Die Robotaxis der Alphabet-Tochter Waymo haben mehr als 100 Millionen Meilen (160,93 Millionen Kilometer) ohne einen Menschen am Steuer zurückgelegt. „Das Erreichen von 100 Millionen vollständig autonom gefahrenen Meilen steht für Jahre methodischen Fortschritts, der sich nun in einer schnellen und verantwortungsvollen Skalierung beschleunigt“, sagte Waymo-Produktchef Saswat Panigrahi. Damit habe sich die Fahrleistung in rund sechs Monaten verdoppelt.

Neue Städte für Robotaxis von Waymo

Das Unternehmen beschleunigt seinen Einsatz in US-Städten angesichts des zunehmenden Wettbewerbs. Der Konkurrent Tesla baut seinen Dienst für selbstfahrende Taxis aus, nachdem er im vergangenen Monat einen Test in Austin im Bundesstaat Texas gestartet hat. Während Tesla-Chef Elon Musk eine schnelle Ausweitung des Dienstes angekündigt hat, hat Waymo seinen Dienst über Jahre hinweg vorsichtig ausgebaut. Die Alphabet-Tochter ist mit rund 1500 Fahrzeugen unter anderem in San Francisco, Los Angeles und Phoenix verfügbar. „Diese Art von Meilenstein hilft, den Vorsprung von Waymo gegenüber anderen selbstfahrenden Diensten auszubauen, denn die gesammelte Erfahrung aus diesen hundert Millionen Meilen ist wichtig“, sagte der Analyst Gil Luria von D.A. Davidson.

Robotaxis ohne Pedale

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Die Kommerzialisierung von autonomen Fahrzeugen hat sich als schwieriger erwiesen als erwartet. Hohe Kosten, strenge Vorschriften und behördliche Untersuchungen zwangen viele, darunter die General-Motors-Tochter Cruise, zur Aufgabe. Zu den wenigen verbliebenen Konkurrenten gehört Zoox von Amazon. Das Unternehmen testet ein Fahrzeug ohne Lenkrad und Pedale und will noch in diesem Jahr in Las Vegas einen kommerziellen Dienst starten.

A driverless Tesla robotaxi, a ride-booking service, moves through traffic, Sunday, June 22, 2025, in Austin, Texas. (AP Photo/Eric Gay)
Tesla Robotaxi: Technisch nicht so weit wie Waymo © AP/Eric Gay

Die Expansionspläne von Waymo

Bis zum Start von Teslas Robotaxi-Dienst im vergangenen Monat war Waymo das einzige US-Unternehmen, das fahrerlose Taxis mit zahlenden Fahrgästen betrieb. Waymo selbst will im kommenden Jahr in Washington D.C. starten und hat eine Genehmigung für den Betrieb in New York beantragt. Das Unternehmen ging aus einem 2009 gestarteten Projekt für selbstfahrende Autos von Google hervor und wurde sieben Jahre später als eigenständige Firma ausgegliedert.

Warum Musk und Tesla hinterherfahren

Tesla hat den von Firmenchef Elon Musk seit langem angekündigten Robotaxi-Dienst zunächst im Kleinformat und mit einem Aufpasser im Beifahrersitz gestartet – ist also technologisch nicht so weit wie Waymo. Experten und Rivalen haben Zweifel daran, wie zuverlässig Teslas autonom fahren können, da Musk nur auf Kameras setzen will und auf die teureren Laser-Radare verzichtet, die die Umgebung abtasten. Mit dieser Technik ist eben der aktuell mit Abstand führende Robotaxi-Anbieter Waymo unterwegs. Waymo macht inzwischen mit über 1500 Autos mehr als 250.000 Fahrten mit Passagieren ohne einen Menschen am Steuer. Allerdings hätte Tesla einen erheblichen Kostenvorteil, wenn Musks Wette auf Kameras aufgeht.