Die Freude war Spaniens Teamchef Luis de la Fuente anzusehen. Zwar weiß der 65-Jährige wohl am besten über die Qualitäten seines Teams Bescheid, der furiose Auftritt seiner Elf beim 2:0-Halbfinalsieg gegen Frankreich dürfte aber sogar ihn überrascht haben. „Ich muss der Mannschaft ein Lob aussprechen, wir haben einfach überragende Spieler“, schwärmte der Trainer der „Furia Roja“ nach dem Sieg. „Ich bin extrem glücklich und freue mich für die ganze Mannschaft. Wir haben das extrem gut gemacht gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Wir haben gut dagegen gehalten, haben mannschaftlich geschlossen gespielt. Die Spieler haben es sich einfach verdient, weil sie diese Leidenschaft auf den Platz bringen und großes Talent haben.“

Mehrmals erklärte der Teamchef, dass er nach diesen fulminanten 90 Minuten „erst einmal durchschnaufen“ müsse, um alles zu verarbeiten. „Jetzt gilt es, den nächsten Schritt zu machen. Wir haben eine große Verantwortung für das ganze Land und stehen im Finale. Ich freue mich auch für unsere Fans, die uns durch das Turnier getragen haben. Es ist eine große Ehre für mich und es macht mich stolz. Zusammen werden wir es schaffen, weil wir es zusammen schon jetzt so weit geschafft haben.“

Porro war „komplett fertig“

Überglücklich zeigte sich auch Außenbahnspieler Pedro Porro, der mit seinem Tor den 2:0-Endstand fixierte. „Ich hätte mir das nie erträumen lassen“, sagte der Tottenham-Akteur. „Ich bin überaus glücklich. Wir haben vom Anfang bis zum Ende alles gegeben, um ins Finale einzuziehen. Wir wussten, dass es schwer wird gegen diesen Gegner. Es war ein Sieg der gesamten Mannschaft.“ Der Spielplan gegen die „Grande Nation“ sei voll aufgegangen. „Wir wussten, dass wir viel Ballbesitz bekommen werden und Frankreich über das Umschalten kommen wird. Das haben wir verhindert.“ Nun will Porro wieder zu Kräften finden. „Ich wurde ausgewechselt, weil ich wirklich komplett fertig war. Jetzt geht es darum, dass wir wieder zu Kräften kommen.“

Kraftlos wirkten hingegen die Franzosen über 90 Minuten. Ohne echte Torchance zerplatzte der WM-Traum. „Die Enttäuschung ist jetzt riesig“, erklärte Teamchef Didier Deschamps, dessen Amtszeit nach dem Turnier zu Ende geht. „Wir haben uns viel vorgenommen, aber es hat nicht gereicht. Wir müssen uns eingestehen, dass die Spanier besser waren. Sie haben das extrem gut gemacht und das Spiel kontrolliert.“ Es sei „einfach zu wenig“ gewesen, um starke Spanier zu fordern, erklärte Deschamps. „Es gab auch den ein oder anderen technischen Fehler, der normalerweise nicht passiert. Das muss man akzeptieren, obwohl es weh tut. Leider ist der WM-Traum vorbei. Wir haben es versucht, aber sind gescheitert. Kleine Dinge sind bei Weltmeisterschaften entscheidend und wir waren eben nicht in der Lage, so zu spielen, wie wir es gewohnt sind.“