Ein schweres Erdbeben - und dann ist nichts mehr, wie es war. Kärnten ist im Ausnahmezustand. Von diesem Szenarium ausgehend findet vom 13. bis 15. November in Kärnten die größte Katastrophenschutzübung in der Geschichte des Landes statt. 50 Jahre nach dem schweren Erdbeben in Friaul-Julisch Venetien weiß man: Die Annahme ist nicht unrealistisch.
Über 2500 Beteiligte, so viele wie noch nie, werden drei Tage lang im Einsatz sein, Vertreter der Rettungs- und Einsatzorganisationen, von Behörden, Institutionen, Firmen, kündigte Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) als Katastrophenschutzreferent Dienstag nach der Regierungssitzung an. Wobei: Wo das Epizentrum der Erschütterung ist, das bleibt für alle Beteiligten bis zum Tag der Großübung geheim.
Notfallpläne optimieren
Es gehe darum, das Zusammenwirken von allen Einsatz- und Rettungsorganisationen, von Behörden und Medien so realitätsnah wie möglich durchzuexerzieren. „Ziel ist es, den Katastrophenschutz zu stärken und das Zusammenwirken der Einsatzkräfte weiter zu professionalisieren. Wir wollen unsere Alarm-, Einsatz- und Notfallpläne auf den neuesten Stand bringen und optimieren“, so Fellner. Hubschrauber des Bundesheeres und Innenministeriums werden eingebunden sein, in Arnoldstein werden grenzüberschreitende Kooperationen aktiviert.
Gemeinden eingebunden
Eingebunden werden auch die kommunalen Leuchttürme, also jene Anlaufstellen für die Bevölkerung in den Gemeinden in Katastrophenfällen, wo es Informationen, medizinische Versorgung und Möglichkeiten zu Kontaktaufnahmen gibt.
Straßensperren
Weil es zu Fluglärm, Straßensperren und Sirenenalarmen kommen wird, sind im Vorfeld genaue Informationen der Bevölkerung geplant, dass es „nur“ eine Großübung ist.
Für die Ausstattung der Einsatzkräfte haben Bund und Land in den vergangenen Jahren zusätzliche Millionen eingesetzt, so Fellner. „Wir sind auf einem sehr sehr guten Weg. Ein Stufenplan zur Geräteanschaffung wird umgesetzt.“