Im Ringen um einen Stellenabbau und Werksschließungen beim kriselnden Volkswagen-Konzern tritt Vorstandschef Oliver Blume vor die Belegschaft.
Blume solle den Beschäftigten nach der Sommerpause bei zusätzlichen Betriebsversammlungen in Wolfsburg, Zwickau und Emden Rede und Antwort stehen, kündigte der Betriebsrat am Freitag an. Er werde bei den Terminen am 25. und 26. August von Markenchef Thomas Schäfer begleitet.
Technik-Konzernvorstand Thomas Schmall übernehme zudem sämtliche Komponentenstandorte. In der Zentrale der Nutzfahrzeug-Marke in Hannover werde Finanzvorstand Arno Antlitz bei einem weiteren Treffen den Konzernvorstand repräsentieren.
Betriebsrat von Volkswagen spricht von 140.000 gefährdeten Stellen
Im Vordergrund der zusätzlich anberaumten Versammlungen stehe die bisherige Informationspolitik des Konzernvorstandes in Sachen Zukunftsplan, hieß es weiter. Insgesamt stünden nach den bisherigen Aussagen Blumes rund 140.000 Stellen im Feuer, erklärte das Arbeitnehmergremium. Dabei handle es sich um das bereits bekannte und in Großteilen umgesetzte Abbauziel der 50.000 Mitarbeiter im Inland. Hinzu kämen die neuen 50.000 Stellen bis 2030 im Konzern. Daran anschließend seien ab dem Jahr 2030 etwa 40.000 Arbeitsplätze an den Standorten Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau bedroht. Der Konzernvorstand folge der Aufforderung des Betriebsrates freiwillig, unterstrich das Gremium.
Wie Blume den Stellenabbau erklärt
Blume hatte zuletzt mit dem Abbau von 50.000 Stellen gedroht. Die Gemeinkosten von Volkswagen seien 20 Prozent höher als bei vergleichbaren Autobauern, hatte er in einem intern veröffentlichten Interview erklärt. Auf dem Tisch liegen sollen auch Pläne, in Deutschland vier Werke zu schließen.
Blume sagt dazu, in Europa müsse noch eine Überkapazität von 500.000 Einheiten abgebaut werden. „Die Wahrheit ist auch, dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm in den 30er-Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen können.“ Es gebe aber intelligentere Lösungen, als ein Werk zu schließen.