Wohnen am See ist gerade jetzt im Sommer für viele Menschen ein Traum. Allerdings bleibt dieser für die meisten Durchschnittsverdiener unerreichbar. Denn nur wenige haben das nötige Kapital, um sich eine Immobilie am Wörthersee, am Ossiacher See oder Faaker See leisten zu können. Diejenigen, die es haben, überlegen gut, in welche Objekte sie investieren. Oder wie es Günther Seidl, Experte für Luxusimmobilien, ausdrückt: „Bei der Käuferschicht ist das Geld vorhanden, doch die Kunden schauen sich gut an, wie sie es einsetzen.“

Am gefragtesten waren in den vergangenen Monaten freistehende Häuser an den Kärntner Seen. Das Angebot ist nicht sehr groß und das, was auf den Markt kommt, findet auch relativ rasch einen neuen Besitzer. Besonders begehrt sind Häuser am Wörthersee. Allerdings hat das seinen Preis. Ein Haus mit 1000 Quadratmeter Grund kann laut Seidl um die sechs Millionen Euro oder sogar mehr kosten. Denn der Wörthersee ist, wie auch Makler und Branchensprecher Paul Perkonig bekräftigt, der absolute Hotspot für Käufer von Seeimmobilien. An keinem Kärntner See sind die Liegenschaften gefragter bzw. teurer. „Die Preise reichen in den zweistelligen Millionenbereich, was wir an keinem anderen See haben“, sagt Seidl, dessen Immobilienunternehmen in Velden ansässig ist. Auch wer eine Immobilie in Wörthersee-Nähe bzw. mit Blick auf den See erwerben möchte, braucht ein entsprechend hohes Kapital. So steht etwa aktuell eine Architektenvilla in Krumpendorf für 1,69 Millionen Euro zum Verkauf.

Zwei statt sechs Millionen Euro

Man möchte meinen, dass jene, denen ein Haus am Wörthersee zu teuer ist, stattdessen eine Wohnung kaufen. Das trifft jedoch nicht zu. Seidl erläutert: „Bevor jemand eine Wohnung statt eines Hauses kauft, wechselt er lieber den See.“ Denn am Ossiacher oder Faaker See kann man, mit etwas Glück, für ein Drittel des Preises fündig werden. Allerdings sind das dann immer noch zwei Millionen Euro.

Die Preise sind in den vergangenen Jahren im Luxus-Segment deutlich gestiegen. Das schlägt sich bei Häusern mit Seezugang ebenso zu Buche wie bei Wohnungen am See oder in Seenähe. Doch die Preise sind scheinbar auch den vermögenden potenziellen Käufern teilweise zu hoch. Seidl kennt Wohnungen am Wörthersee mit Seezugang, die mit einem Preis von 20.000 Euro pro Quadratmeter seit Monaten auf dem Markt sind und keinen Käufer finden. Ladenhüter sind auch Wohnungen, die sich in der zweiten oder dritten Reihe befinden, aber trotzdem sehr hochpreisig sind. Am Faaker oder Ossiacher See gibt es ebenfalls Wohnungen, die schon sehr lange angeboten werden, aber aufgrund eines Quadratmeterpreises von 18.000 Euro als zu teuer wahrgenommen werden.

Günther Seidl
Günther Seidl, Seidl Immobilien Velden © Seidl Immobilien

„Bei den Wohnungen gibt es mehr Angebot als Nachfrage“, erklärt dazu Perkonig. Wobei Wohnungen verstärkt für Wochenenden sowie Ferien genutzt werden und Häuser selten nur als Zweitwohnsitz. Laut Seidl sind rund 65 bis 70 Prozent der Käufer von Seeimmobilien in Kärnten Österreicher und 20 Prozent Deutsche. Der Rest verteilt sich auf andere Nationalitäten. Nicht selten dient eine Seeimmobilie als Alterssitz. „In so einem Fall ist die Infrastruktur besonders wichtig. Solche Käufer möchten Lokale, Cafés und Ärzte in der Nähe haben“, berichtet der Immobilienmakler.