Die Amsel gehört zu den bekanntesten Singvögeln Europas. Ursprünglich war sie vor allem in Wäldern zu Hause, heute lebt sie auch in Gärten, Parks und Innenstädten. In Österreich ist sie nahezu überall anzutreffen – vom Tiefland bis zur Waldgrenze.

Obwohl die Amsel als Kulturfolger sehr anpassungsfähig ist, hat sie im Siedlungsraum mit vielen Problemen zu kämpfen. Immer mehr Gärten werden naturfern gestaltet, Grünflächen verschwinden und Böden werden versiegelt. Dadurch fehlen wichtige Nistplätze und Nahrungsquellen. Gleichzeitig macht die hohe Dichte an Hauskatzen besonders jungen, flüggen Vögeln zu schaffen.

Pestizide und Trockenheit

Auch der Einsatz von Pestiziden und längere Trockenperioden setzen den Vögeln zu. Würmer, Insekten und andere Kleintiere, die zur Nahrung der Amsel gehören, werden seltener. Auch gefährden Straßenverkehr und Glasfassaden das Leben der schwarzgefiederten Meistersänger.

Ein weiteres Problem ist das von Stechmücken übertragene Usutu-Virus. In manchen Regionen führte es gemeinsam mit dem Verlust geeigneter Lebensräume zu einem Rückgang der Amselbestände um bis zu 40 Prozent.

Im Frühling und Sommer ernährt sich die Amsel hauptsächlich von tierischer Nahrung. Auf ihrem Speiseplan stehen Würmer, Schnecken und Insekten, die sie am Boden sucht. Im Herbst und Winter bevorzugt sie Beeren und Früchte. An Futterstellen nimmt sie gerne Rosinen oder in Fett getränkte Haferflocken an.

Meister des Gesangs

Die Amsel ist für ihren schönen, melodischen Gesang bekannt. Besonders die Männchen singen oft von erhöhten Plätzen aus und beginnen damit bereits im Februar. Neben ihrem Gesang verfügt die Amsel über verschiedene Warn- und Alarmrufe, mit denen sie auf Gefahren aufmerksam macht.

Weiße Amseln in der Stadt

Gelegentlich sieht man Amseln mit weißen Flecken oder sogar vollständig weißem Gefieder. Ursache dafür ist der sogenannte Leuzismus, eine Störung der Pigmentbildung. Solche auffälligen Vögel überleben in Städten oft besser als im Wald, da sie dort weniger leicht von Fressfeinden entdeckt werden.

So kann man Amseln unterstützen

Wer Amseln helfen möchte, kann seinen Garten naturnah gestalten und auf Pestizide verzichten. Außerdem können Beobachtungen und Fotos von Vögeln auf der Citizen-Science-Plattform naturbeobachtung.at oder in der dazugehörigen App gemeldet werden. Damit leisten Naturfreunde einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und zum Schutz der heimischen Vogelwelt.