Die Tabakbranche ist ein Wirtschaftszweig mit Für und Wider: Sie ist geprägt durch hohe Umsätze und Steuerbeiträge einerseits und enorme volkswirtschaftliche Folgekosten andererseits. Vier Milliarden Euro Umsatz wurden mit Tabakwaren in Österreich laut Monopolverwaltung 2025 gemacht – 41 Millionen mehr als 2024. Laut Krebshilfe konsumieren 24 Prozent der Bevölkerung – also mehr als zwei Millionen Menschen – täglich Rauchwaren.

Die Zigarette ist mit 84,8 Prozent vom Umsatz trotz eines weiteren Absatzrückgangs von vier Prozent bei weitem das Top-Produkt der 4308 Trafiken. 10,7 Milliarden Stück wurden im Vorjahr verkauft.

In Summe nimmt der Staat fast 2,2 Milliarden Euro an Tabaksteuer ein – auch sie ist im Steigen, zuletzt nahm sie um 44 Millionen Euro zu.

Produkte „der nächsten Generation“ am Vormarsch

Grund für das Umsatz- und Steuerwachstum sind jene Produkte, die im Trafikantenjargon „NGPs“ genannt werden – die „Produkte der nächsten Generation“. Dazu gehören E-Zigaretten und Nikotinbeutel, für die die Trafiken seit April das Verkaufsmonopol haben. Dazu gehören aber auch Tabakerhitzer.

Dampf als „rauchfreie“ Alternative

Weil kein Rauch, sondern nur nikotinhaltiger Dampf entsteht, wird der Konsum von Herstellern als „rauchfreie Alternative“ beworben. Die Geräte in der Größe eines Handys, in die so genannte Sticks geschoben werden, sind die Wachstumssäule der Branche, weil immer mehr Raucher weg wollen von den klassischen Zigaretten. Aktuell werden damit 310 Millionen Euro Umsatz gemacht – der Marktanteil der Tabakerhitzer beträgt somit acht Prozent.

„Milllionen an Steuerverlust“

Bis vor kurzem war nur das Philip-Morris-Produkt Iqos in Österreich zu haben. Seit Juli ist auch der British-American-Tobacco-Tabakerhitzer Glo Hilo am Markt. Inzwischen ist in sämtlichen Nachbarländern Österreichs aber längst die Weiterentwicklung Iqos Iluma – sie heizt den Tabak mit einem Induktionsfeld und nicht mehr mit einem Hitzestab und muss dadurch nicht mehr gereinigt werden – samt der exklusiv dazu passenden Tabak-Sticks Terea zu haben. Zum Teil schon seit Jahren.

In Österreich hingegen war das weltweit beliebte Fabrikat bisher nicht zugelassen. „Ein Geschäftsverlust für uns Trafikanten“, sagt der Kärntner Branchensprecher Wolfgang Streissnig, Trafikant in St. Stefan im Lavanttal. „Und auch für den Staat.“

Philip-Morris-Austria-Geschäftsführer Marc Attinger schätzt, dass bisher elf Millionen (20er)-Packungen Terea-Sticks dem heimischen Markt „verloren“ gingen und zwar jährlich. Das entspreche einem entgangenen Steuervolumen von 30 bis 40 Millionen Euro – ebenfalls jährlich.

Melde- statt Zulassungsverfahren

Nun werden Iqos Iluma samt den Terea-Sticks doch zugelassen. Ab 4. August dürfen die österreichischen Trafiken die Produkte verkaufen. Das Gerät kostet je nach Größe zwischen 39 und 109 Euro, die Sticks in der 20er-Packung 6,30 Euro. „Gottseidank kommt endlich Bewegung in diese Kategorie“, sagt auch Heidmarie Skrdla, Trafikatin in Schwechat und Bundesobfrau der Wohlfahrtseinrichtung der Trafikanten. Sie beobachtet, dass „immer mehr Menschen heaten“. Das englische Zeitwort für „erhitzen“ wird offenbar auch im Deutschen gebräuchlich.

Der Marktstart wird durch eine gesetzliche Änderung möglich: Das bisherige Zulassungsverfahren für Tabakerhitzer wurde Ende 2025 durch ein Meldeverfahren ersetzt, wie es in den meisten europäischen Ländern üblich ist. Streissnig: „Gut, dass das Warten ein Ende hat, die Vielfalt größer und damit der Umstieg weg von der klassischen Zigarette leichter wird. Und, dass wir Trafikanten auch hinsichtlich der Touristen, die die Terea-Sticks hierzulande bisher nicht nachkaufen konnten, wieder mit im Geschäft sind.“