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Wattierte WinterkleidungWarum Autofahren mit dicker Jacke gefährlich werden kann

Winterkleidung wie Jacke, Schal, Haube oder Stiefel halten zwar schön warm. Dennoch sollte man sie ausziehen, bevor man ins Auto steigt.

© afxhome/stock.adobe.com
 

Wer keinen Parkplatz in einer geschlossenen Garage hat, kennt das Problem: Im Winter ist es im Auto beim Wegfahren so kalt, dass man kaum auf die dicke Jacke verzichten möchte. "Das kann allerdings gefährliche Folgen haben", weiß ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

"Gerade für Kinder kann es bei einem Unfall zu schweren, sogar tödlichen Verletzungen kommen, wenn sie dick eingepackt im Kindersitz mitfahren." Das Problem ist der nicht optimal anliegende Gurt. "Eigentlich sollte der Gurt bei Erwachsenen die Hüftknochen, bei Kindern die Oberschenkel umspannen. Durch eine dick wattierte Jacke ist der Spielraum wesentlich größer, der Gurt liegt oft bereits beim Anschnallen über dem unteren Bauchraum", erklärt der ÖAMTC-Experte.

Die Folge: Schon bei relativ geringen Geschwindigkeiten – beispielsweise einem Auffahrunfall im Stadtverkehr mit unter 20 km/hschneidet das untere Gurtband tief in den Bauch ein. Dadurch können Weichteile wie Darm, Leber oder Milz verletzt werden und auch innere Blutungen sind nicht ausgeschlossen. "Bereits bei Notbremsmanövern ohne Aufprall kann es unter Umständen zu kleineren Verletzungen kommen", so Kerbl.

Der Mobilitätsclub empfiehlt daher, vor dem Einsteigen Mantel oder Jacke abzulegen – oder zumindest über den Gurt zu ziehen. Das gilt natürlich auch für mitfahrende Kinder. Gegen die Kälte hilft eine bestenfalls im Haus vorgewärmte Decke.

Abgesehen von der Verletzungsgefahr kann Winterkleidung die Beweglichkeit massiv einschränken. In einer Notsituation kostet das den Fahrer eventuell entscheidende Sekundenbruchteile. Übrigens sind nicht nur dicke Jacken ein Risiko: Mützen und Schals beeinträchtigen die Sicht, gefütterte Handschuhe bieten nicht immer festen Griff am Lenkrad und klobige Stiefel erschweren den Umgang mit den Pedalen.

"Verboten sind Winterstiefel zwar nicht beim Autofahren – allerdings muss der Fahrer stets in der Lage sein, angemessen reagieren zu können. Kommt es wegen nicht tauglichem Schuhwerk zu einem Unfall, kann es Problem mit der Versicherung geben", hält der ÖAMTC-Techniker abschließend fest.

Kommentare (5)
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tannenbaum
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24
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Das

Autofahren mit dicker Daunenjacke wird mit Durchbruch der E Autos aber zur Alltäglichkeit werden!

feringo
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@tannenbaum : Das Autofahren ...

Tannenbaum, ich freue mich, dass Sie dieses Problem bei den E-Autos ansprechen. Überall wird es unterschlagen. Die bis jetzt bei den Benzin- und Dieselmotoren vorhandene Gratisheizung im Auto wird es nicht mehr geben. Energie sparen kann man bei E-Autos dann eben nur mehr durch warm anziehen.

franki20
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Der Energieverbrauch für die Heizung im E-Auto

ist kein Problem, eine dicke Jacke braucht man definitiv nicht. Die tolle Gratisheizung im Verbrenner hat man dagegen das ganze Jahr, auch im Sommer bei 35 Grad.

feringo
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@franki20 : Der Energieverbrauch ...

franki20, ich bin nicht gegen die globale Verschrottung der Verbrennungsmotoren, wollte nur das Heizproblem in E-Autos im Winter aufzeigen, anlässlich der Gefährlichkeit dicker Kleidung beim Auto fahren.

nasowasaberauch
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1
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Welches Heizungsproblem?

Mit meinen Diesel ist dein Winter eigentlich immer erst kurz vor der Ankunft warm geworden. Mindestens zwei Drittel der Strecke hab ich gefroren. Die Motoren liefern mittlerweile sehr wenig Abwärme.

Ein E-Auto kann ab dem ersten Meter heizen. So viel ich von Bekannten mit Stromer weiß ist es eben genau anders herum. Im Stromer sofort wohlig warm, im verbrennen erst nach 10 km.

Das permanente Schimpfen über E-Autos ist schon echt unterhaltsam...