Josef Rieberer ist ein nüchterner Manager. Der Chef der Brauerei Murau wirft deshalb auch auf die wahrscheinliche Verschiebung der Airpower in Zeltweg einen nüchternen Blick: „Mit einem realpolitischen Blick habe ich aufgrund der Budgetlage Verständnis, mit einem wirtschaftspolitischen Blick tut es mir natürlich leid.“ Jahrelang hat Rieberer darum gekämpft, als regionale Brauerei bei der Flugshow in Zeltweg vertreten sein zu können. 2022 ist es endlich gelungen, auch 2024 versorgte man die Airpower-Gäste mit Bier und anderen Getränken. Rund 220.000 Euro hat eine Airpower der Brauerei an Umsatz gebracht.
Doch Josef Rieberer und sein Team dürfen sich über mehr als ein Trostpflaster freuen: Am Wochenende war die Brauerei Murau erstmals als Getränkepartner beim Donauinselfest in Wien vertreten, der größten Veranstaltung in Österreich. „Und nach bisherigen Signalen sieht es auch für das nächste Jahr gut aus, dass wir wieder dabei sein dürfen“, freut sich der geschäftsführende Vorstand über den Airpower-Ersatz.
Hoffen auf 2027
Die Absage der Flugshow für 2027 gilt als sehr wahrscheinlich. Österreichs Luftwaffenchef Generalmajor Gerfried Promberger sprach aber wie berichtet davon, dass alles noch zur Beurteilung im Verteidigungsministerium liege. Dementsprechend hofft die Wirtschaftskammer Murau-Murtal auf die Durchführung im nächsten Jahr und weist auf die Bedeutung hin. Man appelliere „an alle Verantwortungsträger, ein klares Bekenntnis zur Fortführung dieser international bedeutenden Veranstaltung abzugeben“.
Die Airpower sei „einer der stärksten wirtschaftlichen Impulsgeber für unsere Region und ein internationales Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort Murau-Murtal“, wird Kammerobmann Norbert Steinwidder in einer Aussendung zitiert.
Bis zu 300.000 Gäste würden die Region beleben: „Hotels, Pensionen, Campingplätze, Gastronomie, Handel, regionale Produzenten, Dienstleistungsbetriebe, Taxiunternehmen und zahlreiche weitere Unternehmen profitieren von der enormen Nachfrage“, so Steinwidder. Die regionale Wertschöpfung werde auf rund neun Millionen Euro geschätzt. Die Region brauche Veranstaltungen, die „Kaufkraft sichern, Arbeitsplätze unterstützen und den Standort international sichtbar machen“, heißt es in der Aussendung. Man fordert eine Entscheidung für die Airpower 2027.
Kritik an der Kritik
Offen gegen die Veranstaltung hat sich wie berichtet SPÖ-Bundesrätin Gabriele Kolar ausgesprochen und wird dafür von der FPÖ kritisiert. Klubobmann Marco Triller und Landtagsabgeordneter Thomas Maier werten Kolars Kritik als „Angriff auf die regionale Wertschöpfung, das Bundesheer und einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Obersteiermark.“
KPÖ für Absage
Die KPÖ würde eine Absage begrüßen: „Während in vielen Teilen der Welt die auf der Airpower gezeigten Flugzeuge eingesetzt werden, um zu zerstören und zu töten, sollen sie bei uns im Aichfeld für ein Familienevent herhalten, das finde ich geschmacklos“, sagt Josef Meszlenyi, KPÖ-Bezirkssekretär und Gemeinderat in Knittelfeld. Auch umweltpolitisch sei die Flugshow „aus der Zeit gefallen“.