Es war eine stimmige Kulisse für die erste Sommer-Pressekonferenz der Erlebnisregion Gesäuse. Bei bestem Wetter präsentierten die maßgeblichen touristischen Stakeholder im Weidendom des Nationalparks Gesäuse die Höhepunkte des diesjährigen Sommers. Das lebendige Wahrzeichen des Schutzgebiets wurde von Direktor des Schutzgebiets, Herbert Wölger auch gleich als erstes Highlight genannt, wurde dieses doch im Vorjahr neu gestaltet.
Rund 1400 sechs bis sieben Meter lange Weidenruten – Korbweiden aus dem Waldviertel – habe man verbaut, berichtete der Hausherr. Heuer sei der Weidendom, den jedes Jahr rund 25.000 Gäste besuchen, angewachsen. Weil der Nationalpark Teil des neuen Naturnachtgebiets Eisenwurzen sei, habe man heuer einen Schwerpunkt auf das Thema Nacht gesetzt, etwa mit Nachtwanderungen oder dem Kino im Weidendom mit Vorstellungsbeginn nach Einbruch der Dunkelheit.
250 Jahre Stiftsbibliothek Admont
„Auch in unserem Kulturbetrieb spielt sich einiges in der Nacht ab“, knüpfte Pater Prior Maximilian Schiefermüller vom Benediktinerstift Admont an und nannte die nächtlichen Bibliotheksführungen als Beispiel. Die Bibliothek ist zentraler Bestandteil der Museumslandschaft des Klosters, die alljährlich rund 60.000 Besucher anlockt. Die meisten Besucher würden wegen ihr kommen, verrät der Stiftsbibliothekar.
Die weltgrößte Klosterbibliothek „ist unser kulturelles Highlight“, ist sich Schiefermüller bewusst. Und dieses feiert heuer Jubiläum, wird 250 Jahre alt. Genaugenommen der barocke Saal, denn eine Bibliothek gibt es im Stift Admont natürlich schon viel länger, seit der Gründung im 11. Jahrhundert. Das Vierteljahrtausend feiert man mit einem wissenschaftlichen Abend am 15. Juni und einer eigenen kleinen Sonderausstellung.
Röthelstein als Hochzeitslocation
„Seit März sind wir Dark Sky Reserve“, erinnerte Oliver Gulas-Wöhri, Geschäftsführer des Natur- und Geoparks Steirische Eisenwurzen. Das Naturnachtgebiet umfasst 20 Gemeinden und sechs Schutzgebiet in drei Bundesländern – Steiermark, Ober- und Niederösterreich. Mit über 2000 Quadratmetern rangiere es unter den zehn größten weltweit. Heuer soll eine ganze Reihe an Sternenbeobachtungsplätzen entstehen.
Gestern habe er noch die beeindruckende Kulisse der Hamburger Hafencity bestaunen dürfen, die Kulisse heute sei aber nicht minder beeindruckend, meinte Gerhard Wendl, Vorstandsvorsitzender der Jufa-Hotels. Mit Schloss Röthelstein hat die Hotelgruppe auch einen Standort in der Erlebnisregion. Der nach rund 20 Monaten Ende Juni wieder in Betrieb geht. Der Fokus solle künftig auf Veranstaltungen, etwa Hochzeiten, liegen, so Wendl. Am 3. Juli sei ein Tag der offenen Tür geplant.
Gesäuse soll bikefreundlicher werden
„Das Gesäuse soll Schritt für Schritt bikefreundlicher werden“, heißt es seitens des Tourismusverbandes. Erster dahingehender Schritt: die neue „Bussi-Baba-Gravelstrecke“. Die Tour über 180 Kilometer und 3000 Höhenmeter führt durch die beeindruckende Bergkulisse der Region, oft am Wasser entlang, durch Wälder und an Sehenswürdigkeiten wie Stift Admont vorbei.
Sie richte sich an „alle, die unkompliziert eine Tour machen wollen, ohne große Planung“, so Tourismuschefin Jaqueline Egger. Die Tour könne sowohl – nomen est omen – mit dem Gravelbike aber auch Mountainbike oder E-Mountainbike absolviert werden. Das neue Angebot, ist sie sich sicher, werde auch Wertschöpfung bringen. Davon profitieren würden etwa Beherbergungsbetriebe, die Gastronomie aber auch Bike-Service-Anbieter.