Neue Regelungen 2022Was sich bei der Elektromobilität ändert

Vieles ändert sich für Autofahrerinnen und Autofahrer im Jahr 2022: Die Förderung von Elektrofahrzeugen bleibt aufrecht, das Errichten von privaten Lademöglichkeiten wird erleichtert.

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Auch 2022 wird der Ankauf von Fahrzeugen mit elektrischem Antrieb vom Staat wieder finanziell unterstützt: "Insgesamt steht im neuen Jahr ein Gesamt-Förderbudget von 167,2 Millionen Euro zur Verfügung. Eine so hohe Förderung gab es im Bereich der Elektromobilitätsförderung noch nie", sagt Markus Kaiser, E-Mobilitätsexperte des ÖAMTC. "Förderanträge können also kontinuierlich gestellt werden, das zur Verfügung stehende Budget sollte man dennoch im Auge behalten."

Im Jahr 2022 werden E-Pkw sowie einspurige und leichte E-Fahrzeuge gefördert: Für reine E-Pkw, also batteriebetriebene E-Fahrzeuge und Brennstoffzellenfahrzeuge, erhalten Privatpersonen bis zu 5000 Euro. Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender dürften wieder mit bis zu 2500 Euro gefördert werden, sofern sie nicht mit Diesel betrieben werden und eine elektrische Reichweite von mindestens 50 Kilometern haben. Zudem wird es auch wieder Förderungen für einspurige sowie auch leichte Elektrofahrzeuge geben (zum Beispiel E-Mopeds, E-Motorräder, E-Lastenräder etc.), aktuell aber nicht für private E-Bikes.

Voraussetzungen für E-Mobilitäts-Förderungen

Die Voraussetzungen zum Erhalt der Förderung im Jahr 2022 ändern sich nach aktuellem Informationsstand nicht. "Gefördert wird demnach weiterhin nur der Erwerb von Neufahrzeugen sowie Vorführwägen oder Tageszulassungen, deren erstmalige Zulassung nicht länger als zwölf Monate zurückliegt. Gebrauchtfahrzeuge sind aus heutiger Sicht auch 2022 nicht förderfähig", sagt E-Mobilitätsexperte Markus Kaiser.

Weiters zu beachten ist: Der maximale Brutto-Listenpreis des Fahrzeuges darf in der Basisausstattung 60.000 Euro nicht übersteigen.

Die rein elektrische Reichweite muss mindestens 50 Kilometer nach WLTP betragen. Das ist besonders bei Plug-in-Hybriden und Fahrzeugen mit Range Extendern zu beachten.

Bei der Antragstellung muss zudem der Nachweis des Bezuges von Strom bzw. Wasserstoff aus 100 Prozent erneuerbaren Energieträgern erbracht werden.

Förderungen für Ladeinfrastruktur

Auch für Ladeinfrastruktur kann man 2022 Zuschüsse seitens des Bundes beantragen: bis zu 600 Euro für eine private Wallbox, für eine Gemeinschaftsanlage - also geregelte und kommunikationsfähige Heimladestationen für die Installation im Mehrparteienhaus - bis zu 1800 Euro. Betriebliche Infrastruktur bzw. öffentlich zugängliche Schnellladestationen werden mit bis zu 30.000 Euro unterstützt.

Zudem wird die Errichtung von Stromladestellen im privaten Wohnbereich erleichtert: Als erster Schritt kommt eine Anpassung des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) an den Bedarf, so genanntes "Langsamladen" bis etwa 5,5 Kilowatt pro Ladestelle an einfachere Zustimmungserfordernisse zu binden. "Es ist dann nicht mehr die ausdrückliche schriftliche Zustimmung aller Wohnungseigentümerinnen  und - eigentümer verlangt. Das war bisher eine schwer zu überwindende Hürde für viele Umbauten", betont ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer.

