Erst vor gut zwei Jahren wurde mit der Eröffnung des Knotens Zöbing (Gemeinde St. Margarethen an der Raab) die zuletzt größte Baustelle an der B 68, der Feldbacher Straße, fertiggestellt. Um das übliche Konfliktthema B 68 neu, also den im UVP-Verfahren steckenden Bau einer alternativen Route zwischen Studenzen und Saaz, ist es vorerst ruhig geworden. Dafür ortet der Landtagsklub der Grünen nun bei einer möglichen Begleitstraße der B 68 massive Probleme. Sie soll auf einer Länge von zwei Kilometern ab dem Kreisverkehr Studenzen bis zur Überfahrung in Zöbing führen.
Hintergrund: Die B 68 soll in Zukunft von Takern bis Studenzen zur Autostraße werden. Dazu wird eine Begleitstraße für den Langsamverkehr wie Traktoren oder Mopeds errichtet. Bestehende Straßenstücke werden ausgebaut. Der erste Abschnitt verläuft von Studenzen bis zum neuen Knoten Zöbing – geschätzte Kosten: 600.000 Euro.
Zwar plane das Land Steiermark den Bau der Begleitstraße im Herbst, allerdings gehe aus einer Anfrage bei den Bezirkshauptmannschaften Weiz und Südoststeiermark hervor, dass die wasserrechtliche Bewilligung fehlt, heißt es in einer Aussendung der Grünen. Notwendig sei diese Bewilligung, weil die Straße in einem Gebiet liege, das statistisch alle 30 Jahre überflutet wird (HQ30). Ein Blick auf die Hochwasserkarte des Landes Steiermark bestätigt diese Einschätzung.
„Das ist ein Pfusch“
„Wenn hier eine Straße mitten durch ein Hochwasserabflussgebiet führt, ohne dass irgendjemand den wasserrechtlichen Rahmen dafür geklärt hat, ist das inakzeptabel. Das ist ein Pfusch, der am Ende den Gemeinden teuer zu stehen kommen kann“, kritisiert der Landtagsabgeordnete Lambert Schönleitner.
Noch keine Projekteinreichung
Im Büro von FPÖ-Verkehrslandesrätin Claudia Holzer wird beruhigt: „Natürlich wird um eine wasserrechtliche Genehmigung angesucht werden“, sagt Pressesprecher Andreas Kreminger. Das Projekt sei noch nicht weit genug: „Aktuell sind die Grundstücke gesichert und es laufen die Planungen. Danach wird um die notwendigen Genehmigungen angesucht.“ Einen Termin für den Baustart gebe es noch nicht. Kreminger entkräftet weitere Gerüchte: „Der Ausbau der B 68 neu kann und wird ohne die angesprochene Begleitstraße erfolgen.“
Auch der FP-Landtagsabgeordnete Michael Wagner kritisiert: „Nachdem die Grünen bereits seit Jahren gegen den Ausbau der B 68 auftreten, versuchen sie nun auch die Umsetzung einer 2,2 Kilometer langen Begleitstraße zu verhindern.“
„Grünen haben zu schnell geschossen“
Projektleiter Johannes Pichler betont: „Die Grünen haben zu schnell geschossen. Hätte sich der Herr Schönleitner mit uns zuerst in Verbindung gesetzt, hätten wir dieses Missverständnis sofort aus dem Weg räumen können.“ Das Projekt werde erst im Herbst eingereicht. „Zuerst wird eingereicht, dann um Genehmigung angesucht, so ist die gängige Vorgehensweise.“
Das bestätigt man in der Bezirkshauptmannschaft Weiz: „Bisher ist zum gegenständlichen Projekt noch keine wasserrechtliche Bewilligunge in der BH Weiz beantragt und auch kein Projekt eingereicht worden. Eine Beurteilung der Bewilligungsbedürftigkeit konnte deshalb noch nicht erfolgen.“