Der deutsche Batteriehersteller Varta hat Insolvenz angemeldet. Die entsprechenden Anträge würden derzeit von der zuständigen Richterin geprüft, bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichts in Stuttgart.
An dem von der Börse genommenen Unternehmen, dessen Altaktionäre enteignet wurden, ist der österreichische Investor Michael Tojner zu 50 Prozent beteiligt. Tojner und der Sportwagenbauer Porsche, der die anderen 50 Prozent hält, waren laut Medienberichten nicht mehr zu einer Kapitalspritze für das neuerlich in Schieflage geratene Unternehmen bereit.
Die Hauptgläubiger, die Deutsche Bank und drei Londoner Investmentfonds, machten ihre Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen geltend, um den Geschäftsbereich Haushaltsbatterien auszugliedern. „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen“, so ein Sprecher der Gläubigergruppe am Mittwoch. Eine Analyse hat zuvor ergeben, dass Varta kurzfristig zusätzliches Geld im mittleren zweistelligen Millionenbereich benötige.
„Braucht Sanierungsschritt“
Tojner hatte daraufhin in einem schriftlichen Statement gegenüber der APA erklärt, den Schritt der finanzierenden Banken zu bedauern, „der in dieser Form leider voraussehbar war“. Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple im Frühjahr sei klar gewesen, dass Varta in der bestehenden Form „nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht“.
Am Freitag stellte Varta vier Insolvenzanträge, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts in Stuttgart bestätigte. Der Batteriehersteller mit Sitz in Ellwangen steht damit, wie schon zuvor kolportiert, vor der Zerschlagung. Nach eigenen Angaben hat man rund 3260 Beschäftigte. Die wichtigsten Gläubiger wollen das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen, Tojner hat Interesse am Geschäft mit Mikrobatterien – etwa Knopfzellen für Hörgeräte – angemeldet.
Laut dem Handelsblatt könnten die Hedgefonds, die sich mit hohen Abschlägen in die Kredite eingekauft hatten, mit der Haushaltsbatterien-Sparte noch Gewinn aus der Pleite ziehen. Der Wert der Sparte ist mit 240 Millionen Euro veranschlagt, könnte bei einem Verkauf aber mehr als 300 Millionen bringen.