Obwohl Österreicherinnen und Österreich im EU-Vergleich zu den fleißigsten Barzahlern zählen, gibt es eine neue Kampagne zur Stärkung der Bargeldkultur. Ziel der Initiative „Bargeldfreundlicher Betrieb“ der Nationalbank-Tochter Geldservice Austria (GSA) sei es, die Wahlfreiheit beim Bezahlen hervorzuheben und Barzahlung als gleichwertige Zahlungsform sichtbar zu machen.

Und zwar insbesondere in der Gastronomie, wo Bargeld eng mit Trinkgeldkultur, persönlichem Service und Wertschätzung verbunden sei, heißt es in der Aussendung. Unterstützt wird die Kampagne vom Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO).

Und auch in Kärnten stößt die Aktion auf große Zustimmung. „Bargeld darf in der Gastronomie nicht verschwinden, weil es Wahlfreiheit schafft, Trinkgeld direkt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ankommt und gerade im Wirtshaus der unkomplizierte persönliche Austausch zählt – digital ja, aber Bargeld muss bleiben“, betont Gastro-Sprecher Stefan Sternad.

Weniger Trinkgeld mit der Karte

Im Rahmen von „Bargeldfreundlicher Betrieb“ sollen Betriebe dabei unterstützt werden, explizit auf Bargeld als Zahlungsmittel hinzuweisen. Hierfür stellt die GSA den teilnehmenden Gastronomen kostenloses Werbematerial zur Verfügung. Denn: „Unsere Beobachtungen zeigen, dass bei Kartenzahlungen häufig weniger Trinkgeld gegeben wird“, schildert GSA-Geschäftsführer Heimo Ertl.

WKÖ-Fachverbandsobmann Alois Rainer ergänzt, dass die Initiative „kein Signal gegen Kartenzahlung sei, sondern ein klares Bekenntnis zur Wahlfreiheit. Gäste sollen bezahlen können, wie sie möchten – und Betriebe sollen sichtbar machen können, dass Bargeld bei ihnen willkommen ist.“ Für Gastronomiebetriebe gebe es Aufkleber mit Sprüchen oder die „Bargeldfreundlicher Kellner“-Anstecknadel.

Barzahler runden häufiger auf

Eine repräsentative Studie von „Marketagent“ belegt: Rund 75 Prozent der Umfrageteilnehmenden gaben an, häufig bar zu zahlen, wobei junge Menschen (14-29 Jahre) wesentlich öfter zur Karte oder zum Handy greifen als die anderen Altersgruppen. Die Umfrage zeigt auch, dass bei einer Konsumation über 48 Euro bei Kartenzahlung (14,9 Prozent) und Mobile-Payment (16 Prozent) mehr Befragte kein Trinkgeld geben als bei der Barzahlung (1,8 Prozent).

Fast 60 Prozent der Barzahler würden auf 50 Euro aufrunden, bei den anderen Zahlungsmethoden ist es nicht mal mehr jeder Zweite. Beweggründe für die Beliebtheit der Barzahlung sind die rasche Zahlungsabwicklung (55 Prozent) sowie ein besserer Überblick über die Ausgaben (63). Dass Bargeld auch in Zukunft ein Teil der heimischen Gastronomie bleiben soll, befürworten 90 Prozent der Befragten.