Seit wenigen Tagen fliegen die Bälle auf der neuen Padel-Tennis-Anlage in Pöllau übers Netz und an die Wand: Mitte Juli erfolgte in der Marktgemeinde der offizielle Startschuss des „Padel Place Pöllau“, der laut den Betreibern bereits gut angenommen wird. Zuletzt hatte der Bau der drei Plätze jedoch vereinzelt für Kritik gesorgt, da der bestehende, bereits in die Jahre gekommene Skaterplatz und Funcourt dafür weichen mussten.
So kritisiert ein Pöllauer in einem Schreiben an die Kleine Zeitung, dass mit dem Abbau der „zentrale, kostenlose Treffpunkt in Pöllau, an dem Jugendliche einfach unter sich sein konnten – abseits von Konsumzwang und Vereinsvorgaben“ verloren gegangen sei. Er selbst habe den Ort regelmäßig mit seinem Kind besucht. Nun würden Familien und Jugendliche auf der Straße stehen, weil es „im Ort kaum noch unkommerzielle Freiräume dieser Art“ gebe, so der betroffene Gemeindebürger weiter.
Die Kritik, dass die Jugend in Pöllau immer mehr verdrängt werde, kann Bürgermeister Josef Pfeifer nicht nachvollziehen: „Wir sind sehr bemüht, für alle Altersgruppen ein Angebot zu haben.“ Für Jugendliche gebe es etwa den Club81, aber auch öffentliche Räume wie der Au- und Schlosspark könnten ohne Konsumzwang genutzt werden. Der Fußballtrainingsplatz direkt neben der neuen Padel-Anlage sowie der ebendort neu entstandene Sitzbereich seien ebenso für alle kostenlos zugänglich. Für den abgerissenen Funcourt sucht man zudem einen neuen Standort. „Wir sind da in Gesprächen, haben aber noch keinen geeigneten Platz gefunden“, so Pfeifer.
Sitzen und Schattenspender
Die alten Skaterpark-Elemente wurden indes wie geplant auf der neuen Padel-Anlage wieder aufgestellt. Sehr zur Freude von jenen Jugendlichen, mit denen Stefan Kohl, der mit Manuel Faist die Sportstätte betreibt, gesprochen hat: „Wir haben von ihnen die Rückmeldung bekommen, dass ihnen die neue Anordnung gut gefällt.“ Positiv hervorgehoben werde von den Jugendlichen auch, dass man nun einen überdachten Sitzbereich – auch als Schattenspender – habe. Das ist vorher nicht der Fall gewesen.
Bereits beim Bau der neuen Padel-Anlage war es den Betreibern wichtig, damit einen neuen Treffpunkt in Pöllau zu schaffen. Bewusst bestehe im angrenzenden Sozialbereich, in dem Automaten mit Getränken und Snacks aufgestellt sind, kein Konsumzwang und auch nicht die Pflicht, Padel zu spielen, um sich dortaufzuhalten. „Es sind alle willkommen, auch Radfahrer und Spaziergänger“, so Kohl. Deshalb sei es ihnen auch wichtig gewesen, dass die Anlage nicht eingezäunt, sondern frei zugänglich ist.
Videoüberwacht
Um Vandalismus zu vermeiden, habe man sich aber für eine Videoüberwachung entschieden. Schließlich habe es beim früheren Skaterplatz und Funcourt entsprechende Vorfälle gegeben, auch Glasscherben hätte man dort immer wieder gefunden, wie Pfeifer bestätigt. „Wir haben von Seiten der Gemeinde versucht, es sauber zu halten“, so der Bürgermeister, für den die jetzige sportliche Nutzung einen wesentlichen Mehrwert darstellt.