Bisher musste die gesamte Eigentümergemeinschaft in Mehrparteienhäusern, die dem Wohnungseigentumsgesetz unterliegen, zustimmen. Ab 1. Jänner 2022 müssen vorab keine Genehmigungen von allen Eigentümern eingeholt werden, sondern es reicht die schriftliche Ankündigung vor der Errichtung. Wer innerhalb einer zweimonatigen Frist keinen Einspruch erhebt, gibt demnach seine Zustimmung zur Errichtung der Ladestation. Die Zustimmung gilt zumindest für fünf Jahre, danach kann die Eigentümergemeinschaft die Unterlassung verlangen, wenn eine Gemeinschaftsanlage errichtet wird und die elektrische Versorgung der Liegenschaft durch eine Beteiligung an der gemeinsamen Anlage besser genützt werden kann als durch die weitere Nutzung der Einzelladestation.

Höheres Gesamtgewicht für E-Autos

Ab 1. März 2022 ist es erlaubt, mit der Führerscheinklasse B Elektrofahrzeuge mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht von 4250 Kilogramm statt 3500 Kilogramm fahren. Das zusätzliche Gewicht darf aber nur auf das Antriebssystem, also die Batterie, zurückzuführen sein und die Fahrzeuge dürfen ausschließlich für den Gütertransport verwendet werden. Die Ladekapazität darf nicht höher sein als bei einem Fahrzeug mit denselben Abmessungen ohne alternativen Antrieb. Diese Berechtigung, die nur für den Verkehr in Österreich gilt, wurde ursprünglich 2017 eingeführt und erforderte eine Zusatzausbildung und die Eintragung des Code 120 in den Führerschein. Ab 1. März fallen diese Voraussetzungen weg.

Kommentare (14)
lucie24
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Atomstrom

Wir kommen! Juhuuu!

scionescio
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Und weil die geförderten eAutos zusätzlich ans Stromnetz gehen und auch keine Entlastung an anderer Stelle stattfindet…

… werden jetzt Atomkraftwerke und Gas für Grün erklärt und E-Herd und Waschmaschine dafür mit Kohle- und Atomstrom betrieben - jedes E-Auto befeuert den Klimawandel, weil es nur in der Traumwelt der naiven Fanatiker genug grünen Strom für alle gibt - in der Realität wird das nach dem aktuellen Stand der Technik und Energiewirtschaft noch Jahrzehnte lang nicht der Fall sein.

Frau Gewessler führt für ihre naive Kernwählerschaft einen ideologischen Feldzug gegen die individuelle Mobilität und belastet dafür die Steuerzahler mit sauteurer Symbolpolitik- und der Klimawandel wird dabei sogar noch befeuert (wir erleben gerade den weltweit größten Kohleverbrauch ever!)

schadstoffarm
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Scio

Du willst ewig das selbe machen und erwartest das dabei etwas anderes herauskommt. Wie würdest du so eine Person bezeichnen? Richtig.
"das selbe" :verbrenner
Ergebnis:menschverursachter klimawandel

scionescio
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@armerSchadstoff: der rasche Umstieg ins Wasserstoffzeitalter ist ewig das selbe machen?

Denk noch einmal scharf nach … nach Tschernobyl und Fukushima zu glauben, dass wir diese Technologie beherrschen, ist wohl eher das selbe machen😉

Ohne unnötige BEVs haben wir einfach mehr Zeit für den Umstieg auf Elektroautos ohne den Sondermüll Akku (die toxischen Nebenprodukte beim Lithiumabbau haben übrigens eine höhere „Halbwertszeit“ als radioaktiver Müll!) und dafür einer Brennstoffzelle.

Du bist der wahre Bremser und damit verantwortlich für den Klimawandel!

RonaldMessics
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@scionescio

Wir beherrschen auch nicht die Technik zum Autofahren.
Im Jahr 2020 wurden in der Europäischen Union (EU27) insgesamt rund 18.800 Verkehrstote gezählt.
>
Als Folge der Katastrophe gibt es demnach 50 unmittelbar dem Ereignis zuzuschreibende und rund 4 000 insgesamt zu erwartende Tote. Keinesfalls ist mit Zehntausenden von Toten zu rechnen.
>
Na dann gibt es eh nur eine Logik.
Autofahren weiterhin, Wurscht mit welcher Energie und AKW betreiben. Irgendwie werden wir ja doch noch mehr Tote akzeptieren. Wäre ein schlimmer Verhaltenswechsel, wenn wir auch das Autofahren endlich kritischer betrachten würden, egal mit welcher Energie.

