Sommerzeit ist Ferienzeit – und für viele Kärntnerinnen und Kärntner auch Reisezeit. Doch beim Ticketkauf lohnt es sich, genau hinzuschauen. Denn je nach Buchungszeitpunkt, Strecke oder Vertriebsweg kann dieselbe Verbindung unterschiedlich viel kosten. Wir haben mit den ÖBB die wichtigsten Spartipps zusammengestellt. Eines vorweg: Das billigste Ticket ist nicht immer die beste Wahl – und kann im Falle einer Verspätung etwa auch zum Nachteil werden.

Der wichtigste Tipp lautet: Möglichst früh buchen! ÖBB-Tickets sind grundsätzlich bis zu sechs Monate vor Reiseantritt erhältlich. Rund um den Fahrplanwechsel im Dezember kann die Frist kürzer sein und bei manchen ausländischen Bahnen startet der Verkauf generell später. „Bei größeren Reisen würde ich schon drei bis sechs Monate vorher schauen”, empfiehlt Alexander Hartlieb, Servicemitarbeiter der ÖBB in Villach. Wenn die Sitzplatzreservierung noch nicht freigeschaltet ist, kann man zunächst das Ticket kaufen und die Reservierung später ergänzen.

Online ist meist am günstigsten

Innerhalb Österreichs erhält man in der Regel das günstigste Angebot online, egal ob über die App oder den Online-Ticketshop. Am Automaten kann das Ticket etwas teurer sein und am Schalter kommt für die persönliche Beratung mitunter ein weiterer Aufschlag hinzu. Die Preisdifferenz kann je nach Verbindung einige Euro oder bis zu rund zehn Prozent betragen.

Wer in Österreich reist, sollte spätestens 15 Tage vor der Abfahrt buchen. Bis dahin sind die günstigsten Online-Tarife verfügbar. Danach steigen die Preise schrittweise an, am Reisetag zahlt man in der Regel am meisten.

Alexander Hartlieb ist Reisenden gerne bei der Buchung behilflich
Alexander Hartlieb ist Reisenden gerne bei der Buchung behilflich © KLZ / Sandra Müllauer

„Das günstigste Angebot bekommt man online“, sagt Hartlieb. Dennoch habe der Schalter weiterhin seine Berechtigung, beispielsweise bei komplizierten Auslandsreisen, mehreren Umstiegen oder wenn Fahrräder, Hunde oder Einstiegshilfen berücksichtigt werden müssen.

Besitzer eines Klimatickets sollten bei Auslandsreisen auch andere Abfahrtsbahnhöfe ausprobieren. Ein Beispiel ist Salzburg: Der Hauptbahnhof gilt sowohl als österreichischer als auch als deutscher Grenzbahnhof. Wer statt einer Verbindung ab Klagenfurt die Verbindung Salzburg–Freiburg sucht, erhält oft einen Tarif der Deutschen Bahn (DB). In einem Beispiel kostete die gleiche Fahrt für zwei Erwachsene ab Klagenfurt 154,40 Euro, ab Salzburg hingegen nur 125,98 Euro – eine Ersparnis von mehr als 28 Euro.

Der günstigere Preis hat allerdings einen Haken. Mit dem DB-Ticket beginnt die Reise offiziell erst in Salzburg. Wenn der Zug aus Klagenfurt verspätet ankommt und der Anschlusszug der Deutschen Bahn planmäßig abfährt, kann das Ticket für den nächsten Zug seine Gültigkeit verlieren. Bei einem durchgehenden ÖBB-Ticket von Klagenfurt bis Freiburg ist hingegen die gesamte Reisekette abgesichert. „Für die Deutsche Bahn zählt in diesem Fall nur, ob der Zug in Salzburg pünktlich abgefahren ist”, erklärt der Servicemitarbeiter. „Wer das ÖBB-Ticket wählt, hat dafür einen Ansprechpartner für die gesamte Reise.“

Auch Partnerbahnen vergleichen

In den Preisvergleich sollten nicht nur die ÖBB, sondern auch die Bahnunternehmen der Nachbarländer einbezogen werden. „Man kann Glück oder Pech haben, je nachdem, wo noch ein Sparpreis-Kontingent vorhanden ist“, sagt Hartlieb. Mal sei die Deutsche Bahn günstiger, mal die ÖBB.

Bei Italien-Reisen gibt es online teilweise Sparpreise von Trenitalia, die am Schalter nicht erhältlich sind. Reisende sollten allerdings genau prüfen, wer ihr Vertragspartner ist. Auch bei Buchungen über die Website der ÖBB kann das zum Beispiel Trenitalia oder die DB sein. Bei der Buchung wird dies allerdings angezeigt. „Die Frage ist immer: Will ich möglichst billig reisen oder ist mir ein Ansprechpartner wichtig?”, so Hartlieb.

Auch bei Buchungen über die ÖBB-Website kann die Deutsche Bahn zuständig sein
Auch bei Buchungen über die ÖBB-Website kann die Deutsche Bahn zuständig sein © Screenshot ÖBB

Ermäßigungen und Kundenkonto nutzen

Das Klimaticket, die Vorteilscard und andere Ermäßigungen sollten bereits bei der Buchung hinterlegt werden. Ein ÖBB-Kundenkonto erleichtert dies und ermöglicht zudem das Sammeln von Bonuspunkten für Reservierungen, Upgrades oder Freifahrten. Die Teilnahme am Bonuspunkteprogramm muss jedoch zunächst im Kundenkonto aktiviert werden.

Reservieren und genug Zeit einplanen

Hartlieb empfiehlt vor allem in der Ferienzeit eine Sitzplatzreservierung. Ebenso wichtig sei es, ausreichend Umsteigezeit einzuplanen. „15 Minuten sind nicht überall ausreichend“, warnt er. Gerade an großen Bahnhöfen wie dem in München sollte man lieber etwas mehr Puffer einplanen. „Das ist ein Kopfbahnhof. Wenn man merkt, dass es eng wird, sollte man lieber schon im Zug nach vorne gehen.“ Zusätzlicher Tipp vom Profi: Bei der Online-Buchung unter den Filtern „Gemütlich umsteigen“ anhaken, dann zeigt das System nur Verbindungen mit längerer Umsteigzeit an.

Der ÖBB-Mitarbeiter empfiehlt außerdem, die Verbindung spätestens am Tag vor der Abreise noch einmal zu kontrollieren – online oder im Reisezentrum. Denn auch nach der Buchung können sich aufgrund von Baustellen oder Fahrplanänderungen noch Anpassungen ergeben.

Unterm Strich gilt: Früh buchen, online und bei Partnerbahnen vergleichen, Ermäßigungen nutzen und nicht nur auf den Preis achten. Denn das günstigste Ticket kann im Fall einer Verspätung am Ende die teuerste Entscheidung sein.