E-Bikes und E-ScooterSo bringt man den Akku gut durch den Winter

Der Akku ist das Herzstück eines jeden E-Bikes und jedes E-Scooters. Damit er möglichst lange hält, gilt es gerade im Winter einiges zu beachten.

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© v_sot/stock.adobe.com (Vladimir Sotnichenko)
 

E-Bikes und auch batteriebetriebene E-Scooter erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die meisten E-Bikes werden von Lithium-Ionen-Akkus angetrieben, deren Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von der richtigen Wartung abhängen. „Die Erfahrung zeigt, dass viele E-Bike-Besitzerinnen und Besitzer nicht ausreichend über die richtige Handhabung von Akkus informiert sind“, so Rupert Brugger, Bundesschulungsleiter des ARBÖ und gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Lebensdauer hat ein E-Bike-Akku?
Eine genaue Lebensdauer lässt sich bei Akkus leider nicht vorhersehen, da diese stark von der Art, Frequenz und Dauer der Benutzung abhängig ist. Bei sachgemäßem Umgang und Pflege sollten moderne Lithium-Ionen-Akkus aber mindestens fünf Jahre funktionsfähig bleiben.

Was gibt es beim Aufladen zu beachten?
Prinzipiell kann ein Akku beliebig oft aufgeladen werden. Teilladungen sind für Lithium-Ionen-Akkus nicht schädlich, sondern von manchen Herstellern sogar explizit empfohlen. Der Ladevorgang sollte im Trockenen und bei moderaten Temperaturen von 10 bis 20 Grad Celsius durchgeführt werden. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich beim Laden keine brennbaren Materialien in der Nähe befinden. „Wichtig ist zudem, ausschließlich das originale Ladegerät zu verwenden. Beim Nutzen von billigen Nachbauten oder Universal-Ladegeräten kann jeglicher Gewährleistungs- oder Garantieanspruch erlöschen. Außerdem kann es zu irreparablen Schäden am Akku führen, im schlimmsten Fall sogar zu einem Brand“, warnt Brugger.

Wie sollte man den E-Bike-Akku lagern?
Alle Faustregel gilt: Egal ob hoch oder niedrig, extreme Temperaturen sollten vermieden werden, starke Hitze kann den Akku schädigen, während eisige Kälte für Kapazitätseinbußen verantwortlich sein kann. Ideale Lagerungsbedingungen sind wie auch schon beim Laden in einem trockenen Raum bei 10 bis 20 Grad Celsius. Das bedeutet: Im Sommer sollte der Akku nicht über längere Zeitspannen einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein und im Winter nicht bei Eiseskälte draußen „stehengelassen“ werden.

Was ist im Winter sonst noch wichtig?
Allgemein gilt: Kälte reduziert die Leistungsfähigkeit des Akkus. „Bei winterlichen Temperaturen unter null Grad Celsius ist es deshalb empfehlenswert, den Akku bei Raumtemperatur zu lagern und laden. Er sollte erst kurz vor Fahrtantritt ins E-Bike einbaut werden“, rät der Experte.

Ich fahre im Winter nicht mit meinem E-Bike. Kann ich ihn bis zum Frühjahr einfach im Bike lassen?
Wenn das E-Bike im Winter nicht genutzt wird, sollte der Akku bei einem Ladestand von rund 60 Prozent im Trockenen und bei moderaten Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad Celsius aufbewahrt werden. Der
Ladestand sollte sporadisch überprüft werden und falls nötig geladen werden, um eine Tiefenentladung zu vermeiden.

Kommentare (7)
SoundofThunder
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Lagert den Akku bei Zimmertemperatur.

Und wenn euer Ladegerät über eine "Storage-Ladefunktion“ verfügt (am besten mit selektiver Überwachung einer jeden einzelnen Zelle-Balanceranschluss) ist der Haushalt sicher. Bitte unterschätzt nicht die Energiedichte und Intensität eines Lipo-Akkus wenn der einen Kurzschluss hat. Den löscht ihr nicht mehr. Habe bei einer Übung mal zugeschaut:So etwas will keiner in seinen eigenen vier Wänden brennen haben. Da ist die ganze Hütte weg. Ersticken oder Schaum helfen da nicht mehr.

Carlo62
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@sound

Diese Empfehlung funktioniert bei Fahrrad-Akkus nicht, weil es hier keinen herausgeführten Balancing-Anschluss gibt. Das Balancing ist im RC-Bereich etabliert, weil diese Akkus kein internes BMS haben. Bei Fahrradakkus ist jedoch in den allermeisten Fällen ein BMS implementiert. Allerdings sind diese bei Billigprodukten nicht immer zuverlässig.

stadtkater
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Wie oft ungefähr kann jetzt

ein Akku aufgeladen werden?

Carlo62
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Es gibt nicht „einen“ Akku!

Die in Pedelecs und E-Bikes verbauten Lithium-Ionen Akkus (meist Lithium-Polymer Akkus) haben je nach Fertigungsgüte eine Zyklenzahl von 600 bis 1000 Vollzyklen. Gleichzeitig haben diese Akkus eine kalendarische Lebensdauer von ca. 5-8 Jahren. Das heißt, selbst wenn diese Akkus bspw. nur 1 mal im Monat geladen würden, halten sie nicht länger als 8 Jahre. Die Definition der Lebensdauer hängt außerdem mit der Definition der Restkapazität zusammen. Wenn man technisch eine Restkapazität von 60% anstelle von 80% zulässt, halten Akkus auch entsprechend mehr Ladezyklen aus.

Carlo62
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Ein Akku kann eben NICHT…

…beliebig oft aufgeladen werden. Akkus haben eine begrenzte Anzahl von Ladezyklen, da jeder Zyklus ein Derating des Akkus bewirkt.

migs
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Quelle... ?

.

Carlo62
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@migs

Erfahrung aus 40 jähriger beruflicher Tätigkeit, davon ca. 30 Jahre mit Notstromsystemen mit Batteriespeicher und 30 jähriger Erfahrung als Gerichtssachverständiger u.a. für Batterien und Ladesysteme.