Hier spielt die Musik: Nämlich seit Neuestem im Café im Schillerhaus in Gleisdorf. Dort hat Vinyl-Sammler Markus Krisper von „Record Shop Austria“ eine originale Wurlitzer-Jukebox aufgestellt. Und das kostenlos. Eigentlich vermietet sie der 50-Jährige für Hochzeiten oder andere Feierlichkeiten. Aktuell sei das Interesse allerdings gering.
„Zuerst wollte ich sie verkaufen, dann habe ich mir überlegt, dass es doch schön wäre, wenn sie im Pflegeheim für Abwechslung sorgen könnte“, erzählt Krisper. Bei Direktor Thomas Weiß stieß der Gleisdorfer damit auf offene Ohren. „Unsere Bewohner kommen aus dieser Zeit, in der man auf so einem Gerät Musik gehört hat“, so Weiß.
Der Platz im Café wurde bewusst gewählt: Beim Auswählen der Titel sollen Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter ins Gespräch kommen. Da die Jukebox Räder hat, wird sie auch ab und zu den Standort wechseln. „So können wir sie auch in die verschiedenen Stockwerke stellen und sie jenen Bewohnern zugänglich machen, die nicht so mobil sind“, erklärt Weiß.
Von Peter Alexander bis Heino
Das 55 Jahre alte Gerät wurde von Krisper in 120 Stunden wieder auf Vordermann gebracht. Hat man früher zwei Schilling pro Lied in die Box einwerfen müssen, funktioniert das Gerät heute per Taste. Ein einfacher Knopfdruck genügt, dann noch die Nummer des gewünschten Hits gedrückt und schon kann musikalisch in Erinnerung geschwelgt werden.
Zur Auswahl stehen 60 Singles mit inegsamt 120 Evergreens, darunter „Ich zähle täglich meine Sorgen“ von Peter Alexander, „Blau blüht der Enzian“ von Heino, „Heitschi Bumbeitschi“ von Heintje oder „Herzilein“ von den Wildecker Herzbuben. „Ich habe mich bei der Musikauswahl an den 70er und 80er orientiert und geschaut, was damals gerne gehört wurde. Mir war ein bunter Mix wichtig, damit für jeden was dabei ist“, erklärt Krisper. Die Platten können aber immer wieder getauscht werden.
Einige Monate soll die Jukebox nun im Pflegeheim Freude bringen. „Dann schauen wir, wie sie angekommen ist und dann sehen wir weiter“, so Krisper. Eine weitere Wurlitzer-Jukebox hätte der Gleisdorfer, der seine Vinyl-Sammelleidenschaft zum Beruf gemacht hat und jährlich tausende Platten in die ganze Welt verschickt, übrigens noch „zu vergeben“.
„Vielleicht findet sich ja noch ein weiteres Pflegeheim, das ihren Bewohnern ein nostalgisches Musikerlebnis ermöglichen will“, hofft Krisper auf Interesse (Kontakt: 0678-125 79 98)