Er war gerade dabei, eine Ausstellung für das „Project Space Festival“ in Berlin vorzubereiten, als er die Nachricht bekam, dass er den Kunstpreis erhalten habe, erzählt Jakob Kolb: „Ich war absolut überrascht und habe mich sehr gefreut.“
Der Ligister, Jahrgang 1992, lebt in Wien und ist freischaffender Künstler und Musiker sowie Kurator und Sounddesigner fürs Theater. Sein Markenzeichen: große, skulpturale Installationen. Auch die Musik fließt in seine Arbeit ein. „Jede meiner Arbeiten beinhaltet Audio, für meine Installationen komponiere ich eigens etwas“, verrät Kolb.
Kolbs Werk „eröffnet neue Perspektiven“
Für eine dieser Installationen – ein Ensemble aus Stahl und Glas, bei dem Gefäße über Klang und lichtcodierte Datenströme kommunizieren – erhielt er den UNIQA-Kunstpreis 2026, der von der Akademie der bildenden Künste Wien gemeinsam mit dem Versicherungskonzern vergeben wird. Kolb studierte bis 2023 selbst an der Akademie. „Seine Installation eröffnet neue Perspektiven auf die Beziehungen zwischen Mensch, Objekt, Natur, Technologie und Erinnerung und erweitert damit das Feld zeitgenössischen künstlerischen Handelns“, lobt die Jury.
Herausfordernder Brotjob
Dotiert ist der Preis mit 15.000 Euro, dazu kommen 7.000 Euro Produktionsbudget für die Ausstellung am 27. Jänner 2027 im Uniqa-Tower in Wien. „Es ist eine tolle Anerkennung, die mir in meiner Arbeit sehr hilft“, sagt Kolb. „Der Künstlerberuf ist komplex und davon zu leben nicht leicht.“
Diese Tatsache lässt ihn auch kritisch auf die Kulturförderung – beziehungsweise die Kürzungen und Streichungen ebenjener – in der Steiermark blicken: „Es wurde in den vergangenen 15 Jahren viel aufgebaut an Kunststrategie. Wie schnell so etwas zunichte gemacht werden kann, sehen wir jetzt.“ In seine Heimat kehrt Kolb dennoch gerne zurück – ab 1. Oktober 2026 wird er im Rahmen des Steirischen Herbsts etwa im Kunstraum Trost in Graz ausstellen.