Marko Arnautovic und Michael Gregoritsch waren mit ihren Toren hauptbeteiligt, dass sich Österreich für die WM qualifiziert hat. In Amerika bekommen sie Gesellschaft von einem Stürmer, der aus dem Duo im Angriff ein Trio macht. Sasa Kalajdzic sammelte im März seine ersten Länderspiel-Minuten nach abermaliger Zwangspause wegen eines Kreuzbandrisses und legte danach in der Bundesliga auf dem Weg zum Double mit dem LASK erst so richtig los.

Den Dreikampf um Einsatzzeit im Angriff verfolgt mit Marc Janko auch einer ihrer Vorgänger als Stoßstürmer mit Interesse. Der 70-fache Internationale wird als Experte für ServusTV aus den USA berichten.

Michael Gregoritsch schoss Österreich mit dem Tor gegen Bosnien zur WM
Michael Gregoritsch schoss Österreich mit dem Tor gegen Bosnien zur WM © GEPA

Bei Gregoritsch kann der 42-Jährige durchaus Parallelen zu seinem eigenen Werdegang erkennen. „Er hatte auch nicht immer eine leichte Zeit bei seinen Klubs. Aber wenn er im Nationalteam gebraucht wurde, war er meistens da“, lobt Janko. Die Jubelszenen nach seinem entscheidenden Tor gegen Bosnien und Herzegowina hätten zudem gezeigt, welchen Stellenwert der Steirer in der Mannschaft aufgrund seiner menschlichen Komponente genießt: „Er ist ein unglaublich positiver Faktor für das Mannschaftsklima, das kann ich aus eigener Erfahrung sagen. Um es pathetisch zu sagen, hat es mich enorm für sein Lebenswerk gefreut.“

Marko Arnautovic krönte sich im Rahmen der WM-Quali zum ÖFB-Rekordschützen
Marko Arnautovic krönte sich im Rahmen der WM-Quali zum ÖFB-Rekordschützen © GEPA

Arnautovic bezeichnet Janko als „den absoluten Unterschiedsspieler dieser Mannschaft. Wenn er funktioniert, hebt er alle anderen um ein, zwei Levels. Er hat bei Gegnern nicht zu Unrecht einen furchteinflößenden Ruf.“ Der Niederösterreicher lief selbst 52 Mal an der Seite von Arnautovic im Nationalteam auf und bewundert dessen Wandlung zu „Everybodys Darling“. Janko hat auch noch jene Zeit am Anfang der Laufbahn hautnah miterlebt, in der sich der nunmehrige Rekordteamspieler mutmaßlich selbst eine noch größere Vereinskarriere verbaut hat.

„Am Ende des Tages ist das Leben wie zeichnen ohne Radiergummi. Marko hat einfach zu oft aus dem Kästchen rausgemalt, um ein schöneres Gesamtbild zeichnen zu können“, philosophiert Janko. Im Nachhinein sei manches nicht rückgängig zu machen, es gibt auch keine Notwendigkeit dafür: „Es gehört zu seiner Geschichte dazu. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum man ihn so sehr ins Herz schließt, weil eben nicht alles perfekt gelungen ist.“ Janko ortet trotzdem eine „tolle Karriere“, aber auch er findet: „Natürlich hätte er das Zeug für die ganz großen Vereine gehabt, bei denen David Alaba jahrelang seine Topleistungen gezeigt hat.“

Arnautovic und Gregoritsch hätten mit ihren Toren dafür gesorgt, dass „es eher still“ wurde um die zuvor jahrelang geführte Stürmer-Diskussion: „Es ist halt eine prominente Position im Konstrukt Nationalteam, auf die sehr viel Druck geladen wird. Wenn es nicht über einen längeren Zeitraum konstant gut funktioniert, gibt es Raunzerei.“

Sasa Kalajdzic ist nach langwierigen Verletzungen zurück im Kreis des Nationalteams
Sasa Kalajdzic ist nach langwierigen Verletzungen zurück im Kreis des Nationalteams © GEPA

Sasa Kalajdzic schickt sich nun an, den Druck auf eine zusätzliche Schulter zu verteilen. „Das Spannende an dieser Personalsituation ist, dass wir auf unterschiedliche Spielsituationen reagieren können“, meint Janko, der im LASK-Angreifer mehr als einen reinen Striker sieht: „Er hat viel mehr Qualitäten. Er kann Zehner spielen, sich fallen lassen, bindet sich gerne ins Kombinationsspiel ein, gibt Assists.“

Beeindruckend seien auch die Comeback-Qualitäten, die der 28-Jährige nach zahlreichen schweren Verletzungen unter Beweis gestellt hat. Die EM 2024 versäumte Kalajdzic etwa wegen seines Kreuzbandrisses. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass der Zwei-Meter-Riese meint: „Ich bin erst mal froh, dass ich dabei bin. Wenn man sich meine Situation in den letzten Jahren anschaut, ist es nicht selbstverständlich.“ Sollte es je eine Selbstverständlichkeit gewesen sein, im ÖFB-Kader berücksichtigt zu werden, sind diese Zeiten vorbei, vielmehr sei die Erfüllung des WM-Traums „die absolute Krönung dieser Saison“.

Nach starken Leistungen auf dem Weg zum Double mit dem LASK möchte er nun auch im Nationalteam wieder seine Vorzüge einbringen: „Alleine aufgrund meiner Größe habe ich ein anderes Profil und kann der Mannschaft etwas Besonders geben.“ Ansprüche leitet der Wiener daraus allerdings keine ab: „Ich werde mich in den Dienst der Mannschaft stellen und jede Rolle akzeptieren, wie sie ist. Für mich steht Österreich im Vordergrund. Ich möchte einfach, dass die Mannschaft das Maximum erreicht und das Land stolz auf uns ist.“