Eine lange Eingewöhnungszeit haben Paul Wanner und Carney Chukwuemeka nicht benötigt, um anzudeuten, welche Bereicherung sie für das Nationalteam darstellen könnten. Gleich beim Einstand für Österreich beim März-Lehrgang wusste das Duo zu gefallen, Chukwuemeka trug sich beim 5:1 gegen Ghana sogar in die Schützenliste ein.
„Das war surreal, ein verrücktes Gefühl. Aber inzwischen ist es schon wieder Vergangenheit. Ich fokussiere mich darauf, das immer und immer wieder zu machen“, soll der traumhafte Einstand für den Dortmund-Legionär keineswegs eine Eintagsfliege gewesen sein.
Auch Wanner spricht von einem „sehr guten Lehrgang für mich. Man hat gesehen, dass ich direkt in der Mannschaft drinnen war“, erklärt der 20-Jährige, der hervorstreicht, dass sich auch die übrigen Debütenten gut präsentiert hätten.
Für Wanner und Chukwuemeka war es nicht nur der Beginn ihrer Nationalteamkarriere, sondern auch der Start einer Freundschaft. Die beiden kannten einander zwar bereits, aber das nähere Kennenlernen fand im März statt.
„Ich habe eine sehr gute Verbindung zu ihm, bin die ganze Zeit mit ihm unterwegs. Er ist mittlerweile ein sehr guter Freund“, schmunzelt Wanner und meint, dass sie zwar auf Englisch kommunizieren, „aber ab und zu gebe ich ein bisschen Deutschunterricht.“
Was er bei diesen Lektionen gelernt habe? Chukwuemeka verweigert sicherheitshalber lachend die Aussage: „Ehrlicherweise hat er mir nur schlimme Wörter beigebracht.“ Der gebürtige Engländer bezeichnet Wanner als seinen „Bruder. Wir sind seit Tag eins sehr eng. Es hat einfach geklickt und wir sind gut miteinander ausgekommen. Auf dem Feld teilen wir denselben Fußball-IQ.“ Auch in Trainings sieht man die beiden nicht von ungefähr immer wieder gemeinsam.
Nach ihrer Entscheidung für Österreich erfüllen sich die beiden nun auch gemeinsam dem Traum von einer Weltmeisterschaft. „Wenn du aufwächst und Weltmeisterschaften verfolgst, willst du selbst einmal dabei sein. Wenn du diese Möglichkeit hast, geht definitiv ein Kindheitstraum in Erfüllung“, sagt Chukwuemeka.
„Als Mannschaft haben wir ein Ziel. Wir gehen dahin, um nicht einfach nur dabei zu sein. Wir wollen unser Bestes geben, um so weit wie möglich zu kommen“, sagt Wanner, der auch kein Problem hätte, auf der Reise auf Deutschland, wo er aufgewachsen ist und in der Jugend auch für den DFB gespielt hat, zu treffen: „Warum nicht? Ich fände es cool. In der Familie helfen dann trotzdem alle zu Österreich.“ Auch Chukwuemeka wäre motiviert, England herauszufordern: „Das wäre aufregend. Ich würde auf jeden Fall gewinnen wollen.“