70 Besitzer von Häusern oder Wohnungen in Tarvis werden jetzt zur Kasse gebeten: Ihnen wird von der italienischen Finanzpolizei (Guardia di Finanza) Steuerhinterziehung vorgeworfen. Denn sie sollen ihre Wohnungen zwar als Hauptwohnsitz angemeldet haben, um Steuern zu sparen, diese aber tatsächlich nur als Ferienwohnung genutzt haben.

Wie das Grado Magazin berichtet, ermittelten die Beamten der Compagnia di Tarvisio bereits seit dem April des Vorjahres in dieser Angelegenheit. Monatelang überprüften sie insgesamt rund 5000 Datensätze aus den Steuerjahren 2020 bis 2024 und glichen dabei diese akribisch genau mit dem Melderegister, den Katasterdaten und sogar mit Wohnorten anderer Familienmitglieder sowie der Wahl des Hausarztes ab.

Durch Stromzähler entlarvt

Den wichtigsten Beweis dafür, dass es sich um sogenannte Scheinwohnsitze handelt, lieferte aber der Stromverbrauch. Denn während an einem echten Hauptwohnsitz das ganze Jahr hindurch Strom verbraucht wird, ist das an einem Zweitwohnsitz nur zu bestimmten Zeiten der Fall. Und tatsächlich: Bei 70 Wohnungen lief der Stromzähler fast nur in der Ferienzeit, im Winter blieb der Verbrauch oft lange Zeit bei null.

Indem sie ihre Ferienimmobilien als Hauptwohnsitz angemeldet hatten, umgingen die Scheinwohnsitzinhaber die kommunale Immobiliensteuer IMU, wovon Hauptwohnsitze befreit sind. Der Schaden, der dadurch der Comune di Tarvisio entstanden ist, soll sich auf rund 160.000 Euro belaufen. Die Stadtverwaltung von Tarvisio fordert das Geld von den Steuerhinterziehern nun zurück. Mehr als 30 Prozent der Betroffenen sollen bereits bezahlt haben. Das Geld fließt in lokale Projekte.