Der angeschlagene deutsche Batteriehersteller Varta wird in Einzelteile aufgespalten. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und andere Medien unter Berufung auf eine Mitteilung der Gläubiger berichten, gliedern sie den Geschäftsbereich Haushaltsbatterien aus und suchen für den Rest eine neue Eigentümerstruktur. Die Hauptgläubiger, die Deutsche Bank und drei Londoner Investmentfonds, machen damit ihre Rechte aus den Finanzierungsvereinbarungen geltend.

Als Grund führen die Gläubiger „einen operativen Liquiditätsbedarf im mittleren zweistelligen Millionenbereich“ an, „verbunden mit erheblichen Kapitalmaßnahmen, die umgesetzt werden müssen, um den Betrieb nachhaltig“, fortzuführen. „Trotz intensiver Gespräche mit allen Stakeholdern ist von keiner Seite eine Zusage zur Bereitstellung der erforderlichen zusätzlichen Finanzmittel eingegangen“, sagte ein Sprecher der Gläubigergruppe um Deutsche Bank, Blantyre, RBC Bluebay und Whitebox.

Varta war durch einen rasanten Expansionskurs in Schieflage geraten, die Aktien waren 2025 von der Börse genommen worden. Eigentümer des Batterieherstellers sind der frühere Mehrheitseigner, der österreichische Unternehmer Michael Tojner, und der Sportwagenbauer Porsche AG. Beide halten je 50 Prozent der Anteile, waren laut „Wirtschaftswoche“ nun aber nicht bereit, nochmals Geld nachzuschießen.

Tojner: Wollen Teile von Varta herauslösen

Tojner erklärte in einem schriftlichen Statement gegenüber der APA, den Schritt der finanzierenden Banken zu bedauern, „der in dieser Form leider voraussehbar war“. Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple sei klar gewesen, dass Varta in der bestehenden Form „nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht“. „Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machen die Entwicklung des Batteriegeschäftes in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung“, so der Investor.

„Würde auch Varta Innovation Graz umfassen“

Tojners Montana-Gruppe „wird sich darum bemühen, die Microbattery-Sparte und das Solutions-Geschäft aus dem Sanierungsverfahren herauszulösen, um das Know-how in der Batterieproduktion in Europa zu behalten und weiterzuführen. Dies würde auch die Varta Innovation Graz und die Tochtergesellschaft in Rumänien umfassen“, wie es in Tojners Mitteilung heißt. Das werde jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein. Ziel sei es, mit den verbleibenden Unternehmensteilen die Varta-Gruppe in Nischenbereichen zu positionieren.

Um die Pleite zu verhindern, hatte Varta im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren im Rahmen des Restrukturierungsgesetzes StaRUG angemeldet. In diesem Zuge wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt.