Next Man Up. So heißt das besonders im US-Sport gelebte Prinzip, dass im Falle eines Ausfalls eben sein Ersatz dran ist, zu zeigen, was er kann. Dies impliziert erstens den Gedanken, dass das Team zuerst kommt und niemand darübersteht. Dass zweitens etwaige Ersatzleute sich niemals ausruhen dürfen und ready sein müssen, wenn ihr Moment gekommen ist. Drittens schränkt es den Raum für Entschuldigungen und Ausreden ein. Trainer, die bei jeder Gelegenheit betonen, wie arm sie nicht sind, weil Spieler A Aua und Spieler B Wehweh hat, drücken so nicht gerade großes Vertrauen in die Nachrücker aus.

Ralf Rangnick fällt normalerweise nicht unter diese Kategorie an Coach. Bei der EM 2024 musste er – manchmal mehr, manchmal weniger kurzfristig – Lösungen für die Ausfälle von David Alaba, Xaver Schlager, Alexander Schlager oder Sasa Kalajdzic finden.

So alternativlos es ist, nach dem ersten Schock die Lösungen und nicht das Problem in den Vordergrund zu stellen, sollte die Befürchtung erlaubt sein, dass „Baumi“ schmerzlich vermisst werden wird. Als Spieler und als Mensch. Manche Akteure sind eben viel schwerer zu ersetzen als andere. Next Man Up hin oder her.