Die Dichte in der Innenverteidigung des SK Sturm ist hoch. Jeyland Mitchell, Albert Vallci, Paul Koller, Petar Petrovic, Niklas Geyrhofer und Emanuel Aiwu stehen aktuell zur Verfügung. Wobei man bei Geyrhofer, aktuell aufgrund seiner Knieverletzung im Einzeltraining, und Aiwu nach Lösungen sucht, wie es offiziell heißt. Heißt so viel, dass man mit dem Duo nicht mehr plant.
Petrovic kann das egal sein. Der Fokus des Serben, der heute seinen 21. Geburtstag feiert, liegt auf seiner Person. „Das Training hatte eine ganz andere Intensität als bei meinen alten Klubs. Ich gewöhne mich daran und steigere mich jeden Tag“, sagt Petrovic. Er ist bei den Schwarz-Weißen „sehr gut aufgenommen worden“. Dass es sich für den SK Sturm entschieden hat, hat auch damit zu tun, dass die Grazer in Serbien einen guten Namen haben. Vereine aus der englischen Premier League und aus der Serie A waren auch dran am 1,91 Meter großen Verteidiger. Dass Petrovic talentiert ist, zeigte er zuletzt beim serbischen Erstliga-Absteiger Javor-Matis.
Sympathischer Serbe
Dass er von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, zeigt die Antwort auf die Frage, wo seine Stärken und Schwächen liegen. „Ich bin überall gut“, sagt er voller Überzeugung und doch mit einem Schmunzeln im Gesicht und fügt dann schnell hinzu: „Ich kann mich aber überall noch verbessern.“ Es braucht auch gute Leistungen, um gegen Mitchell, Vallci und Koller nicht abzufallen.
Aufgefallen ist Petrovic in der Vergangenheit immer wieder mit seinen offensiven Vorstößen. Er bestätigt auch im Gespräch: „Ich bin zwar ein Defensivspieler, ich gehe aber gerne mit nach vorne und bin bei den Offensivaktionen gerne dabei.“ Ihm eilt der Ruf voraus, ein sympathischer Typ zu sein. Petrovic zieht die Mundwinkel nach oben und sagt: „Das ist unterschiedlich. Ich denke, dass ich auf dem Platz nicht ganz so sympathisch bin. Auch wenn ich jeden Gegenspieler akzeptiere.“
Sturm hat akzeptiert, eine kolportierte Ablösesumme von über zwei Millionen für das Talent zu zahlen. Dafür bekommen die Grazer einen Fußballer, der „in jedem Spiel und in jedem Training mit Herz und Einsatz dabei“ ist, und der einmal in der serbischen Nationalmannschaft gespielt hat.
Noch kein Tattoo
Petrovic freut sich auf jedes Spiel mit Sturm, aber vor allem auf die internationalen Auftritte. Ob er am 21. Juli (20.30 Uhr) gegen Heart of Midlothian zum Einsatz kommt, ist unklar. Bis zum Zweitrunden-Qualifikationsspiel der Champions League stehen einige Trainingseinheiten sowie das Testspiel gegen Pogon Stettin am Mittwoch (17 Uhr) in Leoben auf dem Programm.
Petrovic hat sich einige Ziele gesetzt: „Das erste Etappenziel ist, mit Sturm eine europäische Gruppenphase zu erreichen. Ein weiteres Ziel: Ich möchte hier in der österreichischen Bundesliga meinen nächsten Entwicklungsschritt machen.“ Und wenn die Pläne aufgehen, möchte der 21-Jährige einmal in der englischen Premier League spielen. Ob er sich beim Erreichen seines England-Ziels sein erstes Tattoo stechen lässt, „kann ich noch nicht sagen. Ich habe nichts gegen Tattoos, aber derzeit brauche ich keines“, sagt Petrovic, der nicht abergläubisch ist, vor jedem Spiel aber „kurz betet“. Als Einzelkind freut er sich auch, wenn seine Familie nach Graz kommt. Wenn möglich, wollen seine Eltern bei jedem Heimspiel im Stadion sein.