich verbessern, was bei der Herstellung von Diesel und Bezin (auch nicht sehr ökologisch, wird aber gerne vergessen!) nicht geht.

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Amadeus005
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E-Auto kostet mehr pro km

0,2€/kWh heißt gut 4€/100 km. Gleich viel wie Verbrennung, wenn es keine MÖST gäbe. Ach ja, wer glaubt, dass der Staat auf die Steuer verzichtet?

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csab3266
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Ohne Steuern und Abgaben

und Netzentgeld kostet Strom aber nur 0,06€/kWh. Ist also jetzt schon hoch besteuert.

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baumi1000
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deswegen sind e-autos

vor allem für photovoltaikanlagenbesitzer interessant , günstige treibstofferzeugung

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c810015df2a2721977f850532cf48a0a
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@baumi1000

Deswegen laden bestimmt auch alle Photovoltaikanlagen Besitzer untertags ihre Autos wenn sie eh nicht bei der Arbeit sind sondern zu Hause rumsitzen und Strom erzeugt wird ;-)
Erklär mir das mal genauer bitte ;-)

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baumi1000
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bei mir würde es so sein

ist klar das dass nicht bei jedem funktioniert

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Eyeofthebeholder
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@baumi1000: Deswegen wird es künftig auch Steuern

auf PV-Strom geben, Spanien hat bereits damit begonnen.

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baumi1000
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auf eine inselanlage

wird es wohl schwer gehen steuern zu verlangen , die daten gehen nur mich was an

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Eyeofthebeholder
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@baumi1000: Brillante Argumentation!

"In meinem Lokal wird es wohl schwer gehen Steuern zu verlangen, die Daten gehen nur mich was an!"

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baumi1000
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dann müßte das eigene brennholz , gemüse, milch ,fleisch

auch alles besteuert werden

ein gewerbliches lokal ist doch wohl etwas grundsätzlich anderes

für manchen sollte die intelligenz auf den bäumen wachsen aber dann wären sie immer noch zu blöd diese zu pflücken

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scionescio
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Wenn du mit einem Kleinwagen mit 80km/h ohne Heizung/Klima dahinschleichst ...

... und die exorbitanten Preise an den Ladestellen betrachtest, die vielen erzwungen Kaffees/Burger bei den Zwangsladepausen dazurechnest und dir deine Zeit auch was wert ist, kommst du drauf, dass ein eAuto extrem teuer ist - allein ein degradierter Akku ist ein wirtschaftlicher Totalschadenschaden (und wer kauft einen brauchten Stromer - bei unserem Zoe war im dritten Jahr kaum noch die halbe Reichweite möglich!).

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Südsteirer
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Scionescio ist mal wieder da..

... und hat immer noch gleich wenig Ahnung von Elekrotautos wie bei den letzten Beiträgen....

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