melahide
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Und deine

Brennstoffzelle machst du aus Altpapier? :).

schadstoffarm
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Scio, Wieviel zeit

Brauchst denn noch für den umstieg auf Wasserstoff? Tipp: wenns am 3. jänner 15 grad hat scheint die Zeit knapp zu sein, aber dir geht's eher darum deine ollen Kamellen bis zur pensi zu bespielen.

melahide
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Hör vielleicht

einmal auf, Menschen zu beleidigen. Deine E-Fuels werden auch nur von der Verbrennungs- und Atomlobby forciert. Toll, dass Windparks in der Nordsee gebaut werden um damit Wasserstoff/E-Fuels zu erzeugen. Deinen Staubsauger betreibst du dann dafür halt mit Atomstrom, weil der erneuerbare Strom an anderer Stelle fehlt. Ohne Änderung am Stromsystem, weg von Großprojekten, hin zu kleineren Lösungen mit Speichermöglichkeiten, wird es da nichts geben. Selbst die erneuerbaren Energielösungen sind mittlerweile getrieben von Investmentfonds und einzige Großprojekte ...

scionescio
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@hildeel: wenn du technisches Grundwissen hättest….

…. wüsstest du, dass kleine, lokale Speicher nicht funktionieren können und nur ein sehr großes Netz in der Lage ist, die gerade benötigten Strommengen auch zuverlässig bereitzustellen- so einfach wie in der Echokammer der naiven Fanatiker ist die reale Welt halt leider nicht😉

1804591reit
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Kein technisches Verständnis

muss ich wohl Herrn Scionisio attestieren. Scionisio hat sich wohl auch noch nie eine kleinere private Fotovoltaikanlage angesehen oder studiert. 3kWp liefern mir mehr Strom als ich mit meinem privaten, ohne jegliche Förderung gekauften Renault zoe im Jahr fahre (ca.11000km). Auto gebraucht gekauft und nun fast 6 Jahre in Betrieb ohne stinkend und die Erdöllobby zu fördern , bin ich sehr zufrieden.
Für derartige Fotovoltaikanlagen gibt es noch enorme Kapazitäten, jedenfalls viel mehr als Autofahrer bei 100prozentiger Umstellung auf E Autos benötigen. Man müsste eben einmal auf einen Urlaub samt Flug verzichten und schon hat man eine Fotovoltaikanlage für mindestens ein Auto finanziert.
Der gesamte Stromzusatzbedarf in Österreich für Umstellung aller Autos auf E Auto ist weniger als 15%.

nijinsky
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@180

Das ist ja sehr interessant. Wenn Sie sparsam fahren, verbrauchen Sie inkl. Ladeverluste ca. 20kw/100km. Das sind für 11.000km dann 2200kwh pro Jahr.

Wieviel Kwh haben Sie denn im Dezember in ihren ZOE geladen? Vor allem dauert es ewig. Im Winter laden Sie max mit 1,5KW, da warten Sie mind. 20h bis ein leerer Akku voll ist. Und die 20h funktionieren natürlich nur tagsüber ;-).

unterhundert
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Freut mich, 180....

das Sie das machen können, aber Sie wohnen sicherlich am Land, oder im Speckgürtel eine Stadt. der Stadtbewohner in z.B. einer Wohnanlage tut sich halt schon ein bisschen schwerer. Stromkabel vom 2. Stock auf die Strasse oder Parkplatz, ist einfach nicht machbar.

AlbertP
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Frau Gewessler ist auch nur eine

Getriebene. Europa hat entschieden auf Elektroautos umzusteigen. Blöderweise ohne Alternativbrennstoffe wie Synth. Kraftstoffe ins Kalkül zu ziehen.

scionescio
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@Albert: nur eine Getriebene?

Sie brüstet sich, den Steuerzahlern 167 Millionen weggenommen zu haben, damit sich sich ein paar Reiche der lieben Frau ein BEV als Drittfahrzeug hinstellen können und der Löwenanteil geht an die Firmen (nur 15% der BEVs sind privat!)

Eine ideologisch begründete Umverteilung von Unten nach Oben, um damit grüne Kernwähler zu befriedigen- leider hilft es dem Klima gar nichts … eher im Gegenteil!