14 Fahrradhelme im TestWelches Modell am besten abschneidet - und was ein Airbag-Kragen bringt

Der ÖAMTC hat 14 Fahrradhelme für Erwachsene getestet. Acht wurden mit einem "Gut" bewertet, der Rest bekam ein "Befriedigend".

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© Yakobchuk Olena/stock.adobe.com (Yakobchuk)
 

Durch die Corona-Pandemie haben sich viele Menschen in Österreich wieder aufs Rad geschwungen. Grund genug für den ÖAMTC, ein Augenmerk auf die Sicherheit zu legen. 14 Fahrradhelme wurden vom Club getestet, es wurde auf Stoßdämpfung, Tragekomfort, Handhabung, Hitzebeständigkeit und Schadstoffe geachtet.

Am Ende schnitten acht davon "gut" ab, der Rest erhielt immerhin ein "Befriedigend". Erfreulich ist, dass selbst die Modelle auf den letzten Plätzen zufriedenstellende Werte im Unfallschutz erzielen.

"Unser Test zeigt auch, dass Sicherheit nicht unbedingt eine Preisfrage ist", erklärt ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl. "Den besten Unfallschutz bietet der mit einem Kaufpreis von rund 45 Euro relativ günstige Urban Plus von Fischer. Er lässt in dieser Kategorie einige Produkte hinter sich, die drei- bis viermal so viel kosten."

Insgesamt bester Testkandidat ist der um rund 120 Euro angebotene Uvex City i-vo MIPS, der mit dem zweitbesten Unfallschutz und der besten Handhabung - gemeinsam mit den Modellen Cratoni Volo-X und Giro Register MIPS - punktet. Außerdem schafft er sowohl bei der Hitzebeständigkeit und in der Schadstoffprüfung ein "Sehr gut".

Allerdings war bei dem Test nicht alles rosig. "Gerade im Unfallschutz gibt es weiterhin Nachholbedarf", stellte Kerbl fest. "Ein Beispiel dafür ist die Abstreifsicherheit: Mehrere Modelle lassen sich viel zu leicht nach hinten abziehen und können damit bei einem Sturz leicht verloren werden."

So haben die Helme abgeschnitten

  1. Uvex City i-vo MIPS: gut
  2. Alpina Haga LED: gut
  3. Nutcase Vio Commute MIPS LED: gut
  4. Specialized Align II: gut
  5. Bell Trace MIPS: gut
  6. Casco Cuda2: gut
  7. Cratoni Velo-X: gut
  8. Fischer Urban Plus: gut
  9. Lazer Compact DLX: befriedigend
  10. Scott IL Doppio Plus: befriedigend
  11. Abus Urban-I 3.0 MIPS: befriedigend
  12. Giro Register MIPS/Vasona MIPS: befriedigend
  13. POC Omne Air Spin: befriedigend
  14. B'Twin City 500 Bowl: befriedigend

Und noch ein Punkt ist dem ÖAMTC-Techniker wichtig: "Die Erkennbarkeit im Dunkeln ist bei diversen Helmen – speziell beim 160 Euro teuren Omne Air Spin von POC, der gänzlich ohne Reflektoren oder LED-Beleuchtung auskommt – stark ausbaufähig."

Der Airbag-Kragen im Test mit Stuntman Foto © ÖAMTC/uwerattay.com

Außer Konkurrenz - weil es das einzige derartige Produkt am Markt ist - wurde das Modell Hövding 3 getestet. "Dabei handelt es sich um einen Airbag-Kragen, für den unsere standardisierte Stoßprüfung nicht infrage kommt. Daher haben wir diesmal auf einen professionellen Stuntman zurückgegriffen, um einen der häufigen Dooring-Unfälle zu simulieren."

Tipps für den Helmkauf

  • Auf Design achten: Im Idealfall sollte ein Helm mit LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Weil die Aktivierung aber gelegentlich vergessen wird, empfehlen sich reflektierende Elemente an der Schale und am Kinnriemen sowie generell die Auswahl einer möglichst hellen Grundfarbe.
  • Probieren: Jeder Kopf hat eine individuelle Form, daher ist es ratsam, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren.
  • Ersatz nach Unfall: Auch wenn nach einem Sturz äußerlich keine Schäden erkennbar sind, kann die Schutzfunktion beeinträchtigt sein. Der Helm sollte also jedenfalls ersetzt werden, wenn man einen Unfall hatte.
  • Selbst die schlechtesten Helme bieten Schutz vor Kopfverletzungen und können im Ernstfall Leben retten – aber nur, wenn sie richtig getragen werden (was natürlich auch für gute Helme gilt).

Das Ergebnis: Der Hövding 3 bietet ausgezeichneten Unfallschutz - zumindest dann, wenn der Airbag tatsächlich auslöst. "Das funktioniert allerdings nicht immer. Vor allem, wenn der Aufprall stumpf und ohne Rotationsbewegung des Radlers passiert, ist das System nicht zuverlässig." Außerdem könnte das hohe Gewicht und der relativ geringe Tragekomfort inklusive starkem Schwitzen im Halsbereich störend sein, wertete der Experte.

Kommentare (3)
SANDOKAN13
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Ein Helm schützt

bis 4 (!!) km/h. Darüberhinaus gibts bei einem Aufprall eine Gehirnschwellung, die zum reissen der Kopfarterien führt. Wenn man also im Schnitt mit 20 km/h unterwegs, nutzt der Helm null! Aber mit Pseudosicherheitsargumenten lässt sich halt viel Geld machen. Wichtiger wären Protektoren für Schulter und Handgelenke!

andal18
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dann wäre normales gehen

Über 4 kmh gesundheitsgefährdend und man is a richtig wilder Typ oder wie? Selten so einen Blödsinn gelesen. Leider hab ichs gelesen...

tomtitan
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Der beste Helm bringt nix wenn der Kinnriemen nicht geschlossen ist -

Und das sieht man leider viel zu oft - und sehr häufig bei Kindern deren Eltern zu blöd sind darauf zu achten.