Als Rosanna Salvatore im April 2024 das „Schabanakl“ in der Nikolaigasse übernahm, sollte das Villacher Kultlokal weiterleben. Nur zwei Jahre später ist Schluss. Damit endet ein Stück Nachtleben, das die vorherigen Betreiber Franz und Petra Kerschbaumer fast 30 Jahre geprägt hatten.
„Jeden Tag gab es Schlägereien und Beschädigungen“
Die Entscheidung sei nicht aus einer Laune heraus gefallen, sagt Salvatore. Hohe Kosten, gesundheitliche Probleme und immer mehr Ärger hätten sich aufgebaut. „Für mich war es das mit der Gastronomie. Nie mehr“, sagt sie. Sie kennt die Branche seit Jahrzehnten, war 14 Jahre im Villacher Eissalon Firenze, acht Jahre im Spritztime, betrieben von ihrem Bruder, ein Jahr im Hotel Post und fünf Jahre im Café zum Jo am Villacher Zentralfriedhof.
Rund 30 Jahre sei sie in der Gastronomie gewesen, erzählt die Wirtin. Mit Gästen habe sie nie größere Probleme gehabt. Zuletzt habe sich das geändert. „Die letzten Monate haben die Leute nur gestritten. Es war für mich überhaupt nicht mehr lustig“, sagt sie. Es habe oft Schlägereien und Streit gegeben, immer wieder sei etwas im Lokal kaputt gegangen.
Sie kehrt der Gastronomie den Rücken
Am Ende sei der Betrieb nur noch Belastung gewesen. Auch gesundheitlich habe sie die Situation nicht mehr tragen können. „Am Schluss habe ich gemerkt, dass ich fast jeden Tag grantig war. Die Leute haben mich kaputt gemacht“, sagt Salvatore. Deshalb habe sie beschlossen, das Lokal zu schließen. Nun wolle sie sich zuerst um ihre Gesundheit kümmern und danach beruflich in einer anderen Sparte neu anfangen.
Ganz ohne Wehmut geht der Abschied dennoch nicht. Salvatore spricht auch von schönen Zeiten, treuen Stammgästen und tollen Menschen, die sie im „Schabanakl“ kennengelernt habe. Es habe zwar Interessenten für das Lokal gegeben, ein Nachfolger sei bisher aber nicht gefunden worden.