„Danke für deine endlose Neugier und Freundlichkeit. Du wirst uns sehr fehlen.“ Mit diesen Worten wurde auf dem Instagram-Account von Lydia Möcklinghoff der Tod der deutschen Zoologin bekannt gegeben. Die 45-Jährige kam bei einem Flugzeugabsturz nahe der brasilianischen Stadt Campo Grande ums Leben, wie jetzt bekannt wurde.
Regionale Medien berichten, das Unglück habe sich in der Früh in der Nähe des Aeroporto Santa Maria ereignet. Außer Möcklinghoff starb auch der brasilianische Pilot Henrique Martin. Das Kleinflugzeug war kurz zuvor gestartet. Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr versuchte der Pilot offenbar zu landen, nachdem dichter Nebel die Sicht massiv eingeschränkt hatte.
Bekannt als „Maus-Forscherin“
Lydia Möcklinghoff galt international als eine der profiliertesten Expertinnen für Große Ameisenbären. Sie war Zoologin, tropische Ökologin, Verhaltensbiologin und Wissenschaftsjournalistin. Möcklinghoff erforschte seit 2009 im Pantanal – einem der größten Feuchtgebiete Südamerikas – Verhalten, Ökologie und Lebensweise der Großen Ameisenbären. Auf ihren Social-Media-Kanälen dokumentierte sie Tierarten und Besonderheiten der Region. Die Forscherin war gerade von einer Reise nach Rio de Janeiro zurückgekehrt und wollte ihre Arbeit im brasilianischen Centro-Oeste fortsetzen.
In Deutschland und Österreich erreichte Möcklinghoff vor allem durch ihre Zusammenarbeit mit der „Sendung mit der Maus“ große Bekanntheit. Als „Maus-Forscherin“ berichtete sie in einer Art Tagebuch aus dem Pantanal – mit Audioreportagen und Videos. In mehreren Staffeln schilderte sie ihre Begegnungen mit Blattschneiderameisen, Capybaras, Riesenottern und natürlich Ameisenbären und machte so auch Kindern die Tierwelt Südamerikas zugänglich.
Ursache unklar
Die genaue Ursache des Unglücks steht noch nicht fest. Für eine abschließende Bewertung müsse das Wrack untersucht werden. Das Flugzeug verfügte demnach bauartbedingt über keinen Flugschreiber.