Gernot Bartl ist als schillernder Alt-Kanzler des Villacher Faschings bekannt. Weniger bekannt ist, dass der 86-Jährige seit Jahrzehnten auch einer zweiten Leidenschaft verfallen ist. Hunderte Kunstwerke haben sich bei ihm angesammelt, viele davon in angemieteten Garagen. Nun trennt er sich von einem Teil der Sammlung und lässt die Werke über eine Online-Plattform versteigern. Darunter befinden sich Bilder von Adolf Planner, Willi Geiger und Ruth Straßnig.

„Ich bin süchtig nach Kunst“

„Meine Frau hat lange geglaubt, das sei nur eine Phase“, sagt Bartl und lacht. Begonnen hat alles um 1990. Flohmarktbesuche und Kunstausstellungen weckten sein Interesse, nach dem Ende seines Berufslebens wurde aus Neugier Sammelleidenschaft, gekauft wurde, was gefiel. Namen und Marktwert waren erstmals zweitrangig. Versteigert wird aber nicht seine gesamte Sammlung.

„Die Bilder, die bei mir zu Hause hängen, werden nicht angerührt.“ Dazu zählen Arbeiten von Cornelius Kolig und Franz Kaplenig. Zur Versteigerung kommen vor allem Bilder, die gerahmt in den Lagerräumen aufbewahrt wurden. Dass er nun Platz schafft, bedeutet nicht, dass die Leidenschaft erloschen wäre. „Weitersammeln werde ich schon. Aber nicht meiner Frau Barbara weitersagen“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Er will weitersammeln

Leicht fällt Bartl die Trennung nicht. Mehrere hundert Bilder haben ihn über Jahrzehnte begleitet, 189 Kunstwerke stehen nun bis Montag 20. Juli, zur Auktion bereit. „Mich hat die Kunst immer gefesselt, mehr als die Musik beispielsweise“, erklärt Bartl. Dennoch will er Platz schaffen, auch auf charmanten Drängens seiner Frau, die sich an die Liebe ihres Mannes für bildende Kunst erst gewöhnen musste. Die Sammlung wird nun kleiner, verschwinden wird sie aber nicht. Dafür ist die Sucht, wie er selbst sagt, wohl doch zu stark.