„So beginnt der Tag doch schön“, sagt eine Frau, nachdem Dompfarrer Peter Allmaier ihr Fahrrad gesegnet hatte. „Ein Segen kann nie schaden“, meint ein anderer Besucher. Und als währenddessen ausgerechnet das Google-Street-View-Fahrzeug vorbeifährt, wird der Zufall von einigen lächelnd als „Zeichen von oben“ bezeichnet.

Am 16. Juli hatten Verkehrsteilnehmer vor dem Diözesanhaus in Klagenfurt die Möglichkeit, sich und ihre Fahrzeuge segnen zu lassen. Innerhalb weniger Sekunden spendeten Dompfarrer Peter Allmaier und Philipp Ruhdorfer, Seminarist des Priesterseminars der Diözese Gurk, den Segen. Anschließend erhielten die Teilnehmer einen Christophorus-Aufkleber sowie einen kleinen Anhänger, eine Glocke oder einen Müsliriegel. Außerdem standen Getränke und Kekse bereit, und viele nutzten die Gelegenheit für ein Gespräch mit dem Dompfarrer.

Christophorus ziert jetzt Gehstöcke

Die Aktion fand anlässlich des Gedenktages des heiligen Christophorus statt, der jedes Jahr am 24. Juli gefeiert wird. Christophorus gilt in der christlichen Tradition als Schutzpatron der Reisenden und Verkehrsteilnehmer. Aus diesem Anlass werden traditionell Fahrzeuge gesegnet. Während früher vor allem Autos im Mittelpunkt standen, lassen heute zunehmend auch Radfahrer ihre Fahrräder, E-Bikes, Mopeds oder andere Fortbewegungsmittel segnen. Eine Pensionistin brachte sogar ihre Gehstöcke mit und verzierte sie mit dem Christophorus-Sticker.

Auch tierische Beifahrer erhielten den Segen
Auch tierische Beifahrer erhielten den Segen © Peter Rass

Mit der Segnung bitten die Teilnehmer um Gottes Schutz und eine sichere Fahrt. Angesichts zahlreicher Verkehrsunfälle ist dies für viele ein wichtiges Zeichen der Hoffnung und Sicherheit. Einige Besucher hatten noch Sticker früherer Fahrzeugsegnungen auf ihren Fahrrädern. Eine andere ältere Dame erzählte, sie habe früher als Radfahrerin „große Angst“ vor dem Straßenverkehr gehabt. Heute gebe ihr der Segen ein Gefühl der Sicherheit. „Der Mensch braucht einen gewissen Halt. Dieser Schutz bringt dich näher zu Gott“, sagte sie.

Nicht alle Interessierten konnten die Gelegenheit wahrnehmen. Viele waren auf dem Weg zur Arbeit oder zu anderen Verpflichtungen und bedauerten es, keine Zeit für einen kurzen Stopp zu haben. Dennoch blieb die Aktion für viele ein besonderer Moment.