Zunächst ging es darum, ob die Pause nach der letzten Airpower 2024 bis zur nächsten Flugschau in Zeltweg zwei oder drei Jahre dauert. Letzten September teilte das Verteidigungsministerium schließlich mit: „Nach einer Evaluierung der Kosten wurde die Entscheidung getroffen, die nächste Airpower für 2027 zu organisieren.“ Damit leistete man einen kleinen Beitrag zur Budgetkonsolidierung, zudem schuf man ein Zeitfenster für die notwendige Sanierung der Piste am Fliegerhorst Hinterstoisser.
Danach rang das Bundesheer um einen passenden Termin – gleich nach den Sommerferien wie bisher oder schon im Juni? Der dichte Kalender an Motorsport-Großveranstaltungen am Ring bereitete den Organisatoren Kopfzerbrechen.
Gerüchte über Verschiebung der Airpower machen die Runde
Jetzt wackelt aber auch die Rückkehr der Airpower im Jahr 2027 gewaltig. Derartige Gerüchte machten am Grand-Prix-Wochenende im Aichfeld die Runde und werden auch auf Nachfrage vom Verteidigungsministerium nicht wirklich entkräftigt. Dort heißt es nur: „Es werden noch einige Komponenten geprüft.“ Bis Herbst, „wenn die Planungsgrundlagen am Tisch liegen“, soll eine finale Entscheidung fallen.
Dieses Wording erinnert stark an den Mai 2025, als die Kleine Zeitung nach der Präsentation des ersten Doppelbudgets der neuen Bundesregierung über die Sparpläne beim Bundesheer berichtete, denen letzten Endes auch die Airpower zum Opfer fiel. Bekanntlich hat sich die Budgetsituation seitdem weiter zugespitzt. Zwar bekommt das Bundesheer auch in den kommenden Jahren mehr Geld um seinen Aufbauplan weiter vorantreiben zu können. Man braucht aber jeden Euro für Ausrüstung und Personal, möglicherweise auch für einen reformierten Wehrdienst. „Da zählt jetzt jede Million“, sagt ein Eingeweihter. Eine Airpower, die von Heeres-Verantwortlichen stets als „realistische Großübung“ bezeichnet wird, in erster Linie jedoch als Tourismus- und Werbeveranstaltung wirkt, hat dabei nicht die höchste Priorität.
Das Bundesheer erspart sich dadurch rund 1,2 Millionen Euro an Sachleistungen und die Mehrdienstleistungen für rund 6500 Militärpersonen und Zivilbedienstete, was in Summe drei bis vier Millionen Euro ausmacht. Jeweils 1,2 Millionen Euro trugen zuletzt das Land Steiermark und Red Bull als Veranstaltungspartner zum Gesamtbudget bei.
Land Steiermark profitiert von der Airpower
In der blau-schwarzen Landesregierung war man übrigens schon nach der Verschiebung im Vorjahr wenig erfreut, zählt doch die Steiermark und vor allem das Murtal zu den größten Profiteuren der Großveranstaltung. Insgesamt rund 250.000 Gäste an zwei Veranstaltungstagen (Freitag, Samstag) sorgen für volle Quartiere, starke Umsätze bei regionalen Lieferanten und einen hohen Werbewert für die Touristiker. „Deshalb ist die Freude umso größer, dass die Airpower 2027 ihre Rückkehr feiert“, ließ sich Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) im Vorjahr zitieren. Diesmal wollte sein Büro gegenüber der Kleinen Zeitung keine Stellungnahme abgeben. Von einer endgültigen Absage der Veranstaltung im nächsten Jahr dürfte man in der Grazer Burg noch nichts wissen. Klar ist nur: Das Land bemüht sich intensiv um eine Fortsetzung der Airpower.
Ob diese zumindest 2028 möglich wird, bleibt abzuwarten. Intern wird sogar schon vom Juni 2029 gesprochen. Im selben Jahr findet regulär die nächste Nationalratswahl statt, auch der steirische Landtag wird gewählt. Und es wäre nicht das erste Mal, dass die Airpower „zufällig“ vor einem Wahltermin zur großen Bühne wird.