Neue Regelungen 2022NoVA und motorbezogene Versicherungssteuer werden verschärft

Vieles ändert sich für Autofahrerinnen und Autofahrer im Jahr 2022: So werden die Berechnungsgrundlagen der Normverbrauchsabgabe (NoVA) und der motorbezogenen Versicherungssteuer (mVSt) verschärft.

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Die Normverbrauchsabgabe (NoVA) wird weiterhin Jahr für Jahr teurer: Mit dem Jahreswechsel steigt sie für alle neuen Pkw, die mehr als 107 Gramm an CO2 pro Kilometer emittieren, was einem Normverbrauch von rund vier Litern Diesel oder fünf Litern Benzin auf 100 Kilometer entspricht. In den Fällen, in denen es teurer wird, steigt der NoVA-Satz um einen Prozentpunkt. Das bedeutet bei einem Auto um 30.000 Euro netto in der Regel ein Plus von 300 Euro im Vergleich zu 2021.

Für Autos, die mehr Sprit verbrauchen, wird es zusätzlich teurer: 2022 müssen alle Pkw, die mehr als 185 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen, einen Malus bezahlen - 2021 lag der Grenzwert noch bei 200 Gramm CO2 pro Kilometer. Diese Maßnahme trifft Autos mit einem Verbrauch von mehr als rund sieben Liter Diesel oder rund acht Liter Benzin. Zusätzlich zahlt man 2022 einen Malus von 60 Euro für jedes Gramm über dem Grenzwert. Im Vorjahr lag der Satz noch bei 50 Euro.

Berechnung der Normverbrauchsabgabe

Ab 1. Jänner 2022 wird bei der Erstzulassung von Fahrzeugen der Klasse M1 der CO2-Wert um 5 von 112 Gramm auf 107 Gramm CO2 pro Kilometer reduziert. Es wird folgende Berechnungsformel herangezogen:

(CO2-Ausstoß – 107) : 5 = Steuersatz in Prozent

Der Malus-Grenzwert für Pkw (M1) sinkt um 15 Gramm, nämlich von 200 auf 185 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Malus-Betrag wiederum wird um 10 Euro erhöht, künftig sind daher 60 Euro statt wie bisher 50 Euro fällig. Der Höchststeuersatz steigt um 10 Prozentpunkte von 50 Prozent auf 60 Prozent.

Bei Fahrzeugen der Klasse N1 (leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht) wird der CO2-Wert um 5 von 165 auf 160 Gramm CO2 pro Kilometer reduziert und der Malus-Grenzwert sinkt um 15 Gramm von 253 auf 238 Gramm CO2 pro Kilometer. Der Malus-Betrag bei Fahrzeugen der Klasse N1 wird um 10 Euro auf 60 Euro erhöht und der Höchststeuersatz steigt von bisher 50 auf 60 Prozent.

Für beide Fahrzeugklassen ist der daraus resultierende Steuerbetrag jedenfalls um einen Abzugsposten von 350 Euro zu kürzen.

Zusätzlich wird der Maximal-Steuersatz für die prozentuelle NoVA bei Pkw mit Jahresbeginn auf 60 Prozent angehoben. Bereits Mitte 2021 ist diese Deckelung von 32 auf 50 Prozent erhöht worden. Diese Maßnahme trifft Autos mit einem Verbrauch von mehr als rund 14 Litern Diesel oder rund 16 Litern Benzin.

Auch bei Klein-Lkw kann es zu Verteuerungen kommen, denn auch hier kommt es zu ähnlichen NoVA-Verschärfungen wie bei den Pkw, aber erst ab höheren Verbräuchen.

Übergangsregelungen für die NoVA-Erhöhungen

Wer für ein Neufahrzeug einen unwiderruflichen schriftlichen Kaufvertrag vor dem 1. Dezember 2021 abgeschlossen hat, ist von diesen Erhöhungen nicht betroffen, sofern das Fahrzeug vor dem 1. April 2022 geliefert wird.

Außerdem wird die Übergangsregelung für die Erhöhungen von Mitte 2021 wegen der Lieferschwierigkeiten der Autoindustrie verlängert: Wer vor dem 1. Juni 2021 einen unwiderruflichen Kaufvertrag für ein neues Fahrzeug unterschrieben hat, kann noch die Rechtslage vom ersten Halbjahr 2021 anwenden, so es vor dem 1. Mai 2022 geliefert wird. Bei Klein-Lkw bedeutet das etwa, dass keine NoVA gezahlt werden muss.

Motorbezogene Versicherungssteuer steigt

Die motorbezogene Versicherungssteuer (mVSt) fällt für fast alle Autos, die ab 1. Jänner 2022 erstmalig zugelassen werden, um 34,56 Euro pro Jahr höher aus als 2021. Nur bei effizienteren bzw. leistungsschwächeren Pkw kommt es zu einer geringeren oder gar keiner Steuererhöhung. "Wichtig zu wissen: Für bereits zugelassene Fahrzeuge ändert sich nichts an der Besteuerung", stellt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexperte Martin Grasslober klar.

Seit 29. November 2021 ist eine Befreiung von der motorbezogenen Versicherungssteuer für Menschen mit Behinderungen auch bei Zulassungsbesitzgemeinschaften mit Personen ohne Behinderungen möglich. Voraussetzung ist, dass alle Zulassungsbesitzer ihren Hauptwohnsitz im selben Haushalt haben.

Berechnung der motorbezogenen Versicherungssteuer

Ab 1. Jänner 2022 wird bei Erstzulassungen von Kraftfahrzeugen mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen der CO2-Wert um 3 Gramm CO2 pro Kilometer (von 112 auf 109) und der kW-Wert um 1 kW (64 auf 63) reduziert. Die Berechnungsformel lautet dann wie folgt:

(kW-63) x 0,72 + (CO2-Ausstoß-109) x 0,72 = monatliche Steuer in Euro

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Danke für Ihr Verständnis.

melahide
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Am täglich Stau

sieht man, dass diese Kosten viel zu niedrig sind. Die Menschen jammern zwar, ändern ihr Mobilitätsverhalten aber nicht.

madermax
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Ein Höchststeuersatz von 60% ist zu niedrig?

Ab 01.01.2024 wird der Höchststeuersatz auf 80% festgelegt. Persönlich find ich Steuersätze von 80% eigentlich nur noch Krank und Weltfremd… Vor allem wenn man glaubt damit das "Weltklima" retten zu können...

fritzthecat333
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Das sowieso

andererseits sieht man immer mehr von diesen - unnötigen - SUV-Stadtpanzern, welche im "Gelände" für nix zu gebrauchen sind (weil zu schwer, zu groß, etc.).

Wie sieht es mit "Firmenwagenflotten" aus?

Balrog206
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Sagt

Die Stadtplanze !

Carlo62
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Die Stadtpflanze,

die in Graz lebt und für den Weg nach Kalsdorf ein BEV anstatt der S-Bahn benützt!

Amadeus005
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BEV benötigt die gleiche Energie wie ein KFZ mit Benzin

Es kommt auf die Maße an, die zu bewegen ist, bzw. auf den Reibungsverlust und Brems- und Beschleunigung.
Ich will keine BEV mehr sehen, wenn dafür die Atomkraftwerke um uns herum sprießen.

melahide
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Was

soll ich in Kalsdorf? Wenn ich da durch fahre, dann nur im Rahmen eines Radausfluges. …

Carlo62
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Du hast doch selbst geschrieben,

dass Du da arbeitest.