17 Kindersitze im TestGute Ergebnisse, aber auch Sicherheitsmängel und Schadstoffe

Der Großteil der 17 Kindersitze schnitt im Test gut ab. Dennoch gab es Modelle mit Sicherheitsmängeln, eines fiel wegen enthaltener Schadstoffe durch.

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© sandsun/stock.adobe.com (SERGEJ SVERDELOV)
 

Weil inzwischen so viele Kindersitze im Handel erhältlich sind, testen der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen zweimal jährlich eine Auswahl der in Österreich gängigsten Modelle. Das Ergebnis des nun vorliegenden zweiten Tests ähnelt dem aus dem Frühjahr. "Der Großteil der 17 jüngst getesteten Modelle wurde mit 'gut' bewertet. Jeder dieser Sitze kann grundsätzlich empfohlen werden – welcher sich am besten eignet, hängt von der persönlichen Situation ab", fasst ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl zusammen.

"So lässt beispielsweise die Babyschale Snugessentials von Graco in Sachen Sicherheit keine Wünsche offen. Allerdings ist der Platzbedarf im Auto relativ hoch, wenn man die zugehörige Isofix-Basis verwendet. Verzichtet man darauf, spart man Platz, im Gegenzug steigt aber die Gefahr eines fehlerhaften Einbaus." Unterm Strich schneidet das Produkt aber sowohl mit als auch ohne Basis mit "gut" ab, genau wie zehn weitere Modelle, die alle ihre Stärken und Schwächen haben.

Abseits der besten Kindersitze im Test gibt es aber auch Anlass zu Kritik. So wurden zwei Sitze wegen Schwächen in der Sicherheit mit "genügend" beurteilt. Beide (Seat4Fix und Seat4Fix Air) stammen von Chicco und zeigten im Test sowohl beim Front- als auch beim Seitencrash erhöhtes Verletzungsrisiko.

Ähnlich ergeht es dem Tres LX von Nuna, der beim Frontcrash ebenfalls keine Spitzenwerte erzielen konnte. "Die schwache Gesamtnote resultiert bei ihm aber vor allem aus dem aufwendigen und fehleranfälligen Einbau – davor schützt leider auch die eigentlich gute Bedienungsanleitung nicht", hält der Kindersitz-Experte des Mobilitätsclubs fest. Mit "befriedigend" hat mit dem Avova Sperber-Fix i-Size übrigens nur ein Sitz abgeschnitten – leichte Schwächen in fast allen Kategorien führten zu diesem Ergebnis.

Tipps für den sicheren Kindersitzeinbau

Die Vielfalt an Kindersitzmodellen und Einbauarten kann dazu führen, dass der korrekte Einbau nicht ganz leichtfällt – vor allem dann, wenn man sich selten damit beschäftigt. "Allerdings kann nur ein richtig montierter Kindersitz seinen Zweck erfüllen und das Kind bei einem Unfall bestmöglich schützen. Daher sollte man unbedingt die Bedienungsanleitung konsultieren", rät ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

  • Der Kindersitz muss sich fest auf dem Fahrzeugsitz befestigen lassen. Er soll kippsicher sein und darf nicht verrutschen.
  • Rückwärts gerichtete Systeme nicht bei aktiven Front-Airbags auf dem Beifahrersitz verwenden.
  • Auf den richtigen Gurtverlauf beim Kind achten: Der Schultergurt soll über die Schultermitte, der Beckengurt so tief wie möglich über die Leistenbeuge gehen und dabei immer straff sein.
  • Wenn sich Kinder bereits selbstständig anschnallen, ist es sinnvoll, die Gurtführung vor der Fahrt zu überprüfen. Der Gurt darf nicht verdreht sein.

Schadstoffbelastung durch Weichmacher

Als einziger Kindersitz wurde der Osann Oreo 360 II mit "nicht genügend" beurteilt. Der ÖAMTC-Experte erklärt: "Eigentlich wäre das ein sehr sicherer und ergonomisch guter Sitz. Die Gefahr eines fehlerhaften Einbaus ist zwar gegeben, für ein 'befriedigend' hätte es aber dennoch gereicht. Dem steht allerdings das Ergebnis der Schadstoffprüfung entgegen: Der Sitz enthält den Weichmacher DPHP in einer Menge, die deutlich über den Grenzwerten liegt. Dieser Stoff kann die Schilddrüse und die Hypophyse schädigen."

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