Zwei Jahre lang war der Jugendbeirat in Klagenfurt tätig und beschäftigte sich mit Fragen, was junge Klagenfurter wollen und brauchen, um ihre Stadt als lebenswert zu empfinden. Dieser setzte in dieser Zeit punktuelle Aktionen, wie Konzerte oder Partys, war aber zusehends parteipolitisch geprägt. Nun ist der Jugendbeirat Geschichte und findet im zweijährigen Beteiligungsprozess „City.Voice.Youth! Jugend im Dialog – Jugend gestaltet“ seine Fortsetzung.
Das Projekt wurde von der Landeshauptstadt gemeinsam mit der Initiative „Koja – Offene Jugendarbeit Kärnten“ gestartet und wird im Rahmen eines EU-Projektes mit 60.000 Euro gefördert. „Wir setzen damit direkt bei den Jugendlichen an“, bezeichnet Vizebürgermeister und Jugendreferent Ronald Rabitsch (SPÖ) das Projekt bei der Präsentation am Donnerstag als „Gamechanger“ für die Klagenfurter Jugend. Ziel ist es, Jugendlichen ab 14 Jahren eine Stimme in kommunalen Entscheidungsprozessen zu geben.
Aktiv mitgestalten
Sie sollen ihre Lebenswelt aktiv mitgestalten, Verantwortung übernehmen und langfristige Strukturen der Mitbestimmung aufbauen. Jugendliche werden dabei nicht nur befragt, sondern als Co-Planer, Berater und aktive Gestalter eingebunden. Jugendpartizipation sei ein zentraler Baustein einer lebendigen Demokratie. „Junge Menschen wollen und sollen mitreden, wenn es um Themen geht, die sie unmittelbar betreffen“, ergänzt Birgit Trattler, Leiterin der Abteilung Gesundheit, Jugend und Familie im Magistrat.
Wunsch nach Konzerten und Sommerkinos
Und genau hier will „City.Voice.Youth“ ansetzen – die Bedürfnisse und Perspektiven junger Menschen sollen sichtbar gemacht, jugendgerechte Angebote entwickelt und damit nachhaltige Beteiligungsstrukturen aufgebaut werden. „Nicht Erwachsene überlegen sich Ideen für Jugendliche, sondern Jugendliche werden von Anfang an miteingebunden“, hält Barbara Schreier-Schmid von der Präventionsstelle fest. „Ich selbst bin 43 Jahre alt und damit weit von den Wünschen der Jugend von heute entfernt“, merkt Rabitsch noch an. Daher wurde das Konzept unter aktiver Einbindung von Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Viktring im Rahmen von Workshops, Gesprächen und Befragungen erstellt. Die ersten Ergebnisse liegen bereits vor: Klagenfurts Jugendliche wünschen sich beispielsweise mehr Konzerte, ein Sommerkino, aber auch mehr Grün an Bushaltestellen.
Gestartet wird im Herbst an verschiedenen Schulen mit insgesamt neun Klassen. Über die nächsten zwei Jahre sollen damit mindestens 400 Jugendliche erreicht und eingebunden werden. Inklusion werde besonders großgeschrieben, wollen die Initiatoren betont wissen. Die jungen Teilnehmer werden von der Idee bis zur Realisierung der einzelnen Projekte dabei sein. Künftig wird es neben den Workshops auch Thementage und Jugendsprechtage zum Austausch und Vernetzung geben.