Es hatte sich abgezeichnet. Bereits in den Wochen vor der Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) wurde darüber spekuliert, dass auch die sogenannte „Geräte-Retter-Prämie“ eingedampft werden könnte. Dass sie gänzlich gestrichen wird, war dann aber doch eine kleine Überraschung. Und die sorgt bei Österreichs Elektrohändlern für Unmut und Unverständnis. Es sei ein „völlig falsches Signal“, wird am Dienstag in einer Aussendung betont. „Gerade erst wurde der Reparaturbonus als Geräte-Retter-Prämie neu aufgesetzt – mit reduziertem Budget und verändertem Produktumfang. Kaum haben sich Betriebe und Konsument:innen darauf eingestellt, soll die Förderung wieder beendet werden“, heißt es seitens der Branchenvertretung. Dieses „ständige An- und Abschalten“ von Fördermaßnahmen führe „zu massiver Verunsicherung und löst Zurückhaltung bei Reparatur- und Kaufentscheidungen aus“, so die Kritik.

„Wirksames Instrument für Kreislaufwirtschaft“

Robert Pfarrwaller, Obmann des Bundesgremiums Elektro- und Einrichtungsfachhandels in der Wirtschaftskammer unterstreicht: „Bereits die Unterbrechung des Reparaturbonus hat deutlich gezeigt, welche Folgen fehlende Planungssicherheit hat: Konsumentinnen und Konsumenten warten ab – sowohl bei Reparaturen als auch bei Neuanschaffungen. Für die Betriebe bedeutet das, dass sie Personal abbauen und bereits aufgebaute Infrastruktur wieder zurückfahren oder anpassen müssen.“ Sein Appell: Es brauche verlässliche Rahmenbedingungen, damit Unternehmen langfristig planen können und Konsumentinnen und Konsumenten nicht verunsichert werden. „Nur so können Reparaturangebote ausgebaut und dauerhaft am Markt verankert werden“, so Pfarrwaller.

Die Geräte-Retter-Prämie sei „ein wirksames Instrument für Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und regionale Wertschöpfung“ gewesen. Aus Sicht der Branche stelle sich nun die Frage, „welche gleichwertige Maßnahme an ihre Stelle treten soll“. Man fordere eine Fortführung über 2026 hinaus.

Auch Christian Bräuer bedauert das Aus. Der Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker betont: „Wir bedauern das Ende dieser sehr erfolgreichen Aktion. Der Reparaturbonus und die Geräte-Retter-Prämie waren Beispiele dafür, wie Kreislaufwirtschaft mit intelligent gesetzten Anreizen in der Realität gelebt werden kann